Jürgen Prochnow in "Der Alte und die Nervensäge"

In seinem neuen Film "Der Alte und die Nervensäge" flieht Jürgen Prochnow vor seiner Familie. Auch im wahren Leben war es Zeit für eine Veränderung.

Darum geht's in "Der Alte und die Nervensäge"

Mit Mitte 70 noch einmal neu durchstarten? Alles hinter sich lassen, den Problemen entfliehen, einfach abhauen? Der Witwer Wilhelm Schürmann (Jürgen Prochnow) macht genau das: Nach einem Schwächeanfall fordert seine überfürsorgliche Tochter (Katja Studt), er solle zu ihr ziehen. Doch der Dickschädel hat keine Lust auf seine lärmenden Enkel. Kurz entschlossen steigt er in seinen Camping-Oldtimer und drückt aufs Gaspedal.

Motto: „Ich bin dann mal weg!“ Schürmann möchte noch einmal jene Orte aufsuchen, die ihn an seine Frau erinnern. Dumm nur, dass er nicht allein unterwegs ist: Der 16-jährige Ausreißer Felix (Marinus Hohmann) heftet sich dreist an die Fersen des wortkargen Rentners – und ehe sichs beide versehen, stolpern sie von einem Abenteuer ins nächste.

Hintergrund

Auf Generationengeschichten setzt Jürgen Prochnow (GOLDENE KAMERA 1986) schon seit „Leanders letzte Reise“ (2017). Auch sein kommender Film „Eine Handvoll Wasser“ (2021) greift das Thema auf.

„Das hängt mit meinem Alter zusammen“, so der 79-Jährige im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA über sein neuestes Werk „Der Alte und die Nervensäge“ (Freitag, 11. Dezember, 20.15 Uhr im Ersten und bereits ab dem 9.11. in der ARD-Mediathek). „Im Film prallen zwei Generationen aufeinander – und finden nach viel Gerangel zueinander.“

Jürgen Prochnow im Interview

Musste er sich ob seines Alters selbst schon mal gegen Überfürsorglichkeit wehren? Der Schauspieler winkt ab: „Zum Glück werde ich noch nicht gefragt, ob ich mir frische Unterhosen angezogen habe. Aber natürlich gibt’s viele Leute, die im Alter eine Herabwürdigung der eigenen Person erfahren.“ Den Roadtrip im Film sieht er als „eine Reise zu sich selbst“.

Prochnow ist längst bei sich angekommen: 2017 zog er mit seiner Frau Verena Wengl