Verlorene Jugendliche im "Tatort: Leonessa"

Saufen, Sex und Zukunftsängste : Der "Tatort: Leonessa" (Sonntag, 8. März, 20.15 Uhr im Ersten) zeigt Teenager, die aufgegeben haben.

Der 71. Odenthal-Fall ist ein kritisches Sozialdrama, das Menschen in einem Problemviertel darstellt.

Die Entstehung des "Tatort: Leonessa" wurde von der Dokumentation "7 Tage" begleitet und kann in der ARD-Mediathek gesichtet werden.

Tatort-Dreh in Ludwigshafen "Leonessa"

Darum geht's im "Tatort: Leonessa"

Oggersheim in Ludwigshafen: In einer Hochhaussiedlung sind Armut, Alkohol und Existenzängste allgegenwärtig. Viele teilen ihren Kummer mit dem Kneipier Hans, der sich wie ein Sheriff auch mal mit Gewalt für seine Kunden einsetzt. Plötzlich wird er an einem Morgen hinter seinem Tresen erschossen. Der junge Samir (Mohamed Issa), der ihn findet, gerät sofort in Panik.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) werden misstrauisch als sie erfahren, dass Samir erstaunlich lange gebraucht hat, um die Polizei zu verständigen. Was hat er zu verheimlichen? Sie nehmen ihn und seine beiden Freunde Vanessa (Lena Urzendowsky) und Leon (Michelangelo Fortuzzi) genauer unter die Lupe. Dabei entdecken sie, dass die Jugendlichen ihr Geld durchs Anschaffen verdienen. Der Kneipenwirt scheint über diese Machenschaften bestens informiert gewesen zu sein.

Hintergrund

Mohamed Issa hat mit seinen 22 Jahren schon in zig Formaten mitgespielt: als Jamal Bakkoush in "Der Lindenstraße", als Rahim in der Netflix-Serie "Wir sind die Welle", im Kinofilm "Wir waren Könige", in den Netflix-Serien "Beat" und "Dogs of Berlin". Demnächst wird er neben Iris Berben in "Nicht tot zu kriegen" und ab dem 1. Oktober in der Sönke Wortmanns Komödie "Contra" zu sehen sein.

Lena Urzendowsky blickt mit ihren gerade mal 20 Jahren auch auf eine beträchtliche Karriere zurück. 2016 übernahm sie die Hauptrolle in dem Fernsehfilm "Das weiße Kaninchen", für den sie den Grimme-Preis und den Günter-Strack-Fernsehpreis erhielt. Auch für den TV-Film "Der große Rudolph" wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der Film "Kokon", in dem sie ebenfalls den Hauptpart spielt, war dieses Jahr der Eröffnungsfilm auf der Berlinale und startet am 30. April in den Kinos.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Lena Urzendowsky zeigt erneut ihre erstaunliche Bandbreite ihres schauspielerischen Talents. Und auch ihre beiden jungen Kollegen Mohamed Issa und Michelangelo Fortuzzi glänzen als desillusionierte und von der Welt enttäuschte Jugendliche. Kalte Farben, kalte Herzen und viel kalte Momente - dieser Fall bedrückt und macht tieftraurig angesichts der ausweglosen Situation der Jugendlichen. Insgesamt wird hier eher ein gesellschaftskritisches Sozialdrama gezeigt - die Suche nach dem Täter ist bei so viel Elend fast schon Nebensache.