"Tatort: Die Guten und die Bösen": Hannelore Elsners letzter vollendeter Film

Der "Tatort: Die Guten und die Bösen" (Sonntag, 19. April, 20.15 Uhr im Ersten) ist Hannelore Elsners letzte vollendete Fernseharbeit.

Fast pünktlich zum Todestag der am 21. April 2019 verstorbenen Hannelore Elsner zeigt das Erste sie in ihrer vorletzten Rolle: Im "Tatort: Die Guten und die Bösen" spielt Hannelore Elsner eine Kommissarin im Ruhestand, die nicht mit ihren ungelösten Fällen abschließen kann.

Darum geht's im "Tatort: Die Guten und die Bösen"

Im Frankfurter Polizeirevier herrscht Ausnahmezustand. Die Büros sind geschlossen, überall tropft Wasser. Der Brandschutz hat die Beamten ausquartiert, aber die Ersatz-Container stehen noch nicht bereit. Das nehmen die Kommissare Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) zum Anlass, mit Fanny (Zazie de Paris) eine feuchtfröhliche Abrissparty zu feiern.

Mit einem gewaltigen Kater werden die beiden am nächsten Morgen von ihrem Kollegen Ansgar Matzerath (Peter Lohmeyer) geweckt. Es gibt einen Toten.

Gemeinsam fahren sie zu einer alten Hütte. Dort finden sie einen leblosen, gefesselten, nackten Mann mit einer Plastiktüte auf dem Kopf. Der Fall ist schnell geklärt: Noch am Tatort gibt sich der Kollege Matzerath als Täter zu erkennen. Sein Motiv ist eindeutig: Der Tote hat sieben Jahre zuvor Matzeraths Frau vergewaltigt und fünf Tage lang gefangen gehalten.

Damals leitete die inzwischen pensionierte Kommissarin Elsa Bronski (Hannelore Elsner) die Ermittlungen. Sie kann sich noch sehr gut an den Fall erinnern. Es macht ihr noch immer zu schaffen, den Vergewaltiger nie geschnappt zu haben. Auch jetzt besucht Bronski noch regelmäßig das Kommissariat, um in alten Akten zu stöbern.

Während Brix und Janneke ihren Kollegen Matzerath zwischen Farbkübeln und Wasserpfützen befragen, stellt sich ihnen die Frage nach dem Sinn ihrer Arbeit. Am liebsten würden sie Matzerath einfach laufen lassen, doch der möchte für seine Tat hart bestraft werden.

Hannelore Elsners letzter vollendeter Film

Die Dreharbeiten des "Tatort: Die Guten und die Bösen" fanden, nur wenige Tage vor Hannelore Elsners Tod, vom 5. März bis zum 3. April 2019 statt. Damals war die Schauspielerin schon geschwächt und durfte sich zwischenzeitlich in einem extra für sie bereitgestellten Bett ausruhen. Sie verstarb im Alter von 76 Jahren an den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung.

Elsner kennen die Zuschauer bereits als Frankfurter Kommissarin: Sie spielte von 1994 bis 2006 die Lea Sommer in der Krimi-Reihe "Die Kommissarin". Ihre letzte Rolle, die sie nicht mehr beenden konnte, war die einer krebskranken Mutter in "Lang lebe die Königin" (am Mittwoch, 29. April, 20.15 Uhr im Ersten).

In diesem "Tatort" stand sie am häufigsten mit Schauspieler Isaak Dentler, der den Beamten Jonas spielt, vor der Kamera. Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit Elsner lief, sagt er: "Sehr intensiv, ich habe selten so jemand getroffen, der so konsequent die Komplexität seiner Figur durchdringen möchte und dabei das Zusammenspiel vor der Kamera mit den Spielpartnern und hinter der Kamera mit dem ganzen Set an oberste Stelle stellt. Und das irgendwie sinnlich!"

Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden in der ehemaligen Zentrale des Versandhändlers Neckermann im Frankfurter Stadtteil Fechenheim statt. Um dort das ausgemusterte Polizeipräsidium darzustellen, musste die Crew die zum Teil 250 Meter langen Flure mit einem Golfcart zurücklegen.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Noch ein einziges Mal Hannelore Elsner sehen - das dürfte Grund genug sein, den "Tatort" diese Woche einzuschalten. Nur leider spielt die Grande Dame des deutschen Fernsehens in ihrem letzten vollendeten Film eher eine untergeordnete Rolle.

Nichts desto trotz glänzen die hervorragenden Schauspieler - allen voran natürlich Hannelore Elsner mit ihrer Leistung. Sie schaffen es, die zum Teil langatmigen Diskussionen und die Melancholie überzeugend rüberzubringen. Die gelungene Bildsprache verleiht dem hintergründigem Krimi das gewisse Etwas. Zuschauer, die einen Faible für ethische Fragen haben, dürfte, der Fall gefallen. Menschen, die aber auf eine klassische Sonntagabend-Krimiunterhaltung hoffen, könnten hingegen enttäuscht sein.