Nerventhrill im Dortmunder "Tatort: Monster"

Um die Tochter seines Kollegens zu retten, soll Faber Selbstmord begehen. Im "Tatort: Monster" (am Sonntag, 2. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) liegen nicht nur beim Kommissar die Neven blank.

Auch die Psyche des Zuschauers wird stark beansprucht. Denn der "Tatort: Monster" macht seinem Namen alle Ehre. Die Täter dieses Falls sind ausnahmslos schockierende Monster wie Kinderschänder und Menschenhändler. Besonders ein alter Bekannter quält Kommissar Faber. Der Mörder seiner Familie schlägt wieder zu: Markus Graf ist zurück.

Darum geht's im "Tatort: Monster"

Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon) verabschiedet Frau und Tochter Mia, um zu einem Eisatz zu eilen. Doch kaum erreicht er den Tatort, wird er bereits zurückgerufen - ein Mann sei bei ihm Zuhause eingebrochen. Währenddessen untersuchen die Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) den Mord im Einfamilienhaus. Evelyn Kohnai (Luisa­ Céline Gaffron) sitzt blutverschmiert mit einem Skalpell in der Hand vor einem toten Mann. Die Frau leugnet die Tat erst gar nicht. Denn wie sich rausstellt, ist sie Täterin und Opfer zugleich. Der Tote hat zum Missbrauch von Kindern beigetragen und zuvor auch sie vergewaltigt.

Derweil erreicht Pawlak sein Zuhause. Doch seine Frau ist durch eine Überdosis an Drogen besinnungslos und von seiner 5-jährigen Tochter fehlt jede Spur. Faber findet heraus, dass ausgerechnet sein Erzfeind, der Mörder seiner Familie, Markus Graf (Florian Bartholomäi) die kleine Mia entführt hat. Zudem hatte Graf auch Kontakt zu Evelyn. Was verbindet die beiden Fälle?

Mit einem Foto von Mia lockt Graf den Kommissar auf das Hansa-Hochhaus. Dort stellt er seine Bedingung: Er verlangt von Faber sich umzubringen, andernfalls würde Mia an den Höchstbietenden übers Darknet verkauft werden. Dann flieht er. Online können die Ermittler die Livebilder von der verängstigten Mia verfolgen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit bis die Auktion endet.

Hintergrund

Endlich kommt es zum Showdown zwischen Faber und Graf. Was sich schon seit vielen Folgen angebahnt hat, findet nun sein verdientes, hochspannendes Ende. Die beiden lieferten sich schon in den beiden Folgen "Tatort: Auf ewig Dein" und "Tatort: Tollwut" hitzige Wortgefechte. Doch jetzt geht es ans Eingemachte.

Um den Fall zu verstehen, sollte der Zuschauer die Vorgeschichte kennen. Deshalb noch mal zur Erinnerung:

Faber hatte einst den Vater von Graf wegen Kindesmissbrauchs verhaften lassen. Als dieser in der Zelle Selbstmord beging, übte Markus Graf Rache aus und brachte Fabers Frau und Tochter um. Er konnte aus der JVA fliehen.

Jan Harmann sagt zu diesem "Tatort": "Ohne Anlauf sind wir direkt im Fall. Markus Graf kehrt zurück, die Tochter von Jan Pawlak wird entführt, es geht auch um Pädophilie, insgesamt ein harter Stoff ."

Florian Bartholomäi, der den eiskalten und berechnenden Serienkiller Markus Graf spielt, sagt: "Im wirklichen Leben verstehe ich mich mit Jörg Hartmann super, wir haben viel Spaß beim Dreh. Über die letzten Jahre hat sich die Geschichte des Dauerbösewichtes Markus Graf weiterentwickelt. Ich freue mich, jetzt wieder dabei zu sein. Die Szenen zwischen Graf und Faber, wo die beiden sich in einer Art intellektuellem Florettfechten gegenüberstehen, mag ich unheimlich gerne. Und diesmal kommt noch Action dazu."

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Dieser Fall beginnt rasant, verworren und hoch dramatisch. Die Spannung steigert sich und wird bis zu letzten Sekunde gehalten.

Obwohl sehr viele Aspekte gleichzeitig beleuchtet werden (Fabers Geschichte, Pawlaks Privatleben, die Fage, wie weit man für jemand anderen gehen würde, die zu lasche Strafverfolgung bei Kindesmissbrauch usw.) wirkt der Fall nicht überfrachtet, sondern stringent und in sich schlüssig. Gezeigt wird ein raffiniertes Katz- und Maussspiel, das aber teilweise auch hart die Parallelwelt von Kinderhandel thematisiert, was besonders für Eltern von kleinen Kindern unerträglich zu sehen und nur schwer auszuhalten sein dürfte. Doch die realen Beispiele wie in Lüdge und Bergisch Gladbach zeigen, dass der Fall gar nicht so weit von der Realität weg ist und keiner wegschauen sollte.

Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Inszenierung, die sich mit ruhigen und actiongeladenen Bildern abwechselt. In der Stille sind viele Worte nur schwer verdaulich, dann lenken einen Hochhausstunts und Schießereien wieder ab. Kurzum: Hier stimmt einfach alles.