Peter Mygind: "Ich bin definitiv kein Einzelgänger"

Peter Mygind spielt einen unkonventionellen Kommissar in der neuen Krimi-Reihe "Dan Sommerdahl" - "Eine Mischung aus Inspector Barnaby und Miami Vice", wie er im Interview verrät.

In der neuen vierteiligen Krimi-Reihe "Dan Sommerdahl" (immer sonntags, ab 20. September, 22.15 Uhr, ZDF) ermittelt Kommissar Dan Sommerdahl (Peter Mygind) gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Flemming Torp (André Babikian) vor der malerischen Kulisse der dänischen Stadt Helsingør.

Trailer zu "Dan Sommerdahl"
Trailer zu "Dan Sommerdahl"

Kreiert wurden die Filme frei nach den entsprechenden Romanen von Krimiautorin Anna Grue, in Dänemark so populär wie Jussi Adler-Olsen. Die Bücher für die Serienadaption stammen von Lolita Bellstar.

Peter Mygind - Ein internationaler Star

Hauptdarsteller Peter Mygind ist nicht nur in seinem Heimatland Dänemark, sondern auch international sehr erfolgreich. Im vergangenen Jahr war er im britisch-US-amerikanischen Spielfilm "Last Christmas" neben Emilia Clark zu sehen. In Deutschland wurde er vor allem bekannt durch seine Rollen in den dänischen Serien "Anna Pihl - Auf Streife in Kopenhagen" (2007) und "Borgen - Gefährliche Seilschaften" (2012).

Aktuell ist er in der Serie "Darkness" auf Arte zu sehen (ab 17. September, 21.45 Uhr). Auch in deutschen Filmen wird er gerne besetzt. Zum Beispiel spielte er im "Tatort - Borowski und der brennende Mann" (2013) neben Axel Milberg und im TV-Film "Mein Altweibersommer" stand er mit unserer GOLDENEN KAMERA-Preisträgerin Iris Berben vor der Kamera.

Im Interview verrät der Star vor welchen Schwierigkeiten seine Ermittlerfigur steht, wie es in Staffel 2 weitergeht und wie wichtig ihm Familie ist.

Peter Mygind im Interview

Was erwartet die Zuschauer bei der neuen Krimi-Reihe "Dan Sommerdahl"?

Eine Mischung aus Inspector Barnaby und Miami Vice. Wir sind ein Blue Sky Crime, was bedeutet, dass wir ein bisschen heller sind und die Sonne ein wenig mehr scheint als in den typischen Nordic Noir Serien. Unser Anspruch ist, einen spannenden Krimi mit den persönlichen Herausforderungen der Protagonisten interessant zu kombinieren. Wir drehen im schönen Helsingør mit Schloss Kronborg als zentralem Punkt, das schon William Shakespeare als Handlungsort für Hamlet diente. Wir sind drei alte Freunde, die zusammenarbeiten und von denen zwei, Dan Sommerdahl und Marianne Sommerdahl noch verheiratet sind. Aber es gibt Risse in unserer Freundschaft.

Wie tickt der neue dänische Ermittler?

Er liebt seine Arbeit und ordnet ihr alles unter. Aber das hat natürlich auch Konsequenzen.

In welchen privaten Schwierigkeiten befindet sich das Ehepaar Sommerdahl?

Sie sind seit 25 Jahren verheiratet und es wird deutlich, dass Dan Sommerdahl vergessen hat zu kommunizieren. Er denkt, alles ist gut, aber wenn man vergisst einander ernst zu nehmen, dann geht es schief. Und dann steht Dans bester Freund Flemming in der Kulisse.

Haben Sie privat auch schon mal eine wichtige Familienfeier wegen Ihres Berufs verpasst?

Ich gebe zu, dass ich schon Geburtstage verpasst habe. Aber ich nehme meine Ehe sehr ernst. Vor vielen Jahren habe ich einen Film gedreht und in meinem Vertrag stand, dass ich um 16 Uhr frei haben sollte, damit ich unser Kind vom Kindergarten abholen konnte. Wenn man eine Familie hat, muss man die Mitverantwortung übernehmen, egal, welchen Beruf man hat.

Welchen von den vier Fällen fanden Sie am spannendsten?

Den ersten, "Mord am Strand", weil er zeigt, in welche Verzweiflung der Wunsch nach einer Familie Menschen stürzen kann.

Dan Sommerdahl will seit Jahren mit seiner Frau nach Bali reisen. Haben Sie auch ein unerfülltes Traumreiseziel?

Nein, eigentlich nicht. Ich bin ein sehr privilegierter Mensch und bin sehr viel mit meiner Familie gereist. Allerdings war ich noch nicht in Australien und Neuseeland, das würde mich nochmal reizen.

Haben Sie manchmal auch privat das Bedürfnis, sich auf ein Boot zurückziehen?

Nein, das Bedürfnis habe ich nicht. Ich lebe mit vier Generationen in einem Haus. Meine Schwiegermutter, mein älterer Sohn mit Frau und zwei Kindern, sowie meine Frau Lise und ich zusammen mit unserem jüngsten Sohn. Bei uns ist immer etwas los, wir verstehen uns gut und ich liebe es. Ich bin definitiv kein Einzelgänger.

In der ersten Folge werden das Schicksal und die Ausbeutung illegaler Einwanderer in Dänemark thematisiert. Das Asylgesetz ist in Dänemark sehr streng. Wie ist die Stimmung in Ihrem Land gegenüber Migranten?

Ich und die meisten Freunde, die ich kenne, haben ein großes Herz und Mitgefühl Migranten gegenüber. Ich habe selbst NGO-Arbeit für Migrantenkinder gemacht und Spenden gesammelt. Außerdem haben wir seit 22 Jahren PLAN-Kinder in Afrika und Indien.

Sie drehen bereits die zweite Staffel. Können Sie uns schon etwas über die neuen Fälle verraten?

Jetzt kennen wir einander noch besser und unser Autorenteam hatte aufgrund von Corona mehr Zeit zum Schreiben. So habe ich das Gefühl, dass die zweite Staffel noch besser wird. Auch das Beiziehungsgeflecht zwischen Dan, Marianne und Flemming wird noch spannender.

Sie sind international sehr erfolgreich. Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Film- und Serienprojekten aus Deutschland, Dänemark und Hollywood?

Beim Drehen selbst gibt es keine großen Unterschiede. Nur bei dem ganzen Drumherum. In Deutschland sind die Wohnwagen für uns Schauspieler ein bisschen größer als in Dänemark und bei einem Universal Pictures Film, sind die Wohnwagen eben noch größer und das Essen ein bisschen mehr Michelin (lacht).

Sie haben in "Mein Altweibersommer" mit unserer GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Iris Berben zusammengedreht. Wie war die Zusammenarbeit?

Es war ein sehr, sehr großes Vergnügen mit Iris Berben zu arbeiten. Wenn die Kamera läuft, ist sie unglaublich professionell. Egal, ob im Regen oder im warmen Bärenkostüm, sie war immer voll da, als würde ihr das alles nichts ausmachen. Auch die Zusammenarbeit mit Regisseur Dustin Loose hat mir viel Spaß gemacht.

Was sind Ihre nächsten Filmprojekte?

Für nächstes Jahr stehen drei Serienprojekte an, darunter eine Serie von Lars Von Trier und eine von Adam Price ("Borgen"), dazu hoffentlich noch eine dritte Staffel "Dan Sommerdahl". Außerdem wünsche ich mir, noch mehr in Deutschland zu arbeiten, das macht mir sehr große Freude.