Hannes Jaenicke exklusiv: "Rettet die Lachse!"

Am Campbell River auf Vancouver Island erreichen immer weniger Lachse ihre Heimatgebiete. Immer mehr Buckellachse sterben hier bevor sie ihre Laichgründe erreicht haben.
Am Campbell River auf Vancouver Island erreichen immer weniger Lachse ihre Heimatgebiete. Immer mehr Buckellachse sterben hier bevor sie ihre Laichgründe erreicht haben.
Foto: ZDF/Andre Becker
Exklusiv: TV-Star Hannes Jaenicke, der sich stark für Tierschutz engagiert, schreibt über seine neue TV-Doku "Im Einsatz für den Lachs" (Dienstag, 16. Juni, 22.15 Uhr, ZDF), aussterbende Wildlachse und Gift in Aquafarmen.

Was wird in einer Brühe voller Krankheitserreger gezüchtet, mit gifthaltigem Futter gemästet und dann in unseren Supermärkten angeboten? Die Antwort lautet: Lachs, der Deutschen liebster Speisefisch. Der Verzehr des rosafarbenen Raubfischs sei unverzichtbar für unsere Omega-3-Balance – behauptet die Lebensmittellobby. Aber dass ein täglicher Löffel Leinöl denselben Zweck erfüllt, wird verschwiegen, weil sich damit nicht so viel Geld verdienen lässt.

Die Verbraucher sitzen einer teuren Täuschung auf – im Glauben, sich gesund und ökologisch korrekt zu ernähren. Dass die industrielle Produktion von Zuchtlachs den Wildlachs bedroht, ist vielen ebenso wenig bekannt wie die Zustände in den marinen Aquafarmen, wo Fische unter Bedingungen der Massentierhaltung leiden und Antibiotika zu ihrer täglichen Nahrung gehören. Auch Ethoxyquin, ein in der Landwirtschaft EU-weit verbotener Konservierungsstoff, landet mit Zuchtlachs auf unseren Tellern. Es wird genutzt, um Fischfutter haltbar zu machen.

Es ist Zeit umzudenken! In meiner TV-Doku „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs“ (Dienstag, 16. Juni, 22.15 Uhr, ZDF) fische ich (60, Veganer) in Flüssen und auf dem Meeresgrund nach der Wahrheit. Denn: Wollen wir wirklich die Augen vor einer stummem Katastrophe verschließen, die sich unter der Wasseroberfläche abspielt?

Einfach ignorieren, dass vielerorts die Bestände kanadischer Flüsse kollabieren und manche Arten von pazifischen Wildlachsen, die noch vor einigen Jahren zu Hunderttausenden zum Laichen an ihre Geburtsstätten zurückkehrten, verschwinden? Obwohl das fatale Folgen fürs Ökosystem hat? Von Grizzlys bis Orcas verhungern Tiere, die sich von Lachs ernähren.

Klar, solche Bilder zu drehen ist nicht schön. Aber noch unschöner ist es, zu verdrängen, dass die Wildlachse auf den langen Wanderungen zu ihren Heimatflüssen zahlreiche Fischfarmen passieren, in denen Zuchtlachse aufwachsen. Weil diese oft mit dem PRV-Virus infiziert sind, der Blutarmut und Leberversagen auslöst und dank offener Netze auch vorbeischwimmende Fische infiziert, verenden immer mehr Wildlachse.

In Deutschland wird norwegischer Lachs in Restaurants und Sushibars sowie an Fischtheken verkauft. Der Lachs auf unseren Tellern stammt zu 90 Prozent aus norwegischer Aquakultur. Deshalb lautet mein Appell: Finger weg vom Lachs, egal ob er wild gefangen wurde, aus Bioaquakultur kommt oder einer regulären Farm stammt.

Wer nicht auf Fisch verzichten mag, sollte Süßwasserfische aus Biozucht kaufen und vor dem Fischkauf gründlich die Ratgeber von Greenpeace oder dem WWF studieren. Und natürlich meine TV-Doku anschauen.