Thomas Hermanns über die neue Show "I Can See Your Voice"

TV-Moderator  & Comedian Thomas Hermanns.
TV-Moderator & Comedian Thomas Hermanns.
Foto: © dpa / Jens Kalaene
Mit "I Can See Your Vocie" setzt RTL auf die gleiche Idee wie "Famemaker" (ProSieben): Gesangstalente entdecken, die man nicht hört. Trotzdem unterscheiden sich die Fomate, erklärt Show-Experte Thomas Hermanns im Interview.

Mit den beiden neuen Casting-Shows geht das Duell zwischen RTL und ProSieben um die Gunst der Zuschauer in der Show-Primetime in die nächste Runde. Während "I Can See Your Voice" die RTL-Adaption des gleichnamigen Erfolgs aus Südkorea ist, ist "Fame Maker" die neuste Show-Idee von Stefan Raab. GOLDENE KAMERA Preisträger Thomas Hermanns (57), ist Jurymitglied bei "I Can See Your Voice" und analysiert für uns exklusiv die Unterschiede zwischen den beiden Shows.

GOLDENE KAMERA: Thomas Hermanns, was haben Sie gedacht, als Sie gefragt wurden, ob Sie Jurymitglied bei „I Can See Your Voice“ werden möchten?

Thomas Hermanns: Dass diese Show für Pop-Nerds wie mich genau das Richtige ist – weil ich jemand bin, der sich seit hundert Jahren im Detail mit allen Showbiz-Spezialitäten beschäftigt. Insbesondere Popmusik ist ein ewiges Phänomen für mich. Bei „I can see your voice“ geht es um die Faszination Stimme und darum, wie wir uns jemanden vorstellen, der gut singen kann. Dieses Konzept trifft mein Pop-Nerd-Herz in die Mitte.

Was ist der USP dieser Show?

Thomas Hermanns: Dass erst am Schluss enthüllt wird, ob jemand singen kann oder nicht – und dass unsere Vorstellungen, wie ein Sänger performen oder aussehen muss, über den Haufen geschmissen werden.

Haben Sie sich zur Vorbereitung Ausgaben des südkoreanischen Originals angeschaut?

Thomas Hermanns: Selbstverständlich. Ich könnte mir den ganzen Tag südkoreanisches Fernsehen anschauen, weil es so lustig und bunt und bekloppt ist.

Die "Dream Girls" in der koreanischen Version von "I can see your Voice" (2017)

Ist die deutsche Show eine 1:1-Adaption der südkoreanischen Ausgabe?

Thomas Hermanns: Der Spielverlauf ist der gleiche. Sasha wird einer der Top-Stars sein, die im Studio mitdenken müssen, welcher der vermeintlichen Sänger wirklich singen kann. Das wird 1:1 übernommen. Und genau wie in Südkorea haben auch wir ein Live-Publikum, und genau wie im Original ist die RTL-Sendung ebenfalls ein Partyspiel für die Zuschauer zuhause. Denn während Castingshows wie „The Voice“ bei ProSieben auf die stimmliche Qualität setzen, wird die bei uns erst zuletzt enthüllt.

ProSieben ist ein gutes Stichwort: Stefan Raab kommt wenig später mit „Fame Maker“. Zwei Sender, eine Idee?

Thomas Hermanns: Nein, weil bei „Fame Maker“ wirklich ein Popstar gesucht wird. Bei „I can see your voice“ suchen wir keinen Star, weil der Star bei uns bereits im Studio ist.

Glauben Sie, dass es Ihnen gelingt, die Sänger von den Schwindlern zu trennen?

Thomas Hermanns: Da bin ich gespannt! Idealerweise wäre es schön, wenn wir in einer unserer beiden Shows einem Schwindler aufsitzen – und in der anderen einen Sänger gewinnen lassen.

Stichwort Hochstapelei. Leben wir in Zeiten, in denen es wichtiger ist denn je, blenden zu können, beispielsweise bei Instagram mit all den Filtern und technischen Tricks?

Thomas Hermanns: Genau! „I can see your voice“ ist die perfekte Show für die TikTok-Generation – weil dort alles perfekt imitiert wird. Außerdem geben wir mit unserer Show der Stimme wieder ihre Macht und ihre Magie zurück. Und ich glaube auch, dass sich jemand, der viel Instagram konsumiert , bei der Show besonders oft irrt.

Schlussfrage: Wann haben Sie selbst zuletzt hochgestapelt und sind damit durchgekommen?

Thomas Hermanns: Als ich Bülent Ceylan in seiner Show als Cher überrascht habe – und ich damit durchkam, weil Bülent überhaupt nicht wusste, dass das auf ihn zukommt, und er fassungslos vor mir stand.

"I can see your voice" startet am Di, 18. August, 20.15 Uhr bei RTL. Ein Sendetermin für "FameMaker" steht noch nicht fest.