Neue Mission fürs "Traumschiff"

Leinen los für den TV-Klassiker! Wer die beiden Festfolgen sieht, ahnt nicht: Die Dreharbeiten waren schwer wie nie!

Es ist so weit: „Das Traumschiff“ sticht wieder in See. Diesmal nimmt es Kurs auf Kapstadt und die Seychellen. Selten war das Fernweh der Fans wohl größer. Und selten war die Produktion des TV-Hits so wenig planbar. Aber auf den großen weißen Dampfer ist Verlass: Wie seit 30 Jahren laufen im ZDF auch am 26. Dezember ("Das Traumschiff: Kapstadt", Samstag, 26. Dezember, 20.15 Uhr) und an Neujahr ("Das Traumschiff: Seychellen", Freitag, 1. Januar, 20.15 Uhr) neue Folgen.

Das ist alles andere als selbstverständlich: Die Produktion geriet durch Corona ernsthaft in Probleme. Die besonderen Bedingungen des Drehs zeigt das Zweite in einem „Spezial“ (am 26.12. um 23.20 Uhr).

Zu Beginn der Aufnahmen für die Kapstadt-Episode lief im Januar und Februar noch alles nach Plan. Erst wurden wie immer die Aufnahmen an Land gemacht, also in Südafrika, danach die Szenen auf dem Schiff – das nur im Film am Kap der Guten Hoffnung liegt. In Wirklichkeit entstehen alle Hochseebilder anschließend auf der regulären Route der „MS Amadea“, in diesem Fall auf der Strecke von San Francisco nach Panama City.

Das Filmteam sollte dort eingeflogen werden – ausgerechnet in genau jenen Wochen, in denen die Coronapandemie die Welt komplett veränderte. Überall machten Häfen dicht, Tausende Flüge fielen aus. Verheerend für eine TVProduktion wie „Das Traumschiff“.

Selbst Florian Silbereisen konnte als Kapitän Max Parger nicht zu seiner Crew stoßen: Er hing in Deutschland fest. Nichts lief nach Drehbuch. Zum Glück waren Barbara Wussow und weitere Schauspieler bereits kurz zuvor an Bord gegangen.

Skriptautor Jürgen Werner reagierte prompt und schrieb entsprechende Szenen so um, dass sie zunächst ohne Florian Silbereisen aufgenommen werden konnten. „Durch diese Änderungen hatte ich natürlich viel mehr Text“, berichtet Barbara Wussow, die Hoteldirektorin Hanna Liebhold spielt, im Gespräch mit GOLDENE KAMERA.

Manchmal war es so, dass die Schauspielerin plötzlich ans Set gerufen wurde und ihr gar keine Zeit blieb, vorher die Dialoge zu lernen. Das musste während der Probe passieren. „Da ich eine Schnelllernerin bin, hat es gut geklappt“, sagt Wussow.

Übrigens ist es purer Zufall, dass sich die Kapstadt-Folge auch um den Impfstoff gegen ein Virus dreht. Die heile Welt, die zum „Traumschiff“ gehört, wird also auch diesmal nicht erschüttert.

Da das Schiff keinen Hafen anlaufen durfte, waren die 500 Passagiere, die Crew und das ZDF-Team über zwei Wochen unterwegs. Für alle eine unerwartet lange Reise. Die Kostümbildnerinnen begannen damit, Masken für die Ankunft in Deutschland zu nähen. Zunächst war völlig unklar, ob überhaupt weitergedreht werden konnte. Entsprechend groß die Erleichterung, als im Juli 2020 endlich wieder die erste Klappe fiel. Diesmal mit Florian Silbereisen an Bord.

Statt im türkisblauen Meer entstanden die fehlenden Szenen in einer Werft in Bremerhaven. Wie das funktioniert? Mit einer sogenannten Green Box. Technische Tricks ersetzen das exotische Flair. „Ich bin fasziniert, was man alles machen kann“, sagt Barbara Wussow. „So hat das Team unser Traumschiff gerettet.“