Das "Tatort"-Experiment

Der "Tatort: Das Team" ist angelegt als ein Kammerspiel und wurde an zwei Tagen abgedreht.
Der "Tatort: Das Team" ist angelegt als ein Kammerspiel und wurde an zwei Tagen abgedreht.
Foto: WDR
Ohne Drehbuch, völlig frei improvisiert: Diese Stars machen den „Tatort: Das Team“ zum Ereignis.

Allein die Zahlen sind schon beeindruckend: Im „Tatort: Das Team“ (Mi, 1. Januar, 20.15 Uhr im Ersten) kommen neun TV-Kommissare zum Einsatz. Sieben Stunden lang standen sie dafür vor 36 Kameras: 24 bemannten und zwölf unbemannten. Nur die Handlung und die Rollenprofile waren vorgegeben, ein Drehbuch existierte nicht. Alle Dialoge wurden frei improvisiert.

Tatort-Trailer: Das Team

Das Resultat: 212 Stunden Filmmaterial, das nun für den Neujahrskrimi auf 90 Minuten konzentriert wurde. Klar, dass solch ein Wagnis schiefgehen kann – theoretisch. Doch den Dreh der Superlative verantwortete kein Geringerer als Regisseur Jan Georg Schütte, der jüngst mit der Im pro-Komödie „Klassentreffen“ Aufsehen erregte.

Man darf gespannt sein auf sein mörderisches TV-Experiment, auch wegen des großen Starensembles Die Handlung des mutigen „Tatorts“: Nachdem ein Mörder in Nordrhein-Westfalen vier Kommissare getötet hat, beordert der Polizeipräsident (Jörg Ratjen) sieben Ermittler in ein leer stehendes Tagungshotel.

Gemeinsam sollen sie unter Anleitung von zwei Coaches (Bjarne Mädel, Charly Hübner) eine Strategie entwickeln. Können sie die Mordserie stoppen? Werden sie selbst nach und nach zu Opfern?

Der perfekte Schnitt

„Unser Dreh in einem seit Jahren leer stehenden Siegburger Hotel, das tatsächlich für echte SEK-Einsätze genutzt wird, war mit Abstand der anstrengendste von allen, die ich bisher gemacht habe“, verrät Regisseur Schütte. Grund: Der große Druck, den renommierten „Tatort“-Stars wie Anna Schudt, Friederike Kempter und Jörg Hartmann empfanden, habe sich ebenso auf ihre Rollen übertragen wie die „Not und Verzweiflung“ der anderen Darsteller, denen es genauso um größtmögliche Wahrhaftigkeit ging. Schütte: „Nach dem ersten Drehtag war ich erschöpft und verwirrt, nach dem zweiten wieder glücklich. Da wusste ich: Dieser ‚Tatort‘ wird ein ganz besonderes Stück Fernsehen.“

Doch als alles im Kasten war, ging die Arbeit erst richtig los! „Nach Drehschluss saßen unsere Schnittassistenten alleine fünf Wochen daran, das ganze Material zu sichten und zu sortieren“, erinnert sich Produzentin Sophia Aldenhoven. „Da jeder Ermittler und die beiden Coaches jeweils fünfeinhalb Stunden von 36 Kameras gefilmt worden waren, war es eine Heidenarbeit, einen perfekten Filmschnitt zu kreieren.“ Jan Georg Schütte bilanziert: „Bei der Ausstrahlung wird es einen Aufschrei geben, vielleicht ist der Krimi für einige Zuschauer sogar eine Herausforderung. Aber wer sich so darauf einlässt wie unsere Schauspieler, kann dabei viel Spannendes entdecken.“