"Der Bergdoktor": Winterspecial als Auftakt zur neuen Staffel

"Der Bergdoktor" Winterspecial: Erschöpft bricht Nathalie (Emilia Bernsdorf) in den Armen ihres Vaters Hannes (Simon Böer, l.) zusammen. Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) weiß, dass jetzt höchste Eile geboten ist.
"Der Bergdoktor" Winterspecial: Erschöpft bricht Nathalie (Emilia Bernsdorf) in den Armen ihres Vaters Hannes (Simon Böer, l.) zusammen. Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) weiß, dass jetzt höchste Eile geboten ist.
Foto: ZDF
Als „Der Bergdoktor“ wurde Hans Sigl zum TV-Liebling. Wie macht er das? Ein Blick in neue Folgen der Erfolgsserie

"Der Bergdoktor " Winterspecial: Die dunkle Seite des Lichts“: 2. Januar, 20.15 Uhr, ZDF. Neue Folgen der 13. Staffel gibt es ab 9.1.

Darum geht's in "Die dunkle Seite des Lichts“

Martin Grubers alter Freund Hannes Brandt macht sich Sorgen um seine Tochter Nathalie. Seit dem Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren leidet die 17-Jährige an einer seltenen, extremen Sonnenempfindlichkeit. Ihrer schweren Lichtallergie zum Trotz überrascht sie ihr Freund Tim mit einem romantisch-winterlichen Ausflug, der ein dramatisches Ende nimmt.

Wenn Heimat zum Hit wird

Wenn Dr. Martin Gruber in den ersten Wochen des neuen Jahres mit neuen Folgen und einem Winterspecial wieder seinen Dienst am Wilden Kaiser in Tirol aufnimmt, werden bis zu sieben Millionen Zuschauer dabei sein.Viele, die heute 20 sind, erinnert er an glückliche Kindheit, weil sie ihm jahrelang mit Eltern und Großeltern zuschauten. Viele 40-Jährige finden eine Hauptfigur spannend, die am Ende fast alles richten kann, auch wenn dann noch immer nicht alles geklärt ist. Einige der Älteren genießen einfach die grandiose Alpenkulisse. „Der Bergdoktor“ bietet fast jedem etwas und erreicht so eine breite Zuschauerschaft. Obwohl: „Früher behaupteten die Männer, ihre Frauen würden sie dazu zwingen, den ,Bergdoktor‘ zu schauen“, erinnert sich Hans Sigl lachend.

Eine Ausnahme im krimiverrückten Deutschland: „Am Sonntag schaut man ,Tatort‘, am Donnerstag den ,Bergdoktor‘!“, stellt Sigl im fest. Die Reihe habe das Ansehen des Heimatfilms verändert, findet der Schauspieler. (2019 mit der GOLDENEN KAMERA als beste Heimatserie ausgezeichnet). Früher musste er sich über Kritiken wie „Kuhglockengedöns“ ärgern, heute gibt es viele neue TV-Formate, die dem „Bergdoktor“ nacheifern – und wie etwa die „Bergretter“ erfolgreich unterwegs sind. Ohnehin fand der Österreicher die anfänglichen Diskussionen um das Klischee des Heimatfilms ziemlich deutsch.

"Wir machen Wohlfühlfernsehen, das emotional, intelligent und fachlich hochwertig ist.“ Dahinter steckt viel Arbeit: Im Februar wurde das Winterspecial gedreht, von Juni bis Dezember die 90-Minüter der 13. Staffel. „Mensch und Maschine sind nach112 Drehtagen für eine Staffel am Anschlag“,erklärt der 50-Jährige. Obwohl es die Fans gernhätten, kann das Team gar nicht mehr machen. Zumal „viel Energie und Liebe reingesteckt wird“. In diese Liebe zum Projekt sollte aber bitte nicht gleich wieder etwas Kitschiges hineininterpretiert werden. „Es liegt mir einfach am Herzen, wie es mit Martin Gruber weitergeht. Zudem verändern wir jedes Jahr den Look, damit es für das Publikum spannend bleibt.“

Auch wenn Gaststars wie zuletzt Christian Kohlund kommen und gehen, Kranke behandelt und geheilt werden, die Familie Gruber alle paar Minuten über etwas Neues streitet – eines bleibt verlässlich gleich: Martin, der seinen Patienten so viel Liebe schenkt, ist weiterhin auf der Suche nach der großen Liebe. Der Doktor, „der sich offensichtlich mit Bindungen schwertut, trifft immer neue Frauen, kann sich nicht entscheiden, lässt sich hin und wieder auf Affären ein. Aber die Fans verzeihen ihm das – immerhin plagt ihn regelmäßig das schlechte Gewissen. (s.u.)

"Nichts ist einfach für Martin Gruber"

„Na ja“, sagt Sigl, „er ist ein einsamer Wolf, kein Hallodri im Sinne von einem, der andere mutwillig verletzt oder kränkt. Er will doch nur ankommen und glücklich sein!“ In den neuen Episoden geht es in der Beziehung mit Anne, der präsentesten Frau der vergangenen sechs Jahre, voran. Und trotzdem: „Nichts ist einfach für Martin Gruber.“ Wie gut, dass Dr. Alexander Kahnweiler, Oberarzt im Krankenhaus von Hall, „befreiende Komik“ in die Reihe bringt. „Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, höre ich immer den Spruch, den Mark Keller als Dr. Kahnweiler geprägt hat: ‚Martin, mein einziger Freund‘!“

Aber nicht allein im Fall von Kumpel Kahnweiler kann Martin Gruber treu sein. Seit Jahren fährt er den gleichen alten Mercedes, von Fans „Ranzbimmel“ genannt. Eine Freude für Sigl: „Wenn ich in diesem analogen Auto auf den Beginn des Drehs warte, höre ich zeitenthoben nur das leise Ticken der Uhr. Ich hoffe, sie schenken ihn mir, wenn ich mal aufhöre.“