Henry Hübchen: "Das Glück des Alters? Gelassenheit!"

Einsam, eigenwillig, empathisch: Henry Hübchen ermittelt in dem Krimi "Tage des letzten Schnees" als ungewöhnlicher Kommissar. Ein Interview über Schicksal, Zufälle und schwarze Katzen.

Was ist das Bindeglied zwischen dem Unfalltod eines kleinen Mädchens und dem brutalen Mord an einer Kunststudentin? Diese Frage gibt Henry Hübchen als Kommissar in "Tage des letzten Schnees" (Montag, 3. Februar, 20.15 Uhr im ZDF) Rätsel auf.

Darum geht's in "Tage des letzten Schnees"

Bei einem Autounfall stirbt die elfjährige Anna. Hinterm Steuer: ihr Vater Lars Eckert (Barnaby Metschurat). Der Mann pocht auf seine Unschuld, Kommissar Johannes Fischer (Henry Hübchen) untersucht Annas Tod dennoch.

Und noch ein zweiter Fall beschäftigt den Polizisten in "Tage des letzten Schnees": Auf einer Parkbank wurde die Kunststudentin Lisa (Mercedes Müller) erschossen aufgefunden. Ist ihr Liebhaber Selling (Bjarne Mädel), der mit ihr ein Doppelleben führte, ein Mörder? Und was verbindet die beiden Tragödien?

GOLDENE KAMERA traf den 72-jährigen Hauptdarsteller Henry Hübchen zu einem Gespräch, in dem es nicht nur um diesen außergewöhnlichen Film ging.

Interview mit Henry Hübchen

GOLDENE KAMERA: Herr Hübchen, in "Tage des letzten Schnees" geht es um einen tödlichen Unfall, Fahrerflucht, Mord und Verstrickungen – sowie um einen Kommissar, der Licht ins Dunkel bringen will. Wie "tickt" Ihre Figur?

Henry Hübchen: Johannes Fischer hat seine große Liebe verloren, ist oft einsam und voller Empathie. Aus einer Art Melancholie heraus kümmert er sich manchmal seelsorgerisch um Menschen, die für die Aufklärung eines Verbrechens wichtig sind.

Was hat Sie an diesem Krimi gereizt?

Die Tatsache, dass es kein normaler Krimi ist, sondern ein Schicksalsdrama mit polizeilichen Ermittlungen. Beziehungsweise eine Tragödie, in der die Hauptfiguren ihrem Schicksal nicht entrinnen können: "Tage des letzten Schnees" zeigt, wie unglaublich schnell ein kurzer Moment ein ganzes Leben verändern kann. Und die Frage, die sich anschließend stellt, lautet: Was macht man jetzt mit seinem Schicksal?

Wovon werden wir stärker beeinflusst, vom Schicksal oder vom Zufall?

Dass wir auf der Welt sind zum Beispiel ist ein Zufall, der alle Menschen miteinander verbindet. Und obwohl wir uns nicht dafür entschieden haben, geboren zu werden, können wir doch unser Schicksal beeinflussen, trotz weiterer zufälliger Ereignisse. Ich glaube nicht an ein vorbestimmtes Schicksal, der Mensch kann sich nicht aus dem Leben heraushalten.

Woran glauben Sie?