"Ein Jude als Exempel": Packende Aufarbeitung mit Bruno Ganz

Weil Nazi-Anhänger Adolf Hitler einen toten Juden schenken möchten, muss am 16. April 1942 im Schweizer Dorf Payerne der Viehhändler Arthur Bloch, gespielt von Bruno Ganz, sterben.

"Ein Jude als Exempel" (Donnerstag, 21. November, 22.25 Uhr, 3sat) erzählt die Chronik eines unausweichlichen Mordes. 1942 will eine Gruppe eingeschworener Nazis den Deutschen und am besten Hitler persönlich ein perverses Geschenk bereiten: Einen toten Juden.

Darum geht's in "Ein Jude als Exempel"

In Payerne, ein kleiner Ort in der französischsprachigen Schweiz, wollen der wichtigtuerische Garagist Fernand Ischl (Aurélien Patouillard) und seine vier Nazi-Freunde die Aufmerksamkeit der Faschisten erregen und Hitler zu seinem Geburtstag eine Freude bereiten. Am besten wäre da ein Mord an einem Juden. Sie nehmen den 60-jährigen Viehhändler Arthur Bloch (Bruno Ganz) ins Visier. An einem Markttag am 16. April 1942 locken sie ihn in einen Stall und ermorden ihn bestialisch.

67 Jahre später, 2009, erinnert sich der Schriftsteller Jacques Chessex (André Wilms) an die Ereignisse von damals – und wird während einer Lesung als Nestbeschmutzer beschimpft. Auch dieses Verhalten hat fatale Konsequenzen.

Historisches Ereignis

"Ein Jude als Exempel" beruht auf dem gleichnamigen Roman des Schweizer Schriftstellers Jacques Chessex, der die wahren Begebenheiten aufarbeitete. Der Mord geschah als er 8 Jahre alt war und er verfolgte ihn bis ins hohe Alter. In seinem Heimatort war man wenig begeistert, dass er diese Geschichte erneut in Erinnerung brachte und wurde dafür stark angefeindet. Bei einem Fasnachtsumzug, sah er auf einem Wagen seinen Namen auf Milchkannen geschrieben – in eben solchen hatten die Mörder die zerstückelte Leiche Blochs gestopft und in einem See versenkt. Auch dieses Kapitel beleuchtet der Film.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Der engagierter Film von Jacob Berger mit dem exzellenten Bruno Ganz behandelt einen schwermütigen Stoff über ein dunkles Ereignis unserer Geschichte. Er richtet sich gegen das Vergessen und Verdrängen. Zudem ist es auch ein Film um die Erlebnisse des Autors nach dem Erscheinen des Romans. Der Film erzählt die ganze Geschichte: vom widerlichen Mord bis zu seinem späten Opfer.