Skrupelloser Geheimbund im "Tatort: Das perfekte Verbrechen"

Nach einem wahren Fall: Karow und Rubin versuchen "Das perfekte Verbrechen" (Sonntag, 15. März, 20.15 Uhr im Ersten) zu klären. Tötet ein elitärer Geheimbund aus Überheblichkeit?

Schon Ryan Gosling versuchte Anthony Hopkins "das perfekte Verbrechen" im gleichnamigen Film nachzuweisen. Genauso spannend wird es, wenn Rubin und Karow einer Horde überheblicher Juristen in spe das Handwerk legen wollen. Und das besonders Gruselige an diesem Fall: Einen ähnlichen Mord hat es tatsächlich gegeben!

"Tatort: Das perfekte Verbrechen" -Trailer

Darum geht's im "Tatort: Das perfekte Verbrechen"

Am helllichten Tag um Punkt 12 Uhr bricht mitten auf dem belebten Gendarmenmarkt die Chinesin Mina (Yun Huang) zusammen. Ihre Freundin Luise (Paula Kroh) nimmt sie fassungslos in den Arm, aus Minas Hinterkopf strömt Blut. Sie wurde inmitten der Menschenmasse einfach erschossen. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) stehen vor einem Rätsel: Wurde das Opfer zufällig ausgewählt oder handelte es sich um einen gezielten Anschlag?

Als die Kommissare die Tat nachstellen, entdecken sie, dass der Schuss aus dem Gebäude der "Berlin School of Law" gekommen sein muss. An dieser Schule studiert auch Luises Freund Benjamin (Anton von Lucke), der jüngst einen Vortrag über "Das perfekte Verbrechen" gehalten hat. Als Fallbeispiel erwähnte er den Marta Russo-Mord, der ohne Motiv auf einem belebten Platz in Italien geschah und bis heute nicht restlos aufgeklärt ist.

Benjamin stammt aus einfachen Verhältnissen und kann nur dank eines Stipendiums die teure Privatuni besuchen. Der sehr intelligente Junge hat es zudem geschafft, als einziger Student des Jahrgangs in einen exklusiven Geheimclub aufgenommen zu werden. Zu den Mitgliedern gehören u.a. Bundestagsabgeordnete und EU-Politiker. Mit seinen Kommilitonen Wolfram Liere (Max Krause), Friedrich Herrmann Falkenstein (Lukas Walcher), Ansgar Godlewsky (Johannes Scheidweiler) und Theodor Quembach (Franz Pätzold) darf er deswegen in der Villa des Prof. Richard Liere (Peter Kurth) wohnen.

Über das neue exklusive Netzwerk hat er einen begehrten Traineeplatz bei einer New Yorker Bank ergattert. Als Rubin und Karow die Tatwaffe finden, entdecken sie, das diese aus der Villa stammt. Doch der Täter scheint dieses Indiz der Polizei absichtlich zugespielt zu haben.

Hintergrund

Schon der Kölner "Tatort: Mördergrube" mit Ballauf und Schenk hat den realen Fall der italienischen Jurastudentin Marta Russo als Vorlage genommen. Russo wurde 1997 in Rom im Innenhof ihrer Fakultät neben einer Freundin erschossen. Auch hier kam der Schuss aus einem Fenster des Instituts. Verurteilt wegen fahrlässiger Tötung aufgrund von Indizienbeweisen wurden zwei Dozenten, die wohl ein "perfektes Verbrechen" demonstrieren wollten. Die Waffe wurde nie gefunden und auch zu ihren Motiven haben sich die zwei Täter nie geäußert. Aber in einem Vortrag referierten sie zuvor: "Es ist unmöglich, einen Mord aufzuklären, wenn der Täter kein Motiv hat, und wenn die Tatwaffe nie gefunden wird." Einer der beiden unterrichtet heute Psychologie an einem römischen Gymnasium.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Nachdem die "Tatort"-Saison zuletzt eher durchwachsen war, nimmt dieser Fall endlich mal wieder Spannung auf. Die Tatsache, dass es einen ähnlichen Mordfall wirklich gegeben hat, verleiht dem "Perfekten Verbrechen" zusätzlichen Nervenkitzel. Die Machtlosigkeit der Polizei gegenüber dem elitären, skrupellosen Zirkel stößt bisweilen bitter auf. Sympathisch, dass die Kommissare Karow und Rubin sich davon nicht einschüchtern lassen, sondern sich stattdessen ein spannendes Duell mit den überheblichen Anwälten und deren Sprößlingen liefern. Die Frage, ob der oder die Täter ungestraft davonkommen, fesselt ebenso wie die Auflösung am Ende.