"Liebe ist unberechenbar": Michael Gwisdeks letzte Rolle

Michael Gwisdek in seiner letzten Rolle als alternder Starkomiker Franz
Michael Gwisdek in seiner letzten Rolle als alternder Starkomiker Franz
Foto: ARD Degeto/Britta Krehl
In der starbesetzten TV-Komödie “Liebe ist unberechenbar“ (Freitag, 15. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) ist Schauspieler Michael Gwisdek in seiner letzten Rolle zu sehen.

Ein eingespieltes Team: Zum zweiten Mal sind die TV-Stars Tanja Wedhorn und Heino Ferch innerhalb eines Jahres Hauptfiguren einer Beziehungskomödie.

Michael Gwisdeks letzte Rolle

Der scheue, wortkarge Mathematikprofessor Leonard (Heino Ferch) trifft auf die spontane, lebenslustige Uni-Hilfskraft Judith (Tanja Wedhorn). Gar nicht so einfach, mit diesen Charaktereigenschaften auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Eine noch größere Herausforderung ist, dass auch Leonards Vater (Michael Gwisdek) mitmischt.

Während der Dreharbeiten konnte niemand ahnen, dass dies Gwisdeks letzte Rolle sein würde. Im September 2020 starb der 78-jährige Schauspieler nach kurzer, schwerer Krankheit. „Die Nachricht von seinem Tod hat mich kalt erwischt und sehr betroffen gemacht“, sagt Heino Ferch. „Wir kannten uns lange. Die Dreharbeiten mit ihm waren ein Geschenk. Wir haben vorher schon zwei, drei Mal zusammengearbeitet, aber noch nie so eng wie in diesem Film, als er meinen Vater gespielt hat.“

Darum geht’s in “Liebe ist unberechenbar“

Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Leonard und Judith, die eher durch Zufall an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Der stille Leonard wird dazu verdonnert, Studierende für die Magie der Zahlen zu begeistern. Judith soll ihn mit ihrem Esprit bei den Vorträgen unterstützen, obwohl sie mit Mathematik bisher wenig am Hut hatte: Sie war Kellnerin im Campus-Café.

Zum neuen Job verhalf ihr ihre Langzeitaffäre Stefan (Knut Berger). Ziel: Judith soll als Mitarbeiterin am Lehrstuhl weiterhin im günstigen Uni-Apartement wohnen können. Im Laufe der Zeit beginnt Judith allerdings, sich nicht nur für Mathematik zu begeistern, sondern auch für den scheuen Leonard.

„Eine glatte 5“

Ferch hatte großen Spaß an seiner Rolle: „Dieser verklemmte Mensch hat nichts mit mir zu tun, und das ist der Reiz“, sagt der TV-Star. „Leonard hat eine Phobie vor Menschen, Fröhlichkeit und Frische. Die größte Herausforderung war es, über 20 Drehtage komplett unsouverän durchs Leben zu gehen, denn ich habe die Rolle in dieser Zeit nicht abgestreift.“

Musste Ferch auch die Leidenschaft für Mathematik spielen, oder hat er persönlich ein Faible für Zahlen? „Mein Gefühl dazu ist eine glatte 5“, sagt er. „Ich habe mich in der Schule mehr mit Turnen beschäftigt als mit Rechnen. Wenn man in der Schule in den ersten zwei Jahren nicht wirklich das Zeug drauf hat, hat man nach hinten raus keine Chance. Ohne Grundlagen fliegt einem dieses Fach um die Ohren. Das war bei mir ab der 8. Klasse Realität.“

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Als Schauspieler meistert Ferch die Rolle des Mathematikers mit einer glatten 1. Auch die Chemie mit Kollegin Tanja Wedhorn stimmt so gut, dass es bereits Ideen für einen dritten gemeinsamen Film gibt. „Ferch plus Wedhorn“: Das scheint eine echte Erfolgsformel zu sein.