Claudia Michelsen deckt im "Polizeiruf 110: Tod einer Toten" ihren Chef

Der erste "Polizeiruf 110" der Saison liefert gewohnt spannende und düstere Unterhaltung aus Magdeburg.

Was für ein Spätsommer. Warme Sonnenstrahlen haben uns die letzten Tage noch mal versüßt. Doch wer das Wochenende mit dem "Polizeiruf 110: Tod einer Toten" (Sonntag, 20.09., 20.15 Uhr im Ersten) ausklingen lässt, der weiß nach fünf Minuten wie sich Dunkelheit anfühlt. Der neue Fall aus Magdeburg ist düster, beklemmend, aber durchaus spannend.

Darum geht's im "Polizeiruf 110: Tod einer Toten"

Obwohl Kriminalrat Lemp (Felix Vörtler) getrunken hat, steigt er nach einer Feier in sein Auto. In einem Wald gibt es plötzlich einen Knall: Lemp hat einen Mann (Ben Münchow) angefahren. Als er Hilfe rufen will, verschwindet der Mann spurlos. Mit einem schlechten Gewissen lässt Lemp das Geschehene auf sich beruhen. Wenig später werden er und Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) in genau diesen Wald gerufen. Eine Frau ist dort erschossen worden. Brasch durchkämmt den Wald und entdeckt in einem Auto ein verängstigtes, kleines Mädchen. Ein Gentest ergibt, dass es die Tochter der Toten ist. Auch die Identität des Opfers kann geklärt werden: Jessica. Allerdings wurde Jessica bereits vier Jahre zuvor nach einem Autounfall für tot erklärt.

Ihr Vater Werner Mannfeld (Christian Kuchenbuch) kann den Beamten nicht weiterhelfen. Seine Frau ist gerade erst gestorben und er hatte ein zerrüttetes Verhältnis zu seiner Tochter, da diese bereits mit 14 Jahren anfing Drogen zu konsumieren. Als Mannfeld von der Existenz seiner Enkeltochter erfährt, nimmt er das Mädchen bei sich auf. Währenddessen macht sich Lemp große Vorwürfe: Wo steckt der Mann, den er angefahren hat? Ist dieser in den Mord verwickelt? Brasch versucht ihrem Chef zur Seite zu stehen.

Hintergrund

Christian Kuchenbuch, der hier den Vater der Toten darstellt, war in diese Woche schon mal in einem Krimi als Vater zu sehen. In "Marie Brand und die falschen Freunde" spielte er Hartmuch Weisach, den Vater von Daniel (Christian Erdt), einem ehemals guten Freund von Simmel (Hinnerk Schöneann). Außerdem stand Kuchenbuch für "Ein starkes Team: Abgetaucht" vor der Kamera. Der 56-Jährige ist Sohn des Schauspielers Roland Kuchenbuch und Bruder von Robert Kuchenbuch, der ebenfalls als Schauspieler tätig ist.

Ben Münchow, der hier das verschwundene Verkehrsopfer spielt, stammt ebenfalls aus einer Schauspielerfamilie. Auch seine Großeltern Heinz und Vera Münchow und sein Vater Torsten Münchow, sowie seine Schwester Antonia Münchow sind Schauspieler. Der 29-Jährige spielte 2013 im "Tatort: Feuerteufel" seine erste Hauptrolle. Durch die Kinofilme "Rock It" und "Rockabilly Requiem" (2016, mit Ruby O'Fee) erlangte er große Bekanntheit. Außerdem spielt Münchow u.a. in "Boy 7", "Nur Gott kann mich richten" und "Tödliches Comeback" mit.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Der "Polizeiruf 110: Tod einer Toten" wurde vor der Corona-Pandemie im November und Dezember letzten Jahres gedreht. Dabei hätte sich das Drehbuch bestens für die derzeitigen Set-Vorschriften geeignet: Es gibt viele Einzel- oder Zweieraufnahmen, als Motive dienen ein einsamer Bauernhof, Felder und Wälder.

Es ist der zweite Fall von Michelsen ohne Matschke. Aber so ganz allein ermittelt Brasch nicht. Sie muss Lemp, der sich strafbar gemacht hat, helfen. Das alleine ist eine spannende Ausganglage und Lemp erhält endlich den Raum, der ihm zusteht. Gewohnt düster und bedrückend, wie wir es aus der Magdeburger Krimireihe kennen, klärt sich der Mord peu à peu auf.

Nach zwei sehr durchwachsenen "Tatorten" zeigt der erste "Polizeiruf 110" der neuen Saison endlich wieder, wie spannende Sonntagabendunterhaltung funktioniert.