Elena Uhlig, Felicitas Woll und Gesine Cukrowski sind die "Weihnachtstöchter"

Die Weihnachtstöchter von links: Katarina (Elena Uhlig), Regina (Gesine Cukrowski), Diana (Felicitas Woll)
Die Weihnachtstöchter von links: Katarina (Elena Uhlig), Regina (Gesine Cukrowski), Diana (Felicitas Woll)
Foto: ZDF / christian lüdeke
Drei Schwestern streiten ums Erbe und alte Verletzungen. "Weihnachtstöchter" (Montag, 14. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF) ist eine bissige Festtagskomödie mit viel Dialogwitz und toller Besetzung.

Seinen letzten Willen hat Johann König auf ein Blatt geschrieben: „Streitet euch nicht!“ Drei dürre Worte. Das ist das Testament. Für die drei Töchter ein Affront. Ohnehin hält sich ihre Trauer in Grenzen. Ihr Vater, ein Großbäcker, ist kurz vor Weihnachten tödlich verunglückt. Nun lädt der Firmenanwalt ins väterliche Haus. Er will versöhnen, denn der Betrieb steht vor dem Aus. Nur die Töchter könnten helfen – wenn sie denn wollten.

Doch die drei Grazien reißen lieber alte und neue Wunden auf: Wird das noch was bei dir mit dem Nachwuchs? Hast du mir wieder Chili auf den Lippenstift gemacht? Warum bist du mit meinem Freund ins Bett gegangen? Das sind noch die harmloseren Spitzen in dem erfrischend sarkastischen Scharmützel der „Weihnachtstöchter“ von Regisseur und Autor Rolf Silber, bei dem auch der Geist des Verstorbenen (Peter Lerchbaumer) mitspielt.

Die drei Hauptdarstellerinnen

Im Zentrum aber steht das ungleiche Trio: Regina, Katarina und Diana. „Regina war drei Jahre alt, als sie eine Halbschwester bekam. Diese Entthronisierung hat die Erstgeborene nie verkraftet. Sie fühlt sich permanent benachteiligt“, sagt Gesine Cukrowski über ihren Part. Die 52-Jährige hat selbst drei Geschwister. „Geschwister sind oft wie Radfahrer. Sie treten nach unten – also die jeweils Jüngeren. Wir haben uns gekloppt und geliebt, aber heute sind wir gut befreundet.“

Elena Uhlig spielt Katarina, die Mittlere: „Sie ist sozial und patent, aber viel einsamer, als sie zugibt“, sagt die 45-Jährige, die selbst vierfache Mutter ist: „Da sehe ich schon, dass Kinder genau auf die anderen schauen. Nach dem Motto: Was ist meins und was ist deins.“

Die Dritte in der wenig trauten Trauerrunde ist Diana. Felicitas Woll (40) spielt das Küken: „Die dunkle Garderobe und das Augen-Make-up unterstreichen den rabiaten Panzer, den sich Diana zugelegt hat. Darunter ist sie sensibel – wie die anderen auch. Es geht um verletzte Kinderseelen: Jede hat um die Liebe des Vaters gebuhlt, aber nie die Eifersucht des Kindes überwunden.“

Das Fest 2020: spontan und still

Anders als im Film herrschte hinter den Kulissen gute Stimmung. Auch in Sachen Festschmaus 2020 sind sich Cukrowski, Uhlig und Woll einig: Bei allen steht die Weihnachtsgans ganz oben auf der kulinarischen Wunschliste, der Klassiker also. Ansonsten wird das Fest in diesem Jahr wohl etwas anders sein.

„Spontaner und stiller“, meint Felicitas Woll, die mit zwei Kindern in der Nähe von Kassel lebt. „Ich glaube, wir sind uns durch Corona der Familie stärker bewusst. Jeder freut sich, wenn alle gesund zusammen sein können, ob in großer oder kleiner Runde. Es werden kuschelige Weihnachten."

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Anfangs mutet die Tragikomödie etwas kitschig an, pendelt sich dann aber bei einer gelungenen Mischung aus Ernst, Witz und Gefühligkeit ein. Die Darstellerinnen geben den Zickenkrieg mit großer Spielfreude und so nuanciert, das bei aller Überspitzung noch Menschlichkeit und Herz aufscheinen.