Abschied von Brunetti. Sein letzter Fall: "Donna Leon: Stille Wasser"

Keine Morde mehr in Venedig - Commissario Brunetti verabschiedet sich nach über 20 Jahren und 26 Fällen von seinen Zuschauern.

Aus, Schluss, vorbei. Zum letzten Mal schippert Commissario Brunetti mit einer Gondel durch die venezianischen Grachten. Am 1. Weihnachtstag findet die Krimireihe, die auf den Büchern der amerikanischen Autorin Donna Leon (77) beruht, ein jähes Ende. Mit der Folge "Donna Leon - Stilles Wasser" (20.15 Uhr im Ersten, in der ARD-Mediathek bereits ab dem 23. Dezember, 20.15 Uhr abrufbar) sagt Uwe Kockisch (75) in seiner Paraderolle als Guido Brunetti den Zuschauern "Arrivederci".

Darum geht's in "Donne Leon: Stille Wasser"

Es hat Guido Brunetti (Uwe Kockisch) auf die schöne Laguneninsel Sant' Erasmo verschlagen. Der Commissario hatte einen Schwächeanfall und soll sich nun zwei Wochen erholen. Gemeinsam mit seinem Gastgeber Davide Casati (Hermann Beyer), der auch schon mit Brunettis Vater befreundet war, unternimmt er Rudertouren. Nach einem heftigen Unwetter meldet Casatis Tochter Federica (Marie Leuenberger) ihren Vater als vermisst. Sofort begibt sich Brunetti auf die Suche -und findet ihn tot im Wasser treibend. Einer heftigen Verletzung am Kopf zu urteilen, könnte er durch Fremdeinwirkung gestorben sein.

Für Brunetti ist es vorbei mit der Erholung. Trotz Krankschreibung setzt er alles daran, diesen Fall aufzuklären. Der Tote war begeisterter Bienenzüchter und versuchte das Sterben seiner Insekten zu ergründen. Die Umweltschützerin Patrizia Minati (Suzanne von Borsody) untersuchte für ihn Erd- und Wasserproben von der ganzen Insel.

Das war nicht im Interesse von Casatis Nachbarn Zanirato (Paul Faßnacht), einem Gemüsebauern, der angeblich Pestizide versprühte. Plötzlich ist der Commissario einem Umweltskandal auf der Spur.

Hintergrund

Einvernehmlich sei das Absetzen des quotenstarken Publikumsliebling entschieden worden. Aber warum genau Commissario Brunetti nicht mehr auf dem Bildschirm ermitteln darf, verraten die Beteiligten nicht.

Dabei hat Autorin Donna Leon (77) jüngst den 28. Fall "Ein Sohn sei uns gegeben" veröffentlicht im Frühjahr erscheint der 29. Band der Bestsellerreihe. Es gebe also noch genug Erzählstoff für mindestens zwei weitere Verfilmungen. Doch daraus wird nichts: "Gemeinsam mit UFA Fiction und Bestseller-Autorin Donna Leon haben wir entschieden, unsere besondere Krimireihe um Commissario Brunetti nach über zwanzig Jahren mit dem 26. 'Donna Leon'-Fall zu beenden", so die ARD Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Wie immer ermittelt Brunetti gewohnt unaufgeregt und stilvoll mit der nötigen Empathie. Das Entscheidende sind aber wieder die idyllischen Bilder, die Szenerie. Ein letztes Mal darf sich der Zuschauer von der Schönheit Italiens verzaubern lassen: Die venezianischen Grachten, die Vielfalt der Lagunenstadt, aber auch die Natur der Nachbarinsel Sant' Erasmo bereichern diesen Krimi.

Die Spannung des Falls hält sich dabei in Grenzen, vielmehr zeichnen die vielen Außenaufnahmen und das warme Licht diesen Film aus. Das ganze wird untermalt von etwas Melancholie, denn die Zeichen stehen auf Abschied: Brunetti muss seine körperliche Schwäche akzeptieren. Seine Familie sorgt sich um ihn und er schwelgt in Erinnerungen an seinen Vater. Irgendwie schade, dass der Mann im weißen Anzug "Ciao" sagt - das denken bestimmt auch die knapp 6 Millionen Zuschauer, die, wie zuletzt im April, auch sicher an Weihnachten wieder einschalten werden.