Mehr Sex als je zuvor im "Tatort: Ich hab im Traum geweinet"

So viel Sex gab es im Sonntagabendkrimi noch nie: Im "Tatort: Ich hab im Traum geweinet" (23. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) fallen zur Karnevalszeit sämtliche Hemmungen.

Der Kommissar schläft mit seiner Kollegin, geht dann zu einer Prostituierten. Die Ex-Hure Romy versucht ihre Vergangenheit zu verdrängen, genießt es dann aber noch mal mit einem ehemaligen Freier Sex zu haben. Und immer wieder wird der intime Akt mit Gewalt unterbrochen - Schläge als erotisches Spiel. An diesem Sonntagabend geht der "Tatort" neue Wege.

Darum geht's im "Tatort: Ich hab im Traum geweinet"

Was im Karneval passiert, bleibt im Karneval. Der ganze Schwarzwald ist im Ausnahmezustand - und der überträgt sich auch auf die Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner). Gemeinsam durchzechen sie die Nacht und landen schließlich miteinander im Bett.

Währenddessen feiern die Krankenschwester Romy Schindler (Darja Mahotkin), ihr sechsjähriger Sohn Jonas (Lukas Konstantin Rose) und ihr Freund, der Arzt David Hans (Andrei Viorel Tacu) die fünfte Jahreszeit. Als Romy im Spaß angegriffen wird, verpasst es David sie zu verteidigen.

Am nächsten Tag bei ihrer Arbeit in der Schönheitsklinik wird bei den beiden ein alter Bekannter vorstellig: Philipp Kiehl (Andreas Döhler) bringt seine Frau Elena (Bibiana Beglau) zum Lifting. Bevor Romy in den Schwarzwald zog, um als Krankenschwester zu arbeiten, verdiente sie in Karlsruhe ihr Geld als Prostituierte. Philipp war ein ehemaliger Freier von ihr. Gemeinsam genossen sie es, im Bett auch Schläge auszuteilen. Im Krankenhaus macht Philipp Romy eindeutige Avancen. Schließlich lässt sie sich überreden und besucht ihn in seinem Hotelzimmer. Am nächsten Morgen wird Philipp erschlagen aufgefunden.

Hintergrund

Die schwäbisch-alemannische Fasnet unterscheidet sich maßgeblich von den anderen Fasnachtsbräuche in Deutschland. Die Narren beginnen bereits im Januar sich zu treffen. Es werden oft jedes Jahr dieselben Masken, die meist aus Holz gefertigt sind, getragen und diese sogar teilweise über Generationen weiter vererbt. Der Höhepunkt der fünften Jahreszeit findet im Schwarzwald am 'schmotziger Dunnschtig', dem Donnerstag vor Fastnacht statt. Rathäuser werden gestürmt, Schüler aus den Schulen befreit.

Die Dreharbeiten fanden u. a. in der Fasnacht 2019 in Elzach statt. Der Schuttige, von dem der Kommissar angegriffen wird, ist eine für den Ort typische Figur. Er trägt einen großen Strohhut mit Schneckenhäusern und einen roten Umhang. Dazu gehört als Schlaginstrument ein Hagenschwanz (gedörrter Ochsenpenis) mit Saublodere (Schweinsblase). Der Verkleidete darf sein wahres Gesicht nie zeigen, die Larve (Maske) kann er nur im Schuttigzimmern (Zimmer in verschiedenen Lokalitäten, zu denen nur er Zugang hat) abnehmen.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Bevor der erste Tote in der 38. Minute auftaucht, hat der Zuschauer schon drei intensive Sexszenen und so gut wie gar nichts von den Kommissaren gesehen. Sprich dieser Fall erinnert kaum an einen "Tatort". Einerseits ist es bewundernswert, dass der Sonntagabendkrimi sich was Neues traut und auch den Kommissaren einen interessanten, neuen Anstrich verleiht. Doch andererseits wird hier so stark experimentiert, u.a. mit Sprachgesängen und Gewalt, dass es den Zuschauer sehr herausfordert. Vieles ist verstörend - Spannung wird kaum aufgebaut. Der Fokus liegt aus den verzweifelten Charakteren,den trostlosen Seelen und den verschiedenen Versuchen die Einsamkeit zu betäuben. Der Mordfall wird dabei zur Nebensache. Ein schräger Tatort, der den Zuschauer auch ratlos zurücklässt.