"Der gute Bulle" ist zurück: Armin Rohde auf Maulwurf-Jagd in Neukölln

In „Der gute Bulle - Friss oder stirb“ muss Armin Rohde in Berlins Drogenszene ermitteln – als Suchtkranker.

Manchmal verlangt das Fernsehen schon ganz schön viel von seinen Zuschauern. Wie jetzt im Fall von „Der gute Bulle“. Es ist zweieinhalb Jahre her, dass GOLDENE KAMERA Preisträger Armin Rohde im ZDF erstmals in dieser Titelrolle zu sehen war, der zwar auf dem harten Berliner Pflaster wirklich Gutes bewirken will, dabei aber kräftig mit sich selber ringt – und mit seiner Alkoholsucht leidet, die ihn für seinen Posten eigentlich völlig inakzeptabel macht.

Zweite Krimireihe für das Duo Becker/Rohde

Bei dem Fernsehfilm hat man vielleicht nicht gleich an eine neue Krimi-Reihe gedacht – zumal Rohde eine solche im ZDF ja schon hat, mit „Nachtschicht“, und auch vom selben Regisseur konzipiert: Lars Becker. Nach zwei Jahren hat man dann doch eine zweite Folge gedreht, die aber erst jetzt im ZDF ausgestrahlt wird (Mo, 25. Mai, 20.15 Uhr). Gut möglich, dass die meisten die erste Folge da längst vergessen haben. Wobei sich ein Bild vielleicht doch eingebrannt hat: wie der Kommissar knietief in stürmischer See steht, mit Flachmann in der Hand. Und sinnbildlich in einem Meer von Problemen steckt.

Trailer: "Der gute Bulle II - Friss oder Stirb"

Das Konfliktpotenzial spitzt sich noch zu, denn in der neuen Folge „Friss oder stirb“ wird Rohdes Kriminalrat Fredo Schulz, der sein Suchtproblem kaschiert und jeden Therapieversuch torpediert, einen neuen Job. Und soll nun ausgerechnet eine Einheit im Drogendezernat leiten. Gerade ist nämlich ein verdeckter Informant kaltblütig ermordet worden, bereits der dritte in kurzer Zeit. Das Polizeipräsidium muss davon ausgehen, dass es einen Maulwurf in den eigenen Reihen gibt. Deshalb soll Schulz als Außenstehender übernehmen. Er will den Posten zwar partout nicht annehmen. Doch das bügelt der LKA-Chef (Michael Maertens) lapidar ab: „Du hast doch so’n siebten Sinn“. Und sein eigenes Suchtproblem kann Schulz als Argument ja schlecht vorbringen.

Zwei weitere GOKA-Preisträger im Cast

Also ermittelt er fortan im Brennpunkt von Neukölln, unterstützt von seinen Mitstreitern aus der ersten Folge, den Kommissaren Milan Filipovic (Edin Hasanovic, GOLDENE KAMERA 2016) und Lola Karras (Nele Kiper), den einzigen, denen er in seiner neuen Soko vertrauen kann. Doch während sie persönliche Verflechtungen aufdecken sollen, tun sich in ihren Ermittlungen selber welche auf: Als neue Informantin spannen sie die Ex-Drogendealerin Dakota (Almila Bagriacik) ein. Der junge Kommissar Filipovic verschweigt allerdings, dass er Dakota nicht nur kennt, sondern sogar einmal mit ihr liiert war. Gleich bei ihrem ersten geheimen Treffen in einem Waschsalon taucht Dakotas Ex auf, der noch immer Drogen vertickt. Und schon droht das ganze Spiel aufzufliegen.

Die zweite Folge ist spannend inszeniert, beklemmend gespielt und glänzt mit großen Schauspielern, etwa Nina Kunzendorf (GOLDENE KAMERA 2013) als Therapeutin und Almila Bagriacik, die man als Kieler „Tatort“-Kommissarin kennt, aber natürlich auch aus der Berlin-Serie „4 Blocks“, die im selben Milieu spielte. Wie schon in der „Nachtschicht“-Reihe glänzt aber vor allem das Gespann Lars Becker und Armin Rohde. Dabei weiß der Zuschauer zwar schon früh, wer der Maulwurf ist. Aber umso spannender ist es zu verfolgen, wie der die Ermittlungen zu blockieren versucht und seiner Frau eine heile Welt vorgaukelt, die teuer erkauft ist. Im Grunde sind sich der Maulwurf und der Kriminalrat gar nicht so unähnlich: zwei Bullen, die mit ihren Dämonen kämpfen.

„Der gute Bulle“ wird übrigens weitergehen. Und bis zur dritten Folge wird man auch nicht mehr so lange warten müssen. Die ist bereits abgedreht.

Ein Artikel der FUNKE Zentralredaktion