Ab in den Häcksler: Tobias Moretti im Landkrimi „Alles Fleisch ist Gras“

Tobias Moretti im Landkrimi "Alles Fleisch ist Gras".
Tobias Moretti im Landkrimi "Alles Fleisch ist Gras".
Foto: ZDF
Neben dem Wiener Schnitzel, Schlutzkrapfen und grünem Veltiner gelten auch schwarzhumorige Krimis als österreichische Spezialtät. Das stellt auch der neue Landkrimi "Alles Fleisch ist Gras" (Mi, 20.15 Uhr, ZDF) unter Beweis. Tobias Moretti überzeugt wie (fast) immer als skrupelloser Dorfcop mit Hang zur Selbstjustiz.

Der Landkrimi von Regisseur Reinhold Bilgeri spielt im österreichischen Vorarlberg und lief schon 2014 im ORF. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent war „Alles Fleisch ist Gras“ bei seiner Free-TV-Premiere ein echter Quotenerfolg bei unseren Nachbarn. Die packend erzählte, skurril-provozierende Story dürfte auch hierzulande zahlreiche Krimifans überzeugen.

Darum geht's in "Alles Fleisch ist Gras"

Im idyllischen Dornbirn gilt das Interesse des verheirateten Chefs der regionalen Abwasserreinigungsanlage, Anton Galba (Wolfgang Böck), neben der technischen Aufrüstung seines Klärwerks der jungen Mitarbeiterin Hilde Siebers (Anna Unterberger). Beim freizügigen Outdoor-Sex werden die beiden von Mathis Roland (Fritz Hammel) gefilmt, der mit den Videos seinen Vorgesetzten erpresst. Beim Treffen der Männer fällt Roland zufällig von der Leiter und bricht sich den Hals. Galba entsorgt die Leiche in der betriebseigenen Fleischmühle und vom Erpresser bleibt am Ende nicht mehr übrig als jener Superdünger, der Galba bekannt gemacht hat.

Die seelische Ruhe des angesehenen Betriebsleiters, Ehemanns und Familienvaters ist damit allerdings nachhaltig gestört. Chefinspektor Nathan Weiß (Tobias Moretti, "Bad Banks") untersucht den Fall und kennt Galba schon seit Schulzeiten. Der erfahrene Polizist verdächtigt ihn sofort. Doch statt ihn zu verhaften, schlägt er ihm einen zweifelhaften Deal vor. Denn auch Weiß will einen lästigen Widerling diskret loswerden. "Person weg, Problem weg", lautet Weiß Devise. Und so beauftragt er Galba, sich darum zu kümmern, der notgedrungen einwilligt.

"Alles Fleisch ist Gras"

Für Nathan Weiß ist das aber nur der Anfang: Er will die Gesellschaft von "Schädlingen" reinigen. Denn Dreck am Stecken haben im Vorarlberger Land viele "ehrenwerte" Bürger: vom skrupellosen Bauunternehmer Ludwig Stadler, mit dessen Ehefrau Adele (Sabine Waibel) Weiß ins Bett geht, bis zum korrupten Stadtrat Karasek (Johannes Seilern). Und dann wäre da auch noch der Drogendealer Mugler (Christoph Grissemann), dessen Stoff schon manchem Jugendlichen umgebracht hat.

Neben der skurril-provozierenden Story sorgt vor allem Tobias Moretti dafür, dass dieser Landkrimi so sehenswert ist: Der 61-Jährige glänzt als skrupelloser Selbstjustiz-Fan, der wortwörtlich über Leichen geht, um seine Stadt nachhaltig zu säubern. Über mangelnde Präsenz in Kino & TV kann sich der Österreicher aktuell nicht beklagen. Er war zuletzt als machthungriger Banker in der preisgekrönten ZDF-Serie "Bad Banks" zu sehen und spielte 2019 in zwei Kinofilmen eine Hauptrolle: "Deutschstunde" nach Siegfried Lenz und "Gipsy Queen". Abgedreht hat er bereits auch den TV-Thriller "Abgrund" und das Biopic "Louis van Beethoven".

Für Hobby-Landwirt Moretti war es übrigens der erste von drei Auftritten im ORF-Landkrimi "Endabrechnung" (2016) lief im Dezember im ZDF und "Achterbahn" (2018) war bisher nur im ORF zu sehen. Wann die deutsche TV-Premiere geplant ist, ist aktuell nicht bekannt.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

...das können sie, die Ösis: Eine schön düstere, makabere Story vor einer prächtig fotografierten Alpenkulisse erzählen. Trotz einiger losen Fäden sehr amüsant!