"Wuff: Folge dem Hund" - Filmstars mit Fell

Wenn aus Vierbeinern gefragte Schauspieler werden: Eine Trainerin verrät, wie sie die Hunde in Detlev Bucks Film „Wuff“ zu Stars machte.

Eine Bulldogge, die nur feinstes Futter frisst, ein Mischling, der immer ausbüxt, ein flauschiger Berner Sennenhund, der ständig das eigene Herrchen anbellt. Auch Hunde haben ihre Eigenheiten, und die geben in der romantischen Komödie von Detlev Buck den Ton an. In "Wuff: Folge dem Hund" (Dienstag, 19. Januar, 20.15 Uhr, Sat.1) sind die Vierbeiner die eigentlichen Stars, schlauer und sportlicher als so mancher Mensch und mindestens so präsent wie die Hauptdarsteller Emily Cox, Johanna Wokalek, Frederick Lau und Kostja Ullmann.

Trailer: "Wuff: Folge dem Hund"

Ein Streuner macht Karriere

Die tierische Hauptrolle übernahm Mischlingshund Bozer, der von Trainerin Carola Conrad gecastet wurde. Seit 35 Jahren arbeitet sie mit Tieren, ob für Kinofilme oder den "Tatort". Bozer, der vor der Kamera wie ein Vollprofi agiert, fand sie zufällig. Sechs Wochen vor Drehbeginn war seine Rolle noch nicht besetzt. Conrad verzweifelte fast: „Buck wollte die Hunde alle nicht. Der eine war ihm zu bunt, der andere zu klein, der nächste zu groß. Wie viele Hunde wir da angeschleppt haben! Die Zeit lief uns weg.“

Sie weitete ihre Suche von Deutschland nach Polen aus. Dort wurde ihr in einem Tierheim ein graubrauner Mischling vorgestellt. „Er sprang erst mal auf den Schreibtisch und riss die Akten runter.“ Conrad entschloss sich gegen den Hund: „Diesen verrückten Kerl nehme ich nicht.“ Dabei entsprach Bozers Aussehen genau der Rollenbeschreibung. Schon auf dem Rückweg änderte sie ihre Meinung, holte Bozer – und der überzeugte Buck.

In den verbleibenden sechs Wochen verwandelte sie den Streuner in einen Schauspieler, inzwischen spielt er auch in der RBB-Serie „Warten auf’n Bus“ mit. Ein Profi ist hingegen Toshi, der in „Wuff“ als Bozers Kollege Simpson auftritt. Von 2011 bis 2018 spielte er Hund Keks in der ZDF-Sendung „Löwenzahn“. So brachte der Berner Sennenhund jede Menge TV-Erfahrung mit an den Set: „Der Dreh war lässig für ihn.“

Das erleichterte Conrad die Arbeit, denn trotz ihres Knowhows war „Wuff“ keine Routine – Hunde haben eben ihren eigenen Kopf. Und sie musste ein Riesenrudel bändigen: Über 40 von ihr trainierte Hunde sind in dem Film zu sehen. „Das war die größte Geschichte, die ich je gemacht habe.“ Besonders die Szenen vom Fußballturnier der Hunde waren herausfordernd: „Ein Hund gibt keinen Ball ab und nimmt ihn wieder auf“, erklärt Conrad. Lösung: viel Training und Arbeit in Kleingruppen.

Mal knurrig, mal lieb

Doch wann eignen sich Hunde als Filmstars? „Sie müssen Menschen, Futter und Spielzeug mögen und angstfrei sein.“ Unter diesen Voraussetzungen funktioniert das Training. Welche Tricks sie lernen, hängt von Rolle und Rasse ab, natürlich werden dabei auch gängige Klischees bedient: „Der Rottweiler muss knurren, der Golden Retriever nur lieb gucken.“ Ihre Gage aber ist gleich. Pro Tag kostet ein Hund zwischen 400 und 1500 Euro – je nach Aufwand. „Für 400 Euro läuft er von A nach B, für 1500 kann er fast zählen oder sprechen.“ So viel sei verraten: In „Wuff“ sprechen die Spürnasen nicht, aber sie haben einen sehr guten Riecher dafür, was das Beste für ihre Besitzer ist.