In "Charlotte Link: Die Entscheidung" werden zwei "Tatort"-Ermittler gejagt

Die zufällige Begegnung zwischen Felix Klare und Jasna Fritz Bauer führt in der Buchverfilmung "Charlotte Link: Die Entscheidung" zur Tragödie.

Es ist nunmehr der 17. Roman der Bestsellerautorin Charlotte Link, der verfilmt wurde. Das ZDF lieferte bereits elf Filme bzw. Mehrteiler, für die ARD ist dies nun der sechste. Erst am 2. Januar lief im Ersten "Charlotte Link: Im Tal des Fuchses". 5,25 Millionen Zuschauer schalteten ein. Die Gleichung, dass eine treue und zahlreiche Leserschaft auch zu entsprechend hoher Einschaltquote führt, geht also auf. Aber kann auch "Charlotte Link: Die Entscheidung" (Donnerstag, 9. Januar, 20.15 Uhr im Ersten, bereits in der ARD-Mediathek) mit brisanten Themen wie Menschenhandel, Zwangsprostitution und Korruption überzeugen?

Darum geht's in "Charlotte Link: Die Entscheidung"

Eigentlich wollte Simon Lemberger (Felix Klare) mit seinen Kindern Weihnachten in Marseille feiern, doch diese möchten die Feiertage lieber bei seiner Ex-Frau in Deutschland verbringen. Allein in Frankreich begegnet er der verwahrlosten Nathalie (Jasna Fritz Bauer). Die Obdachlose wurde bei ihrem Einbruch in eine Ferienwohnung von zwei Männern erwischt. Kurzentschlossen hilft Simon der Frau und nimmt sie bei sich auf. Eine folgenschwere Entscheidung! Denn Nathalies Freund Jerome (Frederick Lau) hat einem, aus Bulgarien entführten Mädchen, zur Flucht verholfen. Jetzt ist ein Mädchenhändlerring nicht nur hinter ihm, sondern auch hinter Nathalie her.

Als Simons neue Freundin Kristina (Theresa Underberg) spontan nach Marseille reist, muss sie dies mit ihrem Leben bezahlen. Die Pariser Kommissarin Rosarde (Jeanette Hain), die den Fall übernommen hat, steht vor einem Rätsel. Zudem scheint ihre Arbeit sabotiert zu werden. Reicht der Einfluss der kriminellen Bande, die auch vor Zwangsprostitution nicht Halt macht, bis in die höchsten Beamtenkreise?

Hintergrund

Die Besetzung kann sich sehen lassen: Felix Klare, der vor allem als Stuttgarter-"Tatort"-Kommissar Sebastian Bootz bekannt ist und Jasna Fritz Bauer, die demnächst als Bremer "Tatort"-Ermittlerin ihren Einstand feiern wird, sind für die Rollen der Gejagten genau richtig besetzt.

Auch Frederick Lau, der gleichermaßen mit Serien ("4 Blocks", GOLDENE KAMERA als Bester deutscher Mehrteiler 2018), TV-Filmen ("Nichts für Feiglinge") und Kinofilmen ("Das perfekte Geheimnis") von sich reden macht, überzeugt hier auch als LKW-fahrender Beschützer.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Eigentlich bietet "Charlotte Link: Die Entscheidung" die besten Voraussetzungen für ein gelungenes TV-Vergnügen: eine spannende Geschichte, die hochkarätig besetzt ist, dazu schöne Drehorte in Frankreich und ein Showdown am Ende.

Und trotzdem zündet der Film nicht so richtig. Er wirkt seltsam verschachtelt. Dies ist ein Problem, das auch schon die Buchvorlage aufweist. Charlotte Link ist dafür bekannt, ihren Charakteren eine besondere psychologische Tiefe zu verleihen. Während ihr das in dem Roman "Im Tal des Fuchses" gelingt, kommt das in dieser Verfilmung zu kurz. Besonders die Bösen bleiben oberflächlich und somit austauschbar. Zudem machen hölzerne Dialoge und zum Teil abgedroschene Phrasen ("Wir werden unsere Tochter nie aufgeben!") den Zugang nicht leichter.