Zwei gewissenhafte Bad-Cops in „Das Gesetz sind wir“

„Es ist ein schwarzhumoriger Krimi“, sagt Hauptdarstellerin Julia Koschitz. Als Bremer Streifenpolizistin mischt sie zusammen mit Aljoscha Stadelmann einen kriminellen Clan auf.

Wer als Streifenpolizist in einer deutschen Großstadt im Einsatz ist, dürfte wohl nur selten davon schwärmen, seinen Traumjob für immer gefunden zu haben. Über die eher maue Bezahlung, mangelnde Wertschätzung der Bürger und die hohe Wahrscheinlichkeit, im Dienst ein Opfer von Gewalt zu werden, klagen unsere Freunde und Helfer in Uniform schon seit einigen Jahren. Doch viel ändert sich nicht. Im Gegenteil: Der Job wird immer härter.

In Berlin wurden im letzten Jahr im Schnitt 19 Polizisten pro Tag Opfer einer Gewalttat. „Zudem werden meine Kolleginnen und Kollegen immer wieder beleidigt, bedroht und beschimpft, unfassbar", so die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn dann auch noch Mitglieder von kriminellen Clans meinen, die Gesetze würden für sie nicht gelten und sie können sich gegenüber der Polizei einfach alles erlauben, dann brennen selbst den eher gemütlichen Kollegen die Sicherungen durch. So auch bei Maja Witt (Julia Koschitz) und Klaus Burck (Aljoscha Stadelmann), die im Bremer Bahnhofsviertel auf Streife gehen und ihren Job eigentlich ganz gern machen.

Mit viel trockenem Humor erzählt Regisseur Markus Imboden in seiner Krimikomödie „Das Gesetz sind wir“ (Mi, 25. März, 20.15 Uhr im ZDF und in der Mediathek), wie die zwei sympathischen „Bad-Cops“ ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Die Ermahnung ihres Dienststellenleiters, „Die dürfen das, wir nicht - denn wir sind nämlich die Guten“, nehmen sich Witt und Burck nur zum Teil zu Herzen. Was erlaubt ist und was nicht, entscheidet eben nicht immer der Gesetzgeber.

Trailer: "Das Gesetz sind wir"

Darum geht’s in „Das Gesetz sind wir“

Maja Witt (Julia Koschitz) und Klaus Burck (Aljoscha Stadelmann) sind Polizisten in der Hansestadt Bremen und schon seit ein paar Jahren als Team unterwegs. Sie schätzen und vertrauen sich, sind aber privat kein Paar. Ihr Berufsalltag besteht im Wesentlichen aus Verhaftungen wegen Drogenhandel und Körperverletzung. Witt und Burck haben sich daran gewöhnt, dass viele von den Jungs, die sie verhaften, am nächsten Tag wieder auf freiem Fuß sind.

Eine besonders dreiste und provokante Aktion bringt das Fass schließlich zum Überlaufen. Maja und Klaus schmieden einen cleveren Plan, um einen kriminellen Clan mit dessen eigenen Mitteln zu schlagen. Doch der Clan-Chef und seine eher schlichten Handlanger wissen sich zu wehren.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Die Chemie zwischen der Österreicherin Julia Koschitz (45) und dem in Kassel aufgewachsenen Aljoscha Stadelmann scheint zu stimmen. Im eher absurden Harz-Krimi „Ein harter Brocken“ waren sie schon zweimal gemeinsam zu sehen. Dass die Zusammenarbeit im Harz nicht von Dauer sein würde, stand allerdings schnell fest. Koschitz wurde in ihrer Rolle als Bankräuberin von Dorfpolizist Koops (Stadelmann) überführt.

In „Das Gesetz sind wir“ agiert das Duo sehr viel näher an der Realität und beide Schauspieler scheinen sich dabei deutlich wohler zu fühlen. Ob die zwei Bremer Bullen weiter gemeinsam auf Streife gehen, ist nicht auszuschließen. Bei den Kritikern kam „Das Gesetz sind wir“ jedenfalls gut an: Die ZDF-Produktion gewann den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2020. Als bester Nebendarsteller wurde übrigens Aljoscha Stadelmanns Vater Heiner für seine Rolle als demenzkranker Papa Horst ausgezeichnet.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Ein Hauch von „Bad Lieutenant“ in Bremen, nur haben diese beiden cleveren Cops ein reines Gewissen. Kurzweilige Robin-Hood-Krimi-Komöde, die auch überraschend ernst werden kann.