„Wer 4 sind“: Top-Doku über die vier Hip-Hop-Helden

Erstaunlich offen zeigen sich die Fantastischen Vier in der Doku „Wer 4 sind“ – jetzt zu sehen bei Sky.

Beweisen müssen es die Fantastischen Vier niemandem mehr: Mit der GOLDENEN KAMERA 2010 ausgezeichnet, die erfolgreichste deutsche Band 2018 und dieses Jahr feiern sie ihr 30-jähriges Jubiläum.

Trailer zu "Wer 4 sind"

Getrieben werden Michi Beck, Thomas D, And.Ypsilon und Smudo jedoch immer noch von dem „unbedingten Willen, keine Scheiße zu bauen“, wie es ihr langjähriger Manager Andreas „Bär“ Läsker in der Doku „Wer 4 sind“ formuliert. Sie war gerade noch in den Kinos zu sehen, am Montag, 18. November, um 22.20 Uhr läuft sie bereits auf Sky 1.

Filmemacher Thomas Schwendemann erhielt die Erlaubnis, die Hip-Hop-Pioniere bei der Entstehung ihres Albums „Captain Fantastic“ zu begleiten. „Wir haben einen Blick von außen zugelassen und ihm die Freiheit gegeben, das zu zeigen, was er will“, sagt Thomas D zu GOLDENE KAMERA.

Immer "Zusammen"

So ist auch ihr Eingeständnis zu sehen, dass im dritten Jahrzehnt nach der Band-Gründung Song-Ideen nicht mehr so einfach zu finden sind: Übermannt vom Gefühl, alles gesagt zu haben, holten sich die vier zum Texten der neuen Tracks zum ersten Mal Unterstützung durch andere Rapper – Samy Deluxe, Curse und Damion Davis. Dabei entstand etwa „Zusammen“, die Erfolgshymne mit Clueso. „Es ist einer unserer größten Hits geworden, wenn nicht sogar der größte“, so Thomas D.

Ebenfalls zu sehen ist der besondere Augenblick, in dem die Fantas den gebürtigen Erfurter anrufen und ihn fragen, ob er auf dem Song singen möchte: Er sagt zu, ohne „Zusammen“ überhaupt gehört zu haben. Skurrile Bilder gibt es von den Aufnahmen des Songs: Clueso macht Liegestütze, bevor er seinen Part einsingt. „Ich hab mich schon sehr gewundert“, sagt Thomas D im Interview über die Szene und lacht. „Aber andererseits klar, dass er ein bisschen pumpt, wenn er Energie liefern will am Mikrofon. Eigentlich eine professionelle Einstellung.“

Echte Gänsehautmomente

Nebenbei wird in Rückblicken erzählt, wie die vier Hip-Hop-Pioniere aus der „Benztown“ Stuttgart auszogen, um mit deutschem Sprechgesang die Musikwelt zu revolutionieren. Für Gänsehaut sorgen Backstage-Originalaufnahmen von einem Konzert Anfang der 90er, bei dem Smudo und Co. erstaunt realisieren, welchen Status sie sich erarbeitet haben: In der Schlange vor der Location sehen sie dreimal so viele Menschen wie hineinpassen.

Außerdem besucht Thomas Schwendemann die Hip-Hopper einzeln an ihren über die Republik verstreuten Wohnorten und lässt sie über die besondere Freundschaft zu den anderen Bandmitgliedern nachdenken. Durch die Doku hätten sich selbst die Fantas in neuem Licht gesehen, berichtet der Filmemacher.

Auch wenn die „Benztown“-Jahre lange zurückliegen, hält die Band zusammen: Im Sommer 2020 geht es auf eine große, völlig neu konzipierte Stadiontour. Und der Film ist dafür die beste Werbung: „Wer 4 sind“ macht Lust auf weitere Jahre mit den Hip-Hop-Granden.