"Unsere wunderbaren Jahre": Aufbruch in die Freiheit

Der Dreiteiler "Unsere wunderbaren Jahre" (Mittwoch, 18. März, 20.15 Uhr, Das Erste) zeigt eindrucksvoll, wie eine neue Währung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Hoffnung ins Land brachte.

Die Läden: leer. Das Geld: wertlos. Die Bürger: verzweifelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg liegt Deutschland wirtschaftlich am Boden. Den Alltag prägt der Handel auf dem Schwarzmarkt. Kartoffeln? Nur im Tausch gegen Porzellan! Dann führen die Alliierten am 20. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen, der sogenannten „Trizone“, die Deutsche Mark ein.

Über Nacht füllen sich die Schaufenster. Vor den Banken drängen sich Menschen, um ihre 40 Mark „Kopfgeld“ abzuholen. Die Währungsreform eröffnet in Westdeutschland neue Perspektiven. Aber wie geht man mit der plötzlichen Freiheit um? Wie weit reichen die Schatten der Vergangenheit? Die Verfilmung von Peter Pranges Bestseller „Unsere wunderbaren Jahre“ nimmt sich dieser Frage an.

Darum geht's in "Unsere wunderbaren Jahre"

Im Zentrum der stark besetzten Miniserie stehen die Töchter des Fabrikantenehepaars Wolf (Katja Riemann und Thomas Sarbacher): Die schüchterne Gundel (Vanessa Loibl) träumt davon, die Metallfabrik des Vaters zu übernehmen, Ulla (Elisa Schlott) kämpft leidenschaftlich für ihr Medizinstudium, die älteste Schwester Margot (Anna Maria Mühe) sorgt sich um ihren Gatten, einen verwundeten SS-Mann, der aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt.

Drei Charaktere, die unterschiedliche politische Ansichten haben und doch im Kern den gleichen Wunsch hegen: in eine sorgenfreie Zukunft zu starten. Gerade die Sicht der jungen Leute interessiert den Produzenten Benjamin Benedict: „Wir wollten von einer Generation berichten, die, sofern sie den Krieg überlebt hat, vor der Frage steht, was sie aus dieser entsetzlichen und schuldhaften Erfahrung heraus mit dem Leben anfängt.“

Margot fällt der Aufbruch in die neue Ära schwer. Während ihre Schwestern Pläne schmieden, kann sich die junge Mutter nicht vom rechten Gedankengut lösen. „Für mich liegt ihre größte Schwäche in ihrer politischen Haltung“, sagt Anna Maria Mühe gegenüber GOLDENE KAMERA. „Ich kann sie dafür aber nicht verurteilen. Sie ist so aufgewachsen, kennt nichts anderes. Umso schöner, wenn es ihren Schwestern gelingt, sich diesen Ansichten entgegenzustellen.“