Exklusive Umfrage: Wer ist die beste TV-Ermittlerin?

Mit Erfahrung zum Erfolg: In unserer großen Exklusiv-Umfrage siegt überraschend die dienstälteste Fahnderin. Klickt euch die Galerie mit dem Top-25-Ranking.

Die Zeiten, in denen deutsche TV-Kommissarinnen im Kostümchen, mit adretter Frisur und Pistole in der Handtasche auf Mörderjagd gingen, sind lang passé. 2020 sehen Polizistinnen nicht nur anders aus, sie verkörpern auch ganz neue Frauentypen. Wie etwa Maria Furtwängler und Florence Kasumba, die am 26. April im „Tatort: National feminin“ zum Einsatz kommen.

Aber welche der nun zahlreichen Kriminalistinnen ist beim Publikum am beliebtesten? Wir beauftragten das renommierte Forsa-Institut mit der Fahndung nach der Favoritin. Dazu zeigte man 1006 Befragten ab 14 Jahren Fotos der Ermittlerinnen. Möglich waren maximal drei Nennungen. Ergebnis der repräsentativen Großfahndung: „Mit knappem Vorsprung landet Ulrike Folkerts mit 16,07 Prozent vor Nora Tschirner“, so Marcel Holick von Forsa. „Platz drei belegt ebenfalls eine Ermittlerin der ‚Tatort‘-Reihe: Adele Neuhauser.“ (Das komplette Ergebnis seht ihr in der Galerie oben)

Ulrike Folkerts im Kreuzverhör

Klare Favoritin bei Frauen

Überraschend: Bislang holte Maria Furtwängler in vergleichbaren Umfragen fast immer Platz eins, nun wird die bisherige „Queen of Crime“ erstmals vom Thron gestoßen und landet nur noch auf Platz vier. Klare Favoritin bei Frauen Interessant ist der Blick ins Detail: Nora Tschirner liegt bei Männern (15 Prozent) und Westdeutschen (17 Prozent) klar vorn, Frauen favorisieren Ulrike Folkerts (20 Prozent). Auf Platz eins bei Ostdeutschen steht Adele Neuhauser (17 Prozent).

Auch das Alter der Befragten spielt eine Rolle: „Die unter 45-Jährigen geben häufiger als der Durchschnitt an, dass sie Nora Tschirner als Ermittlerin am besten finden“, so Holick. Bei den über 60-Jährigen seien es dagegen Maria Furtwängler, Adele Neuhauser, aber auch Anna Loos als Helen Dorn. Zudem sei auffällig, so Holick, dass Befragte unter 30 Jahren überdurchschnittlich oft (42 Prozent) überhaupt keine der abgebildeten Kommissarinnen kennen. Für die Programmverantwortlichen der Sender ein Anlass zum Nachdenken.

Sollten Frauen im „Tatort“ eine größere Rolle spielen?

Schon der Titel des neuen Falls von Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) am 26.April nimmt das Thema auf: „National feminin“, so heißt der Blog der ermordeten Jurastudentin Marie, die, wie sich herausstellt, Aushängeschild der rechten „Jungen Bewegung“ war. Das "Tatort"-Team Göttingen im Interview zum neuen Fall und Frauen im "Tatort" generell.

GOLDENE KAMERA: Warum liegt Ihnen dieser „Tatort“ so besonders am Herzen?

MARIA FURTWÄNGLER: Das Tolle ist, dass alle Frauenfiguren hochgradig ambivalent sind. Und wir hatten eine Regisseurin, eine Kamerafrau, eine Produzentin.

Fakt ist: Im TV sind deutlich weniger Richterinnen oder Staatsanwältinnen zu sehen, als es tatsächlich gibt. Nur bei Kommissarinnen und Polizistinnen ist es umgekehrt.

FLORENCE KASUMBA: Aber da bewegt sich was. Es ist nicht mehr so ungewöhnlich, Menschen mit Migrationshintergrund bei der Polizei zu sehen. Deshalb freue ich mich, eine Figur wie Anaïs spielen zu dürfen, weil das immer noch nicht selbstverständlich ist. Wenn man etwas sieht, kann man es sich gleich besser vorstellen.

FURTWÄNGLER: Ich weiß noch, wie eine junge Schwarze auf dich zukam, Florence. Wie beflügelt sie war, dich als „Tatort“- Fahnderin zu sehen. Wir haben da einen gewissen Einfluss, auch Verantwortung.

Möchten Sie denn auch auf Seiten der Täter mehr Frauen sehen?

FURTWÄNGLER: Diese Frage ist gerade im neuen Fall relevant: Wir trauen einer Frau nicht zu, gewaltbereit und gefährlich zu sein – vor allem, wenn sie jung und attraktiv ist. Das hat auch der NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe gezeigt. Ein schwerer Fehler, von dem die rechte Szene profitiert.

INTERVIEW: ULRIKE SCHRÖDER