"West of Liberty": Wotan Wilke Möhring macht Jagd auf einen Verräter

Wotan Wilke Möhring und Lars Eidinger über ihre Rollen in dem neuen zweiteiligen ZDF-Thriller „West of Liberty“ (am 24. und 25. November, jeweils um 22.15 Uhr).

Darum geht's in "West of Liberty"

Die besten Zeiten hat Ludwig Licht hinter sich. Als Inhaber einer schlecht laufenden Kneipe in Berlin-Kreuzberg trinkt der Mittfünfziger am liebsten selbst die Bestände leer, das Verhältnis zu seinem Sohn ist zerrüttet. In den 80ern, während des Kalten Krieges, war er ein mit allen Wassern gewaschener Doppelagent. Aber heute?

Trailer zu "West of Liberty"

„Er fühlt sich ungebraucht und aus der Zeit gefallen“, sagt Wotan Wilke Möhring (52) über die Figur, die er in „West of Liberty“ verkörpert. Doch dann wird Licht von einem alten Freund für eine Mission reaktiviert. Der Berliner CIA-Chef Clive Barner (Matthew Marsh) engagiert ihn, um eine Insiderin aus der Whistleblower-Organisation Hydraleaks zu beschützen. Barner hofft, über sie Lucien Gell (Lars Eidinger) zu finden – der Kopf von Hydraleaks hält sich seit neun Monaten im Untergrund auf.

Doch Licht ist körperlich eingerostet und muss zudem feststellen, dass Barner ohne Auftrag von oben handelt. Mit der Aktion auf eigene Faust will er seinen Posten retten. Und auch Whistleblower Lucien Gell steht im Zwielicht: Welche Verbindung hat er zum syrischen Assad-Regime?

Eine Hauptrolle für Berlin

„Die große Qualität von 'West of Liberty' ist, dass dieser Mehrteiler nicht so klar in Gut und Böse unterscheidet“, sagt Lars Eidinger (43) über die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Schweden Thomas Engström. „Lucien ist ein widersprüchlicher, fehlbarer Charakter. Eigentlich geht es ihm um Inhalte, trotzdem hat er etwas Narzisstisches und gefällt sich in der Rolle des Helden.“

Nachdem Serien wie "Homeland" bereits vom Agentenmythos der Hauptstadt gezehrt hatten, wollten auch die schwedischen Produzenten unbedingt vor Ort drehen. „Berlin ist ein weiterer großer Darsteller“, meint auch Wotan Wilke Möhring, „keine Stadt bietet solche Möglichkeiten. Es gibt immer noch Ecken, wo man den Osten erkennt, den Westen, den Viermächtestatus und die Zerrissenheit Berlins.“

Vorab in der ZDFmediathek

Regisseurin Barbara Eder drehte nur die Szenen auf Deutsch, in denen sich tatsächlich zwei deutsche Charaktere unterhalten. Für die (gekürzte) zweiteilige ZDF-Fassung (am 24. und 25. November, jeweils um 22.15 Uhr) wurde der Thriller synchronisiert, was Eidinger und Möhring bedauern.

Aber: Bereits am Dienstag, 19. November, ab 6.00 Uhr morgens, ist das Original in sechs Folgen (jeweils 45 Minuten) mit Untertiteln hier in der ARD-Mediathek abrufbar.