"Bob, der Streuner": Ein Herz und vier Pfoten

Straßenmusiker James war drogensüchtig. Doch dann traf er Bob, den Streuner. Der Kater rettete ihm das Leben – im Film und im wahren Leben.

Twickingham, Church Street, 12. November 2019. Mitten auf dem Fußweg hockt ein roter Kater mit Weihnachtsmannmütze. Maskenbildner zupfen sein Fell zurecht, die Kameras stehen bereit. Im Film „Ein Geschenk von Bob“, der gerade gedreht wird, spielt das Samtpfötchen schon zum zweiten Mal die Hauptrolle: sich selbst! Für Bob, den Streuner, ist es der bisherige Höhepunkt einer märchenhaften Geschichte, die im Jahr 2007 beginnt. (Samstag, 28. Dezember, 20.15 Uhr bei RTL Zwei)

Trailer zu "Bob, der Streuner" (Kinostart: 12.1.2017)

Die Geschichte von Bob, dem Streuner

Eine Geschichte, die unglaublich klingt und doch wahr ist. Hauptpersonen: James Bowen, ein damals 28 Jahre alter Drogenabhängiger, und Bob, ein ausgemergelter Kater. James schlägt sich als Straßenmusiker durch, hat keinen Job, keine Hoffnung. Da findet er im Hausflur seiner Sozialwohnung einen verletzten Kater. Zwei Verlierer des Lebens blicken sich erstmals in die Augen. Ein unvergesslicher Moment.

James gibt sein letztes Geld für Tierarzt und Futter aus, päppelt den Bob getauften Kater auf. Und der weicht nicht mehr von seiner Seite. Wenn der Musiker fortan in Londons Straßen zur Gitarre greift, sitzt Bob ruhig daneben, einen Schal als Markenzeichen um den Hals. Als unzertrennliches Duo begeistern die beiden das Publikum.

James hat plötzlich einen Grund, gegen die Drogen zu kämpfen. Denn es gibt jemanden, der ihn braucht. Der früher Heroinabhängige schafft den Entzug, wird nicht rückfällig, findet zurück ins Leben. Auch Bob macht Karriere, erst in Londons Straßenmusikerszene, dann sogar weltweit. Eine Geschichte, die zeigt, was die Liebe zwischen Mensch und Tier bewirken kann.

Freunde fürs Leben

Im Jahr 2010 erscheinen die ersten Zeitungsartikel über James und den Kater, der sich auf leisen Pfoten in sein Herz schleicht. Beide werden zu Stars. Das Buch „Bob, der Streuner. Die Katze, die mein Leben veränderte“ erzählt den Beginn ihrer einzigartigen Freundschaft, steht mehr als 76 Wochen an der Spitze der Bestsellerliste der „Sunday Times“ und wird in über 30 Sprachen übersetzt. Acht weitere Bücher und Bilderbücher folgen.

2016 erobern die beiden sogar die Kinoleinwand. Luke Treadaway spielt darin die Rolle des verzweifelten Straßenmusikers, der echte James Bowen ist in einem Gastauftritt zu sehen. Und Bob? Schnurrt wie ein Medienprofi durch seine eigene Geschichte. Die extra angeheuerten dressierten Filmkatzen sticht er mühelos aus. Die dürfen nur als Stuntdouble ran. Es gibt eben nur einen Bob. Sein altes Leben hat James Bowen hinter sich gelassen. Keine Drogen, keine Nächte als Obdachloser auf der Straße.

Er nutzt die neue Berühmtheit, um anderen zu helfen. Wie beim Charity Dinner im Londoner House of Lords am 25. Oktober 2019, wo das unschlagbare Team zugunsten eines Projekts für Bedürftige und Obdachlose auftrat. James Bowen lebt weiter für seine Straßenmusik – und seinen vierbeinigen Schutzengel Bob.

"Bob, der Streuner" läuft am Samstag, dem 28. Dezember, um 20.15 Uhr als deutsche Free-TV-Premiere bei RTL Zwei.