Im "Tatort: One Way Ticket" schmuggeln Rentner Drogen

Im Münchner "Tatort: One Way Ticket" (2. Weihnachtstag, 20.15 Uhr im Ersten) nehmen Leitmayr und Batic eine NGO unter die Lupe. Denn rüstige Rentner schmuggeln für diese Hilfsorganisation Drogen.

Im Einsatz zwischen München und Kenia: Der "Tatort: One Way Ticket" beschäftigt sich sowohl mit dem Elend in Afrika, als auch mit der Altersarmut in Deutschland.

Und schon wieder beginnt der Münchner Tatort mit einem Rückblick am Strand. Aber anders als im "Tatort: Die ewige Welle" reist dieser Fall nicht nach Portugal, sondern sogar nach Afrika. Und die romantischen Erinnerungen verheißen diesmal nichts Gutes. Denn es ist ein krimineller Rentner, der da von einer afrikanischen Schönheit träumt.

"Darum geht's im "Tatort: One Way Ticket"

So was haben die Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) noch nicht erlebt: Das Opfer hat seine eigene Ermordung vorab per Notruf gemeldet. Timo Harbig starb in seinem Auto einen qualvollen Gifttod.

Kameraüberwachungen zeigen ihn mit einer jungen Frau, die, wie sich rausstellt, die Kenianerin Numa Imani (Cynthia Micas) ist. Harbig arbeitete als Koordinator für die Hilfsorganisation "Help Know How". Er schickte Senioren wie Heiner Hersfeld (Hans-Uwe Bauer), Uschi Drechsl (Ulrike Willenbacher) oder Esther Kubat (Katja Rupé) als gemeinnützige Helfer für soziale Projekte in die Dritte Welt.

Auch Martin Endler (Siemen Rühaak) reiste so um die Welt. In Kenia wird der Rentner, der auch auf ein Leben mit Numa hoffte, mit 300 000 Euro und Spuren von Kokain in seiner Tasche am Flughafen verhaftet. Kaum im Gefängnis in Nairobi angekommen, versucht ein Mann Endler mit einem Messer zu töten. Offensichtlich steckt hinter diesem Anschlag ein ganzes Schmugglerkartell.

Doch die Senioren in München, die scheinbar auch als Drogenkuriere unterwegs waren, schweigen beharrlich. Inzwischen haben Kriminaltechnische Untersuchungen ergeben, dass Harbug mit dem sogenannten "Normannenkraut" ermordet wurde. Ein seltenes Gift, zu dem nur die Stasi Zugang hatte....

Hintergrund

Regisseur Rupert Henning erklärt, was diesen "Tatort" für ihn so ungewöhnlich macht: "Besonders an der Geschichte von 'One Way Ticket', die auf wahren Begebenheiten fußt, ist wohl die ungewöhnliche Mischung der einzelnen Elemente. Zum einen geht es um die Sehnsucht nach einem besseren Leben, um Fernweh und Abenteuerlust – und zum anderen um eine Wirklichkeit, die mitunter knallhart und unerbittlich sein kann und in der es vielen Leuten schwer fällt, ihre Träume zu leben und eine saubere Weste zu behalten..."

Die Strandbilder wurden nicht etwa in Kenia, sondern aus sicherheitstechnischen Gründen auf Mauritius gedreht. Auch die Szenen im weltberühmten Gefängnis Kamiti haben die Macher nicht vor Ort in Nairobi gefilmt, sondern in einer nachgebauten Kulisse in einer alten Papierfabrik in Dachau. Produzentin Annie Brunner sagt zu den Dreharbeiten: "Die Geschichte des Münchner Tatort 'One Way Ticket' spielt in großen Teilen in Kenia. Dies war aufgrund des Budgets sowie der Sicherheitslage vor Ort eine besondere Herausforderung. Wir wollten Afrika unbedingt glaubwürdig und nicht nur in Innenräumen erzählen. Der Kontrast zwischen dem grauen Münchner November und den warmen Farben der afrikanischen Sonne spielte eine große Rolle im erzählerischen Konzept der Regie.

Wir konnten aber nicht mit dem ganzen Team reisen und entschieden daher, mit einem kleinen Team nach Nairobi zu fliegen, um sämtliche Außenaufnahmen der Stadt zu drehen, aber auch intensiv in Gefängnissen und Krankenhäusern zu recherchieren."

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Wie schade! Der Film hat viele gute Ansätze: Die Geschichte, die Schauspieler, die moralischen Konflikte, die (internationale) Inszenierung, die Bilder aus Afrika, die Kulissen - eigentlich stimmen die Zutaten, um eine gute Weihnachtsgeschichte zum Köcheln zu bringen. Aber leider fehlt das Salz in der Suppe. Auch die starken Gastschauspieler wie Hark Bohm oder die, auf wahren Tatsachen beruhende, spannende Geschichte können den "Tatort" nicht genügend aufwerten. Irgendwie verliert der Fall an Spannung.

Traurigerweise gibt es sogar eine Anspielung auf das Alter der Kommissare - ganz so, als würde die ARD mit dem Gedanken spielen, auch diese beiden Kommissare nach über 80 Fällen langsam in Rente schicken zu wollen. Das wäre schade, denn die besten Momente sind immer noch die, in denen Leitmayr und Batic ganz natürlich und sympathisch sich selbst und den Fall analysieren. Sie sind es, die diesen Fall dann doch noch weihnachtstauglich machen.