Mord an einem Kind im "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn"

Warum musste ein 13-jähriger Junge sterben? Die letzte "Tatort"-Folge vor der Sommerpause zeigt einen beklemmenden und düsteren Fall, dessen Ende einen erschüttert zurücklässt.

Der Fall Maddie führt einem derzeit wieder vor Augen, wie grausam es für Eltern sein muss, nichts über den Verbleibt des eigenen Kindes zu wissen. Im "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn" (Sonntag, 7. Juni, 20.15 Uhr im Ersten) wird ein Sohn tot aufgefunden. Warum er sterben musste, entzieht sich jeder Erklärung. Diese verstörende Geschichte halten einige Zuschauer sicherlich nur schwer aus.

Darum geht's im "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn"

Der Albtraum einer jeden Mutter: Der eigene Sohn liegt morgens nicht in seinem Bett. Während Emils Stiefvater (Lenn Kudrjawizki) ruhig bleibt, begibt sich die Mutter Judith (Laura Tonke) auf die Suche nach ihrem 13-jährigen Sohn. Zuletzt hat ihn sein bester Freund Basti Kovacic (Tim Offerhaus) gesehen. Doch auch die befreundete Familie Kovacic kann Judith nicht weiterhelfen. Emil soll deren Haus bereits am Abend zuvor verlassen haben.

Wenig später wird der Junge erschlagen in der Isar aufgefunden. Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stellen bei ihren Ermittlungen fest, dass Emils Handy zuletzt 20 Kilometer entfernt auf einem Parkplatz, der für anonyme Sextreffen genutzt wird, eingeloggt war. Hatte Emil etwas Kompromittierendes gefilmt?

Seine große Liebe war Bastis Schwester Hannah (Lea Zoe Voss). Doch die 17-Jährige hat ein Geheimnis, welches bei der Lüftung beide Familien vor große Herausforderungen stellt.

Hintergrund

Laura Tonke (GOLDENE KAMERA 2000) und Hans Löw, der hier den Vater von Hannah und Basti verkörpert, waren bereits gemeinsam im preisgekrönten Film "Hedi Schneider steckt fest" zu sehen. Tonke spielte zuletzt im "Tatort: Tschill Out" mit.

Regisseur Christopher Schier erklärt, was das Besondere an diesem "Tatort" ist: "Wichtig ist in dieser Geschichte um zwei befreundete Familien und ein tot aufgefundenes Kind weniger das, was gesprochen wird, als das, was eben nicht gesprochen wird. Es sind die Momente dazwischen. Um die unfassbare Situation zwischen diesen beiden Familien für den Zuseher so gut wie möglich erlebbar zu machen, habe ich großes Augenmerk auf ein ausgewogenes Wechselspiel von musikalischen Flächen und beklemmender Stille gelegt. Wichtig war mir auch, immer wieder Raum für feinen Humor zu schaffen, ohne den Grundtenor der Geschichte zu verraten. Und so ist eine filmische Reise entstanden, die den Zuschauer extrem tief in die unterschiedlichen Charaktere eintauchen lässt."

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Wenn ein Kind im "Tatort" ermordet wird, gibt es sicher einige Eltern, die sofort ausschalten. Dieses Szenario ist einfach zu bedrückend und wird durch das hier überdeutlich gezeigte Leid der Mutter, beispielsweise, wenn sie das tote Kind in der Leichenhalle betrachtet, unerträglich.

Düstere, beklemmende Großaufnahmen und Bildsprache vermitteln eine ergreifende Stimmung, die die Qual der Mutter unterstreicht. Trotzdem lohnt es sich, diese Beklemmung auszuhalten, denn der Fall ist fesselnd. Nicht nur die Frage nach dem "Wer war es?", sondern auch die Verflechtungen zwischen den scheinbar glücklichen und gut situierten Familien ist spannend.

Statt Effekthascherei setzt Regisseur Christopher Schier auf ruhige, eindringliche Szenen und wird somit dieser schweren Thematik gerecht. Das Ende stößt einem sicher übel auf. Plötzlich sieht man den Fall aus einer ganz neuen Perspektive...