"Sarah Kohr - Schutzbefohlen": Showdown in Hamburg

Sex, fliegende Fäuste und umstrittende Wirtschaftsprojekte - Im neuen "Sarah Kohr"-Fall kommt einiges zusammen.

Nachdem sich jüngst Olga Lenski (Maria Simon, GOLDENE KAMERA 2016) und "Kommissarin Heller" (Lisa Wagner, GOLDENE KAMERA 2017) von den Bildschirmen verabschiedet haben, bleibt wenigstens eine toughe Kommissarin den TV-Zuschauern erhalten: "Sarah Kohr" löst in der Folge "Schutzbefohlen" (Montag, 1. Februar, 20.15 Uhr im ZDF und bereits in der Mediathek) ihren fünften Fall.

Trailer: "Sarah Kohr - Schutzbefohlen"

Darum geht's in "Sarah Kohr - Schutzbefohlen"

Der chinesische Geschäftsmann Mian Chen (Vu Dinh) besucht mit seiner Tochter Mailin (Maya Ai-Nhi Nguyen) den Hamburger Hafen. Dort ist sein Vater gemeinsam mit der LKA-Mitarbeiterin Lisa über die Kaimauer gestürzt und gestorben. Chen will sich am Wasser an ihn erinnern. Doch die Zeremonie wird durch ein heranrasendes Spielzeugboot unterbrochen. Plötzlich explodiert eine Bombe und Schüsse fallen.

Gerade noch rechtzeitig kann Kommissarin Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) den chinesischen Investor und seine Familie retten. Sie hatte Chens Personenschützer Olaf Stölzer (Max Simonischek) verfolgt, weil dieser einen Fingerabdruck hat überprüfen lassen, der Henning Lanz (Sebastian Blomberg) gehört.

Lanz, auch ein ehemaliger LKA-Mitarbeiter, hat die Seiten gewechselt und ist untergetaucht. Schnell finden die Ermittler heraus, dass er auch den Anschlag auf Chen verübt hat. Will er durch dessen Tod den umstrittenen Ausbau des Hamburger Hafens vereiteln oder verfolgt Lanz ganz andere persönliche Ziele?

Staatsanwalt Anton Mehringer (Herbert Knaup) möchte, dass Sarah Kohr die chinesische Familie beschützt und gleichzeitig die Fährte von Lanz aufnimmt.

Hintergrund

Auch im fünften Teil der "Sarah Kohr"-Reihe spielt Lisa Maria Potthoff die Kampfszenen selbst.

Interview mit Lisa Maria Potthoff

ZDF: Was gefällt Ihnen besonders an Sarah Kohr?

Lisa Maria Potthoff: Ich empfinde Sarah als eine sehr moderne Frauenfigur. Eine Frau, die Frau ist, sich jedoch zu helfen weiß – sei es verbal oder körperlich. Sie ist mit den Männern auf Augenhöhe: zwar bindungsgestört, wie viele Männer, doch gleichzeitig in der Lage, Gewalt einzusetzen, wenn es sein muss, und auch ihre körperlichen Reize. Das kann mitunter zu fragwürdigen Ermittlungsmethoden führen, die an der Grenze der Legalität sind. Sarah Kohr macht sich dabei schuldig und entspricht nicht der klassisch guten weiblichen Ermittlerin, die gegen Unrecht kämpft. Dadurch wird sie streitbar und wirkt vielleicht nicht immer sympathisch.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Hier läuft einiges durcheinander: Eine alte Rechnung, die beglichen werden muss, ein umstrittenes Wirtschaftsprojekt und ganz persönliche Schicksale. Dies ist sicher kein Krimi, bei dem man mal kurz wegschauen kann. Ansonsten könnte man bei diesem holprigen Fall schnell den Durchblick verlieren.

Die Person, die hier trotzdem alles zusammenhält, ist Sarah Kohr. Ihre toughe Art, ihre rauen Sprüche, ihre fliegenden Fäuste und Tritte sowie ihr Auftreten als verführerische Frau sind eine wahre Bereicherung in der deutschen Krimilandschaft.

Auch wenn hier sehr viele verschiedene (attraktive) Figuren aus unterschiedlichsten Interessen agieren und somit für Verwirrung sorgen, stimmt am Ende das große Ganze des actiongeladenen Thrillers.