"Nicht tot zu kriegen": Stalker bedroht Iris Berben

In "Nicht tot zu kriegen" (Montag, 10. August, 20.15 Uhr im ZDF) spielt Iris Berben die privateste Rolle ihres Lebens.

Ein Star, der auf der Bühne von einem attraktiven Sicherheitsmann vor einem Verrückten beschützt werden muss - Diese Geschichte kommt einem bekannt vor? Natürlich ist das nicht neu! Ebenso wie bei Whitney Houston und Kevin Costner in "Bodyguard" sind in "Nicht tot zu kriegen" (hier in der ZDF-Mediathek) die charismatischen Darsteller spannender als die Handlung.

Die bereits dreifache GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Iris Berben (1988, 2004 und im November erhält sie ein drittes Mal unseren Filmpreis) feiert am 12. August ihren 70. Geburtstag. In diesem Film beweist sie neben Murathan Muslu, dass ihr Sexappeal und Charme einfach "nicht tot zu kriegen" sind.

Darum geht's in "Nicht tot zu kriegen"

150 Filme, 45 Jahre Erfahrung als Schauspielerin und nun steht Simone Mankus (Iris Berben) frustriert mit ihrem Pelzmantel im Supermarkt und kauft Alkohol, den sie Zuhause beim Gucken ihrer alten Filme trinkt. Ihre Karriere scheint beendet. Doch dieser Fernsehabend endet brutal. In ihrem Garten hängt eine verunstaltete Barbie mit dem Schild "Ich komme wieder du Schlampe." Dazu ein Anruf: "Du warst perfekt und jetzt bist du alt".

Simone Mankus' Stalker hat wieder zugeschlagen. Diesmal reicht es der 65-Jährigen. Sie engagiert den Personenschützer Robert Fallner (Murathan Muslu). Der 39-Jährige wurde nach 15 Jahren Polizeiarbeit vom Dienst suspendiert und arbeitet nun in der Sicherheitsfirma seines Bruders.

Mit Simone Mankus hat er keinen leichten Auftrag. Die Diva besteht darauf, sich ein Bett mit ihm zu teilen und lässt ihn an ihren Komplexen teilhaben. Sie fühlt sich alt - das hat der Stalker geschafft. Doch mit Fallners Hilfe findet sie zu ihrem alten Format zurück und kämpft. Sie plant sogar einen Aufritt vor 300 Fans. Kann sie den trotz der erneuten Morddrohungen wirklich riskieren?

Hintergrund

Die Parallelen zwischen dem Film und Iris Berbens Leben sind unverkennbar. Auch Berben hat einen Sohn (hier gespielt von Barnaby Metschurat), dessen Vaters Identität sie der Öffentlichkeit nicht preisgibt. Produzent dieses Films ist übrigens Oliver Berben. Seit 2007 hat die Schauspielerin eine Beziehung mit dem jüngeren, ehemaligen Personenschützer Heiko Kiesow. Welche weiteren Gemeinsamkeiten sie mit ihrer Rolle hat, verriet sie uns im Interview:

Iris Berben wird 70! Ein Geburtstagsinterview
Iris Berben wird 70! Ein Geburtstagsinterview

Und ebenso wie Simone Mankus in diesem Film wird sich Iris Berben wohl noch lange nicht zur Ruhe setzen. An ihrem 70. Geburtstag, am Mittwoch, den 12. August zeigt die ARD den Film "Mein Altweibersommer" und im Herbst präsentiert das ZDF die Drama-Komödie "Das Unwort" über den wieder aufflammenden Antisemitismus.

Mit Regisseurin und Drehbuchautorin Nina Grosse hat Iris Berben bereits für die Serie "Die Protokollantin" zusammengearbeitet.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Hier verschwimmen Realität und Fiktion. Zudem werden reale Filmszenen aus der Karriere von Iris Berben mit eingeflochten. Genau diese Frage: Was ist Phantasie und wo fängt das Leben von Frau Berben an - machen diesen Film so spannend.

"Nicht tot zu kriegen" hat von allen guten Komponenten etwas: starke Wortgefechte, knisternde Momente, einen wortkargen Personenschützer, der ein Trauma verarbeiten muss und eine alternde Diva, die sich fragt, wo ihr Sexappeal geblieben ist. Gemeinsam geben sie ein hervorragendes Paar ab, dass dank des Charmes und auch der gelungenen frechen Darstellung der Berben, einen fesselt. Ein sehr cooler Moment ist beispielweise der, in dem Simone Mankus der rund 30 Jahre jüngeren Freundin des Bodyguards die Stirn bietet.

Der Täter ist in diesem Film eher zweitrangig.

Sicherlich ist es auch kein Zufall, dass Iris Berben, so wie Whitney Houston, im Film selbst singt. Dafür hat sie Respekt verdient. Und auch wenn die Geschichte nicht an die von Houston und Costner herankommen, so können es zumindest die Schauspieler mit diesen großen Vorbildern aufnehmen.