Abrechnung im "Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen"

König ist psychisch krank, Bukow in Sorge um seinen Vater und ein Serienmörder kehrt zurück - der "Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen" ist absolut sehenswert.

Der letzte ARD-Sonntagabend-Krimi vor der Sommerpause fährt noch mal alle Geschütze auf: Ein mysteriöser Todesfall, eine Kommissarin, die überfallen wird, ein Wiedersehen mit dem Serienmörder Guido Wachs. Und dann wird auch noch eine Hauptfigur erschossen! Der "Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen" (Sonntag, 14. Juni, 20.15 Uhr im Ersten) ist turbulent und sehr spannend.

Darum geht's im "Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen"

Seitdem der, wegen ihr verurteilte, Serienmörder Guido Wachs (Peter Trabner) mit Katrin König (Anneke Kim Sarnau) Kontakt aufgenommen hat, geht es der Kommissarin richtig schlecht. Sie kämpft sich mühevoll durch den Alltag, leidet unter psychischen Problemen, wie Schlafstörungen. Nach einer erneut durchwachten Nacht, joggt sie morgens um 6 Uhr am Warnow-Ufer entlang. Dabei wird sie Zeugin, wie zwei Männer eine Frau belästigen. Als die Kommissarin mutig einschreitet, wird sie selbst zum Opfer und brutal zusammengeschlagen.

Im Krankenhaus erkennt König die Frau wieder. Sie wird mit schweren Stichverletzungen eingeliefert.

Die Ärzte können sie nicht mehr retten. War Königs Einsatz umsonst? Haben die Männer die Frau doch noch überfallen? König und Bukow machen sich auf die Suche nach den Schlägern und vernehmen den Ex-Mann des Opfers. Dabei wird der Fall immer komplizierter.

Zudem können die beiden Kommissare sich eh kaum auf ihre Arbeit konzentrieren: Bukow macht sich Sorgen um seinen Vater Veit (Klaus Manchen) und König besucht Wachs im Gefängnis. Ein fataler Fehler: Wachs, der ja nur aufgrund der von König gefälschten Beweise hinter Gittern sitzt, erpresst sie.

Hintergrund

Im Fall "Für Janina" konnte König dem Serienmörder Wachs nichts anhaben, da er fälschlicherweise für seine begangenen Morde schon freigesprochen wurde und nicht erneut belangt werden konnte. Deshalb hat sie ihm einen anderen Mord in die Schuhe geschoben. Dieses Vergehen macht ihr jetzt schwer zu schaffen. Das Verhältnis zu Bukow verändert sich erneut: Er versucht König zu beschützen, sie zu stärken und umwirbt sie.

Nicht nur die Beziehung der beiden nimmt neue Formen an, auch weitere Handlungen nehmen unerwartete Wendungen. Charly Hübner sagt: "Mir gefällt an dem Film besonders gut, dass man hier den Mut hatte, lange Erzählbögen auf ihre Punkte hinzuführen und Säcke zuzumachen. Es ist schon heftig, was in diesem Film alles passiert, und das wird sicherlich auch das ganze Gefüge durcheinanderbringen."

Eine neue Wendung gibt es auch bei Bukow und seinem Vater. Schauspieler Klaus Manchen, der seit zehn Jahren die Rolle des kriminellen Veit spielt, sagte gegenüber Bild.de: "Meine Figur hat sich vom gerissenen Gauner und Familienmenschen zum nur noch lieben Opa verändert". Eine solche gutherzige Rolle wollte der 83-Jährige aber nicht mehr spielen.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Dieser Fall ist für die Fans des Bukow-König-Teams ein absolutes Muss. Nicht viele Krimis schaffen es, mehr als drei Erzählstränge erfolgreich miteinander zu verquicken und gleichzeitig die Spannung zu halten. Eine Ausnahme stellten schon häufig die Rostocker dar - und diesmal legen sie noch eine Schippe bzw. eine Menge Geschichten drauf. Die 90 Minuten haben so viel zu bieten, dass man selbst einen kurzen Toilettengang bereuen könnte. Man muss einfach am Ball bleiben, denn ein Höhepunkt jagt hier den nächsten.

Die Frau, die alles zusammenhält und selbst fast zu Grunde geht, ist Katrin König. Anneke Kim Sarnau beweist erneut, warum sie es redlich verdient hat, die begehrte Rolle der Sonntagabend-Kommissarin zu spielen.

Spannender hätte sich der "Polizeiruf 110" nicht in die Sommerpause verabschieden können.