Senta Berger: "Mein Rauswurf von der Schauspielschule war der erste Schritt"

Senta Berger über ihren letzen Fall "Unter Verdacht"

Beschreibung anzeigen
Senta Berger ermittelt zum letzten Mal in „Unter Verdacht“ (Samstag, 28. März, 20.15 Uhr, ZDF). Ein exklusives Interview über Hollywood, Gagen, Männer, Höhepunkte, Sackgassen und Zukunftsprojekte.

Michael Douglas war in sie verliebt. Charlton Heston machte ihr Avancen. Und Lex Barker wollte sie sogar heiraten. Ja, Senta Berger (78) hat nicht nur Deutschland, sondern auch Hollywood verzaubert. Jetzt ermittelt die gebürtige Wienerin zum letzten Mal in "Unter Verdacht: Evas letzter Gang". Wir trafen sie zum Exklusiv-Interview.

Senta Berger im Interview

GOLDENE KAMERA: Frau Berger, mit „Evas letzter Gang“ endet Ihre ZDF-Erfolgsreihe „Unter Verdacht“, die seit 2003 Millionen von Zuschauern begeisterte. War es Ihre Entscheidung, Schluss zu machen und warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Senta Berger: Das Schöne an dieser Entscheidung ist, dass sie von uns kommt - also vom inneren Kern dieser Arbeit. Vielleicht war ich die führende Kraft. Ich glaube, ich habe als Erste ausgesprochen, dass man nach 20 Jahren merkt, dass ich als Senta älter bin als Eva Prohacek und demnach schon längst in Rente hätte gehen müssen. Denn, wenn man verbeamtet ist, ist mit 65 Schluss. Es geht also um die Glaubwürdigkeit der Figur und um die Glaubwürdigkeit unserer Geschichten. Deshalb ist es die richtige Entscheidung, und es tut mir gut, dass wir in diesem Moment aufhören, wo wir noch so positiv und lebendig im Gedächtnis des Publikums sind und dass uns diese Entscheidung nicht von der Redaktion oder dem Sender getroffen wurde.

Ab welchem Punkt in Ihrem Leben haben Sie gewusst, dass Sie Schauspielerin werden wollten?

Senta Berger: Eigentlich schon mit sechs. Aber ich habe sehr lange geschwankt zwischen der Vorstellung, Tänzerin oder Schauspielerin zu werden – und wäre am liebsten beides geworden. Rückblickend war das kindlicher Übermut. Doch während meiner sehr strengen Ausbildung zur Tänzerin an der Akademie für Darstellende Kunst in Wien, sagte mir eine meiner Lehrerinnen, dass ich nicht den idealen, langgezogenen Oberkörper einer Tänzerin hätte, und dass mir auch der Schwanenhals fehlte. Ich sei eher ein kräftiger, kleiner, athletischer Typ. Daraufhin habe ich hingeschmissen, und die Aufnahmeprüfung am Reinhardt Seminar gemacht. Und von dem Moment an war es entschieden, dass ich Schauspielerin werden wollte.

Doch angeblich Sie von der Schauspielschule geflogen, nachdem Sie eine winzige Rolle im amerikanischen Film „The Journey“ mit Yul Brynner und Deborah Kerr gespielt haben - weil Ihnen der Direktor dafür die Erlaubnis verweigerte. Was haben Sie daraus gelernt?

Senta Berger: Yul Brynner war damals einer der aller-allergrößten Stars in Amerika und auch ein faszinierender Mann. Dieses Angebot konnte ich einfach