Zum 70. Geburtstag: Iris Berben in "Mein Altweibersommer"

Iris Berben tanzt sich im Bärenkostüm von ihren alten Gewohnheiten frei. Der Film zum 70. Geburtstag der Grande Dame läuft am Mittwoch, 12. August um 20.15 Uhr im Ersten.

Vor Kurzem zierte Iris Berben noch das Titelblatt der "Vogue", nun feiert sie ihren 70. Geburtstag. Das ist nicht nur kaum zu glauben, sondern lässt einen beim Gucken des Filmes "Mein Altweibersommer" immer wieder zweifeln. Schließlich wirkt sie mindestens zehn Jahre jünger und attraktiv und sexy wie eh und je. "Wie ist das denn, wenn man überall die Schönste ist?" fragt der Zirkusdirektor Arne, gespielt von Peter Mygind, im Film. Diese Frage hat Iris Berben uns im Interview zwar nicht beantwortet, dafür aber Spannendes aus ihrem 70-jährigen Leben erzählt:

Iris Berben wird 70! Ein Geburtstagsinterview
Iris Berben wird 70! Ein Geburtstagsinterview

Darum geht's in "Mein Altweibersommer"

Lebensmitteltechnikerin Ebba Bornkamp (Iris Berben) und ihr Mann Markus (Rainer Bock) sind seit fast 32 Jahren zusammen und führen eine Beziehung auf Augenhöhe. Einzig finanzielle Sorgen plagen sie, sie stehen kurz vor der Pleite. In der Nacht, bevor sie den rettenden Auftrag für den Verkauf ihrer veganen künstlichen Ernährung für Komapatienten an Land ziehen können, träumt Ebba ein verstörendes Erlebnis: Sie gebärt einen echten Bären.

Trailer: "Mein Altweibersommer"

Wenige Tage später, als sie bei ihren Freunden Gesine (Leslie Malton) und Jan (Martin Brambach) an der Ostsee den erfolgreichen Deal feiern wollen, trifft Ebba wieder auf einen Bären. Diesmal aber keinen echten. In dem Wanderzirkus von Arne (Peter Mygind) tritt am Strand ein Mann in einem echten Bärenkopf und Fell auf. Arne, der von seiner Zuschauerin Ebba fasziniert ist, überredet sie auch in das Kostüm zu schlüpfen. Diese Erfahrung macht etwas mit der Lebensmitteltechnikerin.

Zuhause bei ihrem Mann nimmt Ebba wieder Kontakt mit Arne auf und beschließt dem Zirkusdirektor heimlich nach Prooz hinterher zu reisen. Während ihr Mann sie bei einer Tagung vermutet, tritt sie im Zirkus als Bär auf und tanzt in der Manege.

Hintergrund

Beate Langmaack, fünffache Grimme-Preisträgerin, zweifache deutsche Fernsehpreis-Gewinnerin, sowie Trägerin der 'Nymphe d'Or' (Goldene Nymphe) in Monte Carlo schrieb hier das Drehbuch. Bereits mit ihrem ersten Werk "Martha Jellneck" (1988) heimste sie Preise ein, es wurde sogar als Theaterstück auf die Bühne gebracht. Außerdem schrieb sie u.a. "Neger, Neger, Schornsteinfeger" (2006), diverse "Polizeirufe 110" und "Tatorte". Bereits 2019 arbeitete sie mit Iris Berben an dem quotenstarken Film "Hanne" zusammen: "Beate Langmaack ist das, was man sich als Schauspielerin oder Schauspieler nur wünschen kann. Sie erzählt so intensiv. Ihre Dialoge sind auf den Punkt und lassen dabei Freiraum zum Spielen. Ihre Figuren zeichnet sie mit einer solchen Genauigkeit – speziell bei 'Hanne! und 'Mein Altweibersommer' sind es Frauen, die im Vordergrund stehen. Beide Frauen haben so viel Leben hinter, aber auch noch vor sich", so Berben.

Produzent ist Jens C. Susa, mit dem Iris Berben schon über 50 Filme gemeinsam gedreht hat. Häufig engagiert Iris Berben auch, so wie in "Nicht tot zu kriegen" (hier in der ZDF-Mediathek), ihren Sohn Oliver Berben als Produzenten.

Im November soll Iris Berben die dritte GOLDENE KAMERA von uns in Empfang nehmen. Sie ist bereits GOLDENE KAMERA-Preisträgerin1988 und 2004.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Was für ein Geburtstagsfilm. Lagerfeuerschein, weißer Ostseestrand und dazu eine neue Romanze. Eigentlich eine passende Kulisse zum 70. Geburtstag für Iris Berben. Für die Frau, die einfach nicht zu altern scheint. Anmutig und attraktiv wie immer strahlt sie in ihrer Rolle die beiden Männern, die um sie werben, an. Ebba hat den Wunsch nach Veränderungen, möchte noch mal was erleben. Und das tut sie. Sie gebärt einen Bären und verwandelt sich auch selbst in einen solchen. Diese Szenen lassen den Zuschauer manchmal verstört zurück. Immer wieder weiß man nicht, worauf der Film eigentlich hinauswill. Das kann zwischendurch auch ganz gut sein. Wir begleiten Ebba einfach in einer Entwicklung, die bestimmt auch mal Längen hat und weniger auf Spannung, als viel mehr auf Poetik setzt. Doch insgesamt wird der Zuschauer am Ende mit einem guten Gefühl zurückgelassen.