Florian Silbereisen: "'Das Traumschiff' ist TV für die Seele"

Er nimmt das Ruder in die Hand: Am zweiten Feiertag wird Florian Silbereisen neuer Boss auf der Brücke des „Traumschiffs“. Wir sprachen mit dem 38-Jährigen über seine neue Rolle und das Erfolgsrezept der Reihe.

Als Kapitän Max Parger sticht Florian Silbereisen erstmals in See und nimmt Kurs auf Antigua (am 26. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF). Mit an Bord sind unter anderem Joko Winterscheidt, Sarah Lombardi und Ex-BVB-Kapitän Roman Weidenfeller. GOLDENE KAMERA machte bei Silbereisen vorab den Test auf Seetauglichkeit.

Florian Silbereisen im Interview

Nach Ihrem ersten Einsatz als „Traumschiff“-Offizier im Jahr 2017 sind Sie ab 2019 der neue, fünfte Kapitän auf dem „Traumschiff“. Was ist das für ein Gefühl, endlich als Boss auf der Brücke zu stehen?

2017 durfte ich zum ersten Mal eine „Traumschiff“-Rolle übernehmen – als Offizier an der Seite von Ex-Kapitän Sascha Hehn. Und jetzt durfte ich als Kapitän auf das „Traumschiff“ zurückkehren. Dafür bin ich einfach nur sehr, sehr dankbar!

Haben Sie sofort ja gesagt, als Ihnen die Rolle angeboten wurde? Und wie lange hat die Entscheidungsfindung gedauert?

Begonnen hat alles als Helene Fischer und ich Silvester 2015/16 den legendären „Traumschiff“-Produzenten Wolfgang Rademann besucht haben. Damals sagte er plötzlich: „Du musst auf's 'Traumschiff' kommen, mein Junge!“ Das war leider die letzte Unterhaltung zwischen uns, denn vier Wochen später ist er gestorben. Und dann ging es im vergangenen Jahr plötzlich sehr schnell: Nachdem sich Sascha Hehn vom „Traumschiff“ verabschiedet hat, gab es die ersten Gespräche. Wir haben viel diskutiert, über die Rolle des Kapitäns, über die Zukunft der Serie und immer wieder über Inhalte, über spannende Geschichten und überraschende Drehbücher.

Was für ein Typ ist Ihr Kapitän?

Max Parger ist unkompliziert, ein Abenteurer, mit dem man gern ein Bier trinkt. Er ist selbstbewusst, kennt seine fachlichen Qualitäten, weiß, wie man ein Schiff sicher auf Kurs hält, aber auch, dass man nur im Team stark ist.

Was mögen Sie an der Rolle?

Parger ist mir ein wenig ähnlich, denn er hat trotz seines eher jungen Alters bereits viel Erfahrung und sich seine Position gegen so manche Kritik erarbeitet. Ihm wurde nichts geschenkt. Gleichzeitig ist er demütig und dankbar, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Zu erkennen, dass man solche Chancen nutzen sollte, wenn sie sich ergeben, verbindet uns ebenfalls. Zudem gefällt mir, dass er keine Angst hat, ins kalte Wasser zu springen.

Silbereisen übernimmt das Kommando

Wie waren die Drehs? Was war der schönste Augenblick, lief alles reibungslos, waren Sie schon mal seekrank?

Die Dreharbeiten waren wirklich sehr spannend für mich. Das Drehen macht sehr viel Spaß, ist aber auch anstrengend. Wenn man zum Beispiel zwei bis drei Stunden eine Szene im Maschinenraum dreht – bei extremer Hitze und das Schiff dabei über den Atlantik schaukelt, dass man kaum gerade stehen kann – kostet das das ganze Team Kraft und Konzentration. Wenn man hier seekrank wird, ist das kein Spaß: Einige Kolleginnen und Kollegen, sowohl vor als auch hinter der Kamera, hat es zwischenzeitlich erwischt, aber an mir ging dieser Kelch bisher vorüber. Gott sei Dank!!! Der schönste Moment war, als ich zum ersten Mal die Uniform und Mütze anziehen durfte und damit die Brücke betreten habe. Dieser Augenblick bleibt …

Was ist das Erfolgsrezept der Reihe?

Dass die Geschichten auf eine ganz besondere Art und Weise erzählt werden, so wie in keiner anderen Reihe. Bei uns treffen Leute wie ein ehemaliger Juwelendieb zufällig auf eine Versicherungsdetektivin und eine Lady mit einer wertvollen Perlenkette – und am Ende liegen sich alle in den Armen. Das ist Kult! „Traumschiff“ ist TV für die Seele.

Brauchen wir mehr solche Formate?

Es klingt vielleicht ein bisschen nostalgisch, aber ich finde es immer schön, wenn man mit Familie und Freunden Sendungen wie „Das Traumschiff“ schaut und für ein paar Stunden die Seele baumeln lässt. Ich brauche an Weihnachten nach der „Tagesschau“ definitiv keinen Thriller. Mit dem „Traumschiff“ werden Sie nun viel unterwegs sein.

Zu welchen drei Traum-Destinationen würden Sie persönlich das „Traumschiff“ zukünftig gern mal navigieren – und warum?

Ich weiß schon, dass ein absolutes Traumziel von mir im nächsten Jahr tatsächlich angesteuert wird. Ich verrate noch nichts, aber Ich freue mich schon sehr. Von allen anderen Zielen lasse ich mich einfach überraschen.

Was war Ihre bislang schönste private Reise?

Es gibt viele schöne Länder, aber das Wichtigste ist, mit wem man reist – und nicht wohin. Als Kind war ich mit meinen Eltern und Geschwistern in Bibione in einer kleinen Ferienwohnung. Meine Mutter stand mehr in der Küche als am Strand, damit wir immer gut versorgt waren, mein Vater baute Sandburgen mit uns, und wir spielten Boccia und freuten uns abends auf unsere Pizza. Bis heute verbinden mich starke Erinnerungen daran.

Traumschiff Spezial - Antigua

Das Making-of zur Premiere von Florian Silbereisen als neuer "Traumschiff"-Kapitän. Außergewöhnlich offen gewähren die Macher und Schauspieler einen Blick hinter die Kulissen. Hier gucken in der ZDF-Mediathek.