Peter der Große

Peter Alexander gehörte zu den letzten großen Entertainern des Fernsehens.
Peter Alexander gehörte zu den letzten großen Entertainern des Fernsehens.
Foto: dpa
Als Entertainer war Peter Alexander unübertroffen. Vor 50 Jahren startete seine erfolgreichste Show. Eine NDR-Doku erinnert an den einzigartigen Entertainer.

Ein absoluter Publikumsliebling war der charmante Schauspieler und Sänger schon lange vorher: Die Filmkomödien „Im weißen Rössl“ (1960), „Die Abenteuer des Grafen Bobby“ (1961) und „Charleys Tante“ (1963) waren Kinoerfolge, dazu kamen seit den 50ern etliche Schlagerhits und Shows.

Der Aufstieg zum König der TV-Unterhaltung aber begann 1969 mit der Show „Peter Alexander präsentiert Spezialitäten“. 50 Jahre ist das her – Anlass für die Sendung „Peter Alexander: Der Große!“ (23. Dezember im NDR), in der sich Stars an den Wiener erinnern und Höhepunkte aus seinen Shows bis 1996 gezeigt werden.

Davon gibt es reichlich. Alexander war ein Multitalent: Parodist, Sänger, Entertainer. Die Gäste seiner Show, Stars aus TV, Musik und Film brachten reichlich Glanz und Glamour in deutsche Wohnstuben: Mireille Mathieu, Heinz Rühmann, Liselotte Pulver, Karel Gott, Marika Rökk, Anneliese Rothenberger waren ebenso dabei wie Weltstars, etwa Liza Minnelli, Larry Hagman oder Countrylegende Johnny Cash. Duette mit Harald Juhnke brachten einen Hauch Las Vegas nach Deutschland.

Peter Alexander & Harald Juhnke

Gekonnt gaben die beiden die deutschsprachige Variante von Frank Sinatra und Dean Martin, der ein Vorbild von Alexander war und den er mit Freude parodierte. Für viele war Peter Alexander der größte Entertainer des deutschen Fernsehens, auch für seinen damaligen Produzenten Wolfgang Rademann, der ihn kennenlernte, als er ihn in den 60er-Jahren interviewte.

Bis zu 38 Millionen Zuschauer

„Schon damals war allen klar, dass er eines der größten Talente war, die es jemals gab, sowohl als Sänger und Komödiant wie auch als Entertainer und Schauspieler“, sagte der 2016 verstorbene Rademann in einem Interview mit der „Zeit“. Alexanders Frau Hilde, die ihn managte, fragte 1969 bei dem späteren Produzenten von „Die Schwarzwaldklinik“ und „Das Traumschiff“ an, ob er für das ZDF eine Show mit ihrem Mann produzieren wolle.

Die Peter Alexander Show

Rademann ließ sich die Chance nicht entgehen. Es wurde eine der erfolgreichsten TV-Shows aller Zeiten. Bis zu 38 Millionen Zuschauer saßen vor den TV-Geräten, wenn Peter Alexander sang, tanzte und parodierte. Er kam auf sensationelle 79 Prozent Marktanteil, war 1972 laut einer Umfrage unter jungen Leuten beliebter als der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Und bei älteren Zuschauern sowieso.

Heile Welt war für ihn kein Schimpfwort. Obwohl er sich als „Jazzfanatiker“ bezeichnete, sang Peter Alexander Schlagerschnulzen wie „Heidschi Bumbeidschi“ oder „Der letzte Walzer“ mit voller Überzeugung. Seine Mission sei es, Menschen glücklich zu machen, sagte er. Mit seinem jungenhaften Charme und seiner Herzlichkeit gelang ihm das scheinbar mühelos. „Er ist immer menschlich geblieben“, lobt Peter Weck, der 1972 bei dem Film „Hauptsache Ferien“ mit Peter Alexander Regie führte. Und noch etwas ist Weck in Erinnerung geblieben: „Er war ein absoluter Perfektionist.“ Dem ehemaligen Chefredakteur der HÖRZU, Peter Bachér, erklärte Alexander: „Ich habe alles in meinem Leben ernst genommen.“

Der Mann, der Peter Alexander war (2006)

Halbe Sachen gab es bei ihm nicht. Was leicht und beschwingt aussah, war hart erarbeitet. „Wir bedenken jede Kleinigkeit“, erzählte Produzent Wolfgang Rademann, der seinen Star in einen Smoking steckte: „Es muss glitzern, strahlen und voller Lebensfreude sein.“ Das konnte Peter Alexander vermitteln wie kein Zweiter. Schon in der Schule erfreute er Klassenkameraden mit seinen Parodien. Als der 19-Jährige in britische Kriegsgefangenschaft geriet, spielte er Theater und machte Musik. 1946 begann er in Wien ein Medizinstudium, das er aber bald abbrach, weil es ihn auf die Bühne zog.

Die Show war sein Leben. Verlockungen aus den USA widerstand er, weil er seine vertraute Umgebung brauchte: „Das Heim weh hätte mich umgebracht“, sagte er. Aber seine Erfolge waren ja auch im deutschsprachigen Raum unglaublich. Umso erstaunlicher, dass der dreimalige Gewinner der GOLDENEN KAMERA (1970, 1980 und 1984) Versagensängste hatte. Peter Bachér verriet er: „Ich hatte immer Angst vor dem Absturz, auch als ich ganz oben war. Diese Angst war in Wahrheit der Motor meiner Erfolge.“ Eine wesentliche Stütze war seine Frau Hilde, mit der er seit 1952 verheiratet war und die er liebevoll „Schnurrdiburr“ nannte. Liebe und Treue ein Leben lang: Als sie 2003 starb, zerbrach auch Peter Alexander, zog sich bis zu seinem Tod 2011 zurück. In den Herzen seiner Fans blieb er präsent. Bis heute unvergessen.

PETER ALEXANDER: DER GROSSE! SHOW 50 Jahre „Peter Alexander Show“: Die Höhepunkte aus drei Jahrzehnten. 23. Dezember, 20.15 Uhr)