"Tatort"-Jubiläum: Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär über ihren 80. Fall

Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär lösen als Ballauf und Schenk ihren mittlerweile 80. Fall!
Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär lösen als Ballauf und Schenk ihren mittlerweile 80. Fall!
Foto: © WDR/BAVARIA FICTION GmbH/Martin Valentin Menke
Als Ballauf und Schenk lösen Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär im "Tatort: Der Tod der Anderen" ihren 80. Fall. Wir trafen das Ermittler-Duo zum Gespräch.

Die Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) werden in ihrem 80. Einsatz "Der Tod der Anderen" zu einem Mord in einem Hotel gerufen. Für die Hauptkommissare sieht es nach einer brutalen Hinrichtung aus. Erste Zeugenaussagen weisen auf eine Verbindung zwischen dem 60-jährigen Opfer Kathrin Kampe (Eva Weißenborn) und der Inhaberin des Hotels, Bettina Mai (Ulrike Krumbiegel), hin. Als sich die Verdachtsmomente gegen Bettina Mai verdichten und ihre Verhaftung unmittelbar bevorsteht, bringt sie Kommissar Schenk in ihre Gewalt und flieht mit ihm als Geisel.


Seit 1997 ermitteln Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär im Kölner "Tatort". Wir sprachen mit den beiden Hauptdarstellern über ihr Jubiläum und den besonderen Dreh des folgenden Falls „Brennen sollst du“.

Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär im Interview

Sie haben gerade den „Tatort: Brennen sollst du“ abgedreht – mitten in der Corona-Krise. Inwiefern sind die Drehbedingungen anders gewesen als früher?

Klaus J. Behrendt: Die „neue Normalität“ begann schon beim morgendlichen Abholen. Wir hatten keine Limousine mehr, sondern einen VW Bus, der mit einer Plexifolie abgehängt war. Unser Fahrer saß da drinnen mit einem Mundschutz und wir beide hinten mit Mundschutz. Am Set ging es gleich weiter mit dem allmorgendlichen Fiebermessen. Und obendrein gab es noch regelmäßige Corona-Tests. Den Rachenabstrich fand ich okay, aber beim Nasenabstrich hatte ich das Gefühl, als würden die Tester bis zur Stirnhöhle vordringen.

Ihr Tatort „Brennen sollst du“ spielt im Obdachlosenmilieu. Darin jagen Sie einen Mörder, der eine Obdachlose unter einer Brücke im Schlaf angezündet hat. Was haben Sie durch den Dreh über die Obdachlosenszene gelernt?

Klaus J. Behrendt: Beispielsweise, dass obdachlose Frauen wesentlich schutzloser sind als Männer.

Dietmar Bär: Und dass es viele Menschen gibt, die nach dem Verlust ihres Jobs und ihres Zuhauses in einem Auto leben und schlafen. Mich beschämt es sehr, dass es in der Bundesrepublik Deutschland Menschen gibt, die kein Dach überm Kopf haben. Das ist unbegreiflich, und mehr noch: ein Skandal.

In der Jubiläumssaison 2020/21 läuft Ihr 80. „Tatort: Der Tod der Anderen“ – noch vor „Brennen sollst du“. Wie lange ermitteln Sie weiter – und möchten Sie die 100 vollmachen?

Klaus J. Behrendt: Ich würde das sehr gern. Und solange uns die Leute weitersehen wollen, werden wir fleißig Verbrecher fangen.

Dietmar Bär: Unser 82. „Tatort“-Dreh beginnt übrigens schon im September – vorausgesetzt, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

Neue Teams, Ausstiege und ein Comeback- die "Tatort"-Saison 2020/21: