Anna Schudt geht auf "Eine harte Tour"

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Auf dem Weg zu sich selbst: Im TV-Drama „Eine harte Tour“ wird für Anna Schudt eine Wanderung mit Freunden zum Seelenstrip.

Clemens ist tot. Seine Freunde können es nicht fassen. Ausgerechnet Clemens! Hatte er doch in der 20 Jahre jüngeren Alexa gerade seinen Jungbrunnen gefunden. Von der Ex geschieden und direkt neu verliebt: Mit Anfang 50 war er glücklich wie lange nicht mehr. Nun hinterlässt er bei allen eine große Lücke. Jahrzehntelang ein Herz und eine Seele, und dann ist der beste Freund plötzlich nicht mehr da: Das Drama „Eine harte Tour“ (Mi, 26. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) zeigt, wie drei Paare diesen Schock verarbeiten. In Gedenken an Clemens planen sie eine Wanderung durch die Berge. Doch wer soll sie begleiten: Clemens’ Exfrau Corinna (Juliane Köhler) oder seine neue Liebe?

Trennung im Freundeskreis ein GAU

"Wenn ein Paar im Freundeskreis sich trennt, ist das ein GAU“, weiß Regisseurin Isabel Kleefeld. „Sobald man sich auf eine Seite schlägt, ist man automatisch gegen den anderen.“ Alexa nimmt ihnen die Entscheidung ab – und schließt sich ungefragt der Tour an. Die junge Frau sorgt für Diskussionsstoff unter den Freunden. „Ihre Jugend ist für die Gruppe das personifizierte Mahnmal der eigenen Endlichkeit“, so Kleefeld. Nach und nach wird sich jeder Einzelne seiner Vergänglichkeit bewusst. Der unerwartete Tod des gleichaltrigen Freundes und die Anwesenheit der agilen Alexa bringen sie zum Nachdenken.

„Plötzlich überlegen alle, ob das Leben so, wie sie es gewählt haben, richtig ist“, sagt Anna Schudt im Interview. Unsere GOLDENE KAMERA Preisträgerin von 2019 spielt Ulrike, die seit dem Studium mit Clemens befreundet war. „In jungen Jahren fühlt man sich unsterblich“, so Schudt. „Erst mit Mitte 40 realisierst du plötzlich, dass deine Zeit begrenzt ist.“ In bissigen und verletzenden Wortgefechten beginnen die Freunde, ihr Leben zu hinterfragen. Affären, Sexprobleme, Vertrauensbrüche: Die entwaffnenden Gespräche stellen Beziehungen und Freundschaften auf eine harte Probe.

Auf dem Gipfel des Lebens

Kulisse für die zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen ist die Gemeinde Innichen in Südtirol. Mehr als die Hälfte der 23 Drehtage verbrachte das Team vor dem eindrucksvollen Alpenpanorama. Das Bergszenario soll den Verlauf des Lebens widerspiegeln, betont Regisseurin Isabel Kleefeld. „Der Film spielt auf dem Gipfel, dem Höhepunkt des Lebens, oder kurz danach. Von nun an geht es bergab.

Und beim Abstieg passiert es, dass dir der Tod zu früh Freunde raubt, die du liebst.“ Was nimmt Anna Schudt selbst aus diesem Film mit, der jeden in der Lebensmitte angeht? „Eine Erkenntnis hat sich bei mir erneuert“, so die 45­Jährige. „Freunde sind das, was wirklich zählt. Wer eine Handvoll von ihnen hat, die bleiben, kann sich glücklich schätzen.“

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Der unterhaltsame Psychotrip von Isabel Kleefeld lebt vom starken Ensemble und ist mit einem Augenzwinkern inszeniert.