In "Ruhe! Hier stirbt Lothar" leben Totgesagte länger

Berührend und komisch: In dem TV-Film "Ruhe! Hier stirbt Lothar" glaubt ein Mann, dass er todkrank ist. Doch dann kommt alles anders.

Das hat Lothar (Jens Harzer) sich ganz anders vorgestellt: Sein Leben kannte bislang weder große Hochs noch Tiefs, doch dann erhält er eines Tages eine Schockdiagnose: Krebs! Unheilbar! Nur noch wenige Monate bleiben ihm laut Meinung des Arztes. Und wie immer will er nichts dem Zufall überlassen, alles selbst in der Hand haben: Er verkauft sein Haus, seine Firma, gibt seinen Hund ins Tierheim, das Ersparte auf ein Spendenkonto und zieht ins Hospiz. Wer rechnet schon damit, dass der Arzt eine Fehldiagnose gestellt hat?

Die bewegende Tragikomödie „Ruhe! Hier stirbt Lothar“ (Mittwoch, 27. Januar, 20.15 Uhr) mit Jens Harzer und Corinna Harfouch (GOLDENE KAMERA 2007) läuft im Ersten.

Darum geht's in "Ruhe! Hier stirbt Lothar"

Lothar ist ein sehr spezieller Mensch. Er mag sich selbst genauso wenig wie andere. Weil er so griesgrämig ist, hat er es sich mit seiner Familie und seinen Freunden längst verscherzt. Das Einzige, was er wirklich liebt, ist sein Hund Bosco. Und die marokkanischen Fliesen, die er in seinem Laden verkauft hat. Im Hospiz trifft er auf die offene, emotionale Rosa (Corinna Harfouch). Und verliebt sich.

Hintergrund

„Was mich sofort begeistert hat, ist die Lakonie, der Witz und auch die Ernsthaftigkeit des Drehbuchs. Das erinnert an Woody Allen. Und ist wirklich komisch“, sagt Regisseurin Hermine Huntgeburth.

Ihr gelingt es mit Bravour, die innige und zugleich ironische Liebe zu zeigen. „Es ist eine tiefe Beziehung, die die beiden führen. Das Äußere spielt keine Rolle, es geht nur um den Menschen.“

Als Lothar von der Fehldiagnose erfährt, muss er völlig mittellos und überfordert in sein altes Leben zurückkehren: ohne Haus, ohne Job, ohne Ersparnisse, ohne Hund. Derjenige, der allen den Rücken zugewandt hat, ist nun dringend auf Hilfe angewiesen, um überhaupt irgendwann einmal wieder Fuß fassen zu können. Dabei scheint er langsam zu begreifen, dass Höhen und Tiefen das Leben erst ausmachen. Es ist besonders die Begegnung mit Rosa, die viel in Lothar verändert.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Hermine Huntgeburth gelingt ein Film mit sehr viel Gefühl, Ästhetik und feinsinnigem Humor. Zurzeit arbeitet die erfolgreiche Regisseurin daran, ihr neues Projekt vorzubereiten: In diesem Jahr wird sie eine Serie für Sky drehen.