Von wegen abgesagt: Das sind die ESC-Alternativen

Barbara Schöneberger und Steven Gätjen treten am Samstag in einem Fernduell gegeneinander an.
Barbara Schöneberger und Steven Gätjen treten am Samstag in einem Fernduell gegeneinander an.
Foto: GOLDENE KAMERA
Erst sah es so aus, als würde der „Eurovision Song Contest“ ersatzlos gestrichen. Nun gibt es gleich zwei Alternativen für die Musikshow.

Obwohl der „Eurovision Song Contest“ (ESC) in Rotterdam wegen der Coronakrise abgesagt wurde, müssen die Fans auf die Show nicht verzichten: Es gibt reichlich Ersatz.

Die Elbphilharmonie-Show

Hierzulande feiert Das Erste am 16. Mai um 20.15 Uhr seinen eigenen „Eurovision Song Contest 2020“ mit Barbara Schöneberger in der Hamburger Elbphilharmonie. „Wir haben das für mich schönste Konzerthaus der Erde als Bühne“, sagt ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. „Natürlich unter den Rahmenbedingungen, die uns derzeit ein Arbeiten erlauben: ohne Publikum und mit der Einhaltung aller Regeln im Saal.“

Anfang Mai wurden bereits in der Sendung „World Wide Wohnzimmer - das ESC Halbfinale 2020“ die besten zehn aus den 41 Originalbeiträgen für Rotterdam gewählt. Im deutschen ESC-Finale sind Island, Litauen, Schweiz, Italien, Russland, Bulgarien, Dänemark, Schweden, Aserbaidschan und Malta.

„Wir arbeiten daran, einige der internationalen ,ESC‘- Künstler live in der Elbphilharmonie zu haben“, so Schreiber. Der in Berlin lebende Sänger aus Island hätte etwa eine kurze Anreise. Auch die ,ESC‘-typischen Ländervideos („Postkarten“) und Kommentator Peter Urban sollen dabei sein. Diesmal unterstützt ihn Michael Schulte (Platz 4 beim „ESC“ 2018).

Außer Konkurrenz wird Ben Dolic auftreten. Der 22 Jahre alte Wahlberliner, gebürtiger Slowene und 2018 Finalist bei „The Voice of Germany“, hätte mit dem Song „Violent Thing“ für Deutschland antreten sollen. „Ben war unendlich enttäuscht“, sagt Schreiber. Mit seinem Songwriter habe er sich eine kleine musikalische Überraschung ausgedacht: „In Rotterdam hätte es bestimmt Szenenapplaus gegeben.“

"Europe Shine a Light" würdigt ESC-Künstler

Die anschließende, in 45 Ländern ausgestrahlte Show „Europe Shine A Light“ will in Zeiten von Corona ein Zeichen der Hoffnung und Gemeinsamkeit setzen. Als Höhepunkt werden die 41 „ESC“-Acts von ihren Standorten aus gemeinsam den Siegersong 1997 singen: „Love Shine A Light“.

"Europe Shine a Light" Livestream

Künstler früherer Jahre werden an ikonischen Orten Europas auftreten. Durch die Show führen Chantal Janzen, 2015 bei uns Komoderatorin von „The Voice Kids“, Edsilia Rombley, 1998 und 2007 „ESC“-Teilnehmerin, sowie Jan Smit aus Florian Silbereisens Band Klubbb3.

Raabs „Free European Song Contest“

Für ProSieben produziert Stefan Raab den „Free European Song Contest“ (16. Mai, 20.15 Uhr). Dafür holt er Conchita an Bord. Der Österreicher, der beim „ESC 2014“ mit „Rise Like A Phoenix“ siegte, ist von Raabs Elan nicht überrascht, schließlich war der auch Entdecker der „ESC“-Stars Lena (Sieg 2010) und Max Mutzke (Platz 8 2004).

„Wir wissen ja, dass Stefan großer Fan des Contests ist und generell ein Gespür für hochqualitative Musik hat. Deswegen ist die eigentliche Überraschung, dass er erst jetzt wieder einen eigenen Song Contest produziert“, sagt Conchita.

Der 31-Jährige wird live aus Köln mit Steven Gätjen prominente Musiker präsentieren, die in Deutschland leben, aber einen Bezug zu Ländern wie Polen, Italien, Türkei und Israel haben. Bisher bekannt ist, dass sich Vanessa Mai, Josh, Mike Singer und Sarah Lombardi dem Voting der TV-Zuschauer stellen werden. Weitere Künstler werden erst zum Start der Show verraten.

Wer vergibt die Punkte?

Vorgesehen seien auch Liveschalten durch ganz Europa zu je einem Stellvertreter der Länder. Das könnte dann ein römischer Pizzabäcker oder ein polnischer Bürgermeister sein, der seine Punkte vergeben darf, heißt es vom Sender.

Am 16. Mai wird also gleich mit doppelter Stärke die europäische Idee gefeiert.

Bildergalerie: Diese TV-Sows unterhalten uns schon seit Jahren