"Ein Dorf wehrt sich": Filmisches Denkmal für Zivilcourage

Beutekunst, braune Brut und bockbeinige Bergbewohner: "Ein Dorf wehrt sich" (Freitag, 10. Januar, 20.15 Uhr, Arte) veranschaulicht den Kampf gegen den Irsinn der Kriegszeit.

Spätestens seit George Clooneys "The Monuments Men" (2014) kennt das österreichische Dorf Altaussee im steirischen Salzkammergut die ganze Welt. "Tannenbach"-Autorin Gabriela Zerhau erzählt die wahre Geschichte der Rettung der Salzmine und Beutekunst aus deutscher Sicht – weniger pompös, dafür authentisch.

Darum geht's in "Ein Dorf wehrt sich"

1945: Wien ist schon verloren, aber im steirischen Salzkammergut im kleinen Ort Altaussee herrschen noch die Nazis. In den Stollen des örtlichen Salzbergwerks lagert ihr Schatz - europäische Beutekunst für das geplante Führermuseum in Linz. Dort arbeitet zwangsweise auch Sepp Rottenbacher (Fritz Karl), ein Mitläufer, der sich am liebsten aus allem raushalten will. Sein Freund Franz (Harald Windisch) ist jedoch aktiv am Widerstand beteiligt.

Heimlich versorgt er mit seiner Frau Elsa (Brigitte Hobmeier) die Deserteure und Partisanen in den Bergen. Erst als Franz erschossen wird und wie ein Hund verscharrt werden soll, wagt Sepp aufzubegehren. Erst Recht, als kurz vor der Kapitulation Gauleiter Eigruber (Philipp Hochmair) die Sprengung der Stollen befiehlt. Nun regt sich bei den Bergarbeitern Widerstand. Sie weigern sich, den Stollen zu sprengen und bewahren so zahllose Kunstwerke vor der Vernichtung.

Hintergrund

Das Depot für Kunstgüter gab es seit 1943. Geschaffen wurde es, um Kunstschätze aus Kirchen und Museen vor Bombenangriffen zu schützen. Dazu kam Raubkunst aus ganz Europa. Etwa 6500 Gemälde lagerten zum Schluss in den Stollen, dazu die so genannte Führerbibliothek. Die Rückgabe der Kunstwerke ist übrigens bis heute nicht abgeschlossen.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

"Ein Dorf wehrt sich" zeigt die Absurdität des Kriegs, fokussiert auf eine Gemeinde. Entstanden ist eine hochkarätig besetzte, fesselnde Geschichtsstunde nach Tatsachen, die dem zivilen Ungehorsam ein filmisches Denkmal setzt. Kurz: ein Loblied auf Zivilcourage.