Mariele Millowitsch: "Es wird alles oberflächlicher"

Pflegerin Hildegard, Therapiehund Käthe und Psychologe Paul kümmern sich um einen jungen Patienten mit Verbrennungen.
Pflegerin Hildegard, Therapiehund Käthe und Psychologe Paul kümmern sich um einen jungen Patienten mit Verbrennungen.
Foto: ARD Degeto / Britta Krehl
In der TV-Reihe „Käthe und ich“, die den Zuschauern am (endlich) Freitag im Ersten auch tiefgründige Themen zumutet, ist Mariele Millowitsch wieder als resolute Pflegerin Hildegard zu sehen.

Das Erste zeigt mit "Zurück ins Leben" (heute, 20.15 Uhr im Ersten) und "Papakind" (18. September) zwei neue Filme der Reihe "Käthe und ich" auf dem Primetime-Sendeplatz am Freitag. Der Psychologe Paul (Christoph Schechinger), seine Therapiehündin Käthe und Pflegerin Hildegard (Mariele Millowitsch) müssen sich in der ersten neuen Folge um den 19-jährigen Patienten Chris (Tilman Pörzgen) kümmern, der bei einem Hubschrauberabsturz seine Mutter verloren hat. Seine Wohnung verlässt der Vollwaise nur nachts, versteckt unter einer Kapuze, weil sein Gesicht von Verbrennungen halbseitig entstellt ist. Nach Beschwerden der Nachbarn hat ihm sein Vermieter gekündigt. Paul möchte ihm mit Unterstützung von Käthe neuen Mut machen.

Die studierte Veterinärmedizinerin Mariele Millowitsch, die im Jahr 2000 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet wurde, ist seit 2008 auch als Kommissarin "Marie Brand" im ZDF zu sehen. "Marie Brand" und die falschen Freunde" heißt hier der neue Fall am Mittwoch, 16. September.

Im ARD-Interview zur TV-Reihe "Käthe und ich" erklärt die 64-jährige Schauspielerin, warum sie den Trend zu Selbstoptimierung kritisch sieht.

Mariele Millowitsch im Interview

Hildegard ist inzwischen nicht mehr im Krankenhaus angestellt. Trotzdem gerät sie immer wieder mit ihrem ehemaligen Chef aneinander. Woran liegt das?

Mariele Millowitsch: Sie hat ja noch Patienten im Krankenhaus und da läuft er ihr immer mal wieder über den Weg. Seiner Meinung nach mischt sie sich viel zu viel ein und überschreitet ihre Kompetenzen.

In „Käthe und ich: Zurück ins Leben“ geht es um Chris, dessen Gesicht durch einen Unfall entstellt wurde und der sich nun sehr zurückzieht. Wie können Hildegard, Paul und Käthe ihn aus dieser Lage befreien?

Indem sie ihm beibringen, zu sich selbst zu stehen und ihm das Vertrauen geben, dass Schönheit und Makellosigkeit nicht alles sind, dass es genug Menschen gibt, die ihn nicht nach seinem Äußeren beurteilen werden.

„Käthe und ich: Zurück ins Leben“ behandelt das Trendthema Selbstoptimierung: Wie beurteilen Sie den generationsübergreifenden Wunsch nach Makellosigkeit und äußerer Perfektion? Gibt es – Ihrer Ansicht nach – einen wesentlichen Treiber des Trends?

Treiber dieses Trends sind die Werbung und das Internet, Influencer, die verbreiten, wie wichtig es ist, schön und makellos zu sein. Dabei bleibt der Charakter auf der Strecke. Es wird alles oberflächlicher. Ich halte das für keinen schönen Weg.

In „Käthe und ich: Papakind“ möchte Hildegard unbedingt den letzten Wunsch eines sterbenden Mannes erfüllen. Warum ist das gerade für Hildegard so wichtig?

Weil sie einfach ein Mensch mit Herz ist. Sie hat in ihrem Leben viele Abschiede erlebt und weiß, was das bedeutet. Es wäre für den Vater und das Kind schlimm gewesen, hätte die Kleine nicht Abschied nehmen können.

Aktuell laufen bereits die Dreharbeiten für den vierten und fünften Teil der "Käthe und ich"-Reihe. In "Der Narzisst" unterstützen Psychologe Paul und Tierarzt Eric (Ulrich Friedrich Brandhoff) Tierarzthelferin Jasmina (Anna Hausberg), die ihrem Halbbruder mit einer Teilleberspende das Leben retten möchte. In "Das Adoptivkind" will Paul herausfinden, warum der zwölfjährige Ben Lügengeschichten verbreitet und wird dabei selbst mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Uwe Ochsenknecht spielt dabei einen erfolgreichen Theaterschauspieler. Die Bavaria-Fiction-Produktion wird noch bis zum 8. Oktober in Waren an der Müritz, Biesenthal und Berlin gedreht. Der Sendetermin im Ersten dürfte wohl im Herbst 2021 liegen.