Leonardo DiCaprio: König von Hollywood

Leonardo DiCaprio (46)
Leonardo DiCaprio (46)
Foto: picture alliance/dpa/Jiji Press Photo | Morio Taga
Wie Leonardo DiCaprio zum besten – und wählerischsten – Filmschauspieler seiner Generation wurde.

Was macht Leonardo DiCaprio gerade? Laut Branchendienst IMDb Pro hat der Star aktuell 46 (!) Filmprojekte in Planung – darunter Biopics über Leonardo da Vinci und Ex-US-Präsident Ulysses S. Grant.

Ob er diese Rollen auch wirklich spielen wird? Ungewiss. Denn wohl kein zweiter US-Schauspieler wählt seine Filme so gewissenhaft aus wie DiCaprio (46). Die Folge: Anders als bei anderen A-List-Stars muss man in DiCaprios 30-jähriger Karriere schlechte Filme lange suchen.

Längst bekommt der Oscarpreisträger die besten Skripte in Hollywood als Erster. Die größten Regisseure wollen ihn für ihre Filme – sei es Christopher Nolan („Inception“), Alejandro González Iñárritu („The Revenant“) oder Quentin Tarantino („Django Unchained“). Die neue Doku "Leonardo DiCaprio: Most Wanted!" (Freitag, 5. Februar, 22.25 Uhr, Arte und bis zum 6. März 2021 hier in der Arte-Mediathek) zeichnet seinen Aufstieg nach.

Teenieschwarm mit 14

Angefangen hat er als Kinderstar Anfang der 90er. Der erste Erfolg in den Comedyserien „Eine Wahnsinnsfamilie“ und „Unser lautes Heim“ war prägend. „Ich war mit 14 Jahren in Teeniezeitschriften“, erinnert er sich gegenüber GOLDENE KAMERA. „Natürlich gefiel mir diese Aufmerksamkeit. Aber ich sah dort auch, wie schnelllebig das Geschäft ist. Damals entschied ich, welche Art Schauspieler ich sein wollte.“

Fortan mied DiCaprio typische Teenierollen - auch dank seines Vaters George: „Er hat mich früh animiert, mich auf anspruchsvolle Filme und Rollen zu konzentrieren und dafür auch Risiken einzugehen.“

Dann mit 23 Jahren der Megaerfolg: „Titanic“. „Ich bin mir stets bewusst, dass ich mit meiner Karriere den Hauptgewinn gezogen habe“, sagt er heute. „Einige meiner Freunde sind Schauspieler, die immer noch zu kämpfen haben. Umso wichtiger ist mir, meine Chancen nicht zu vergeuden.“

Keine Blockbuster

Oft bedeutet das, Nein zu sagen. Im Laufe der Jahre schlug DiCaprio viele lukrative Rollen aus: Anakin in „Star Wars II“ oder die Hauptrollen in „Spider-Man“ und „Matrix“. Noch heute verzichtet DiCaprio auf Blockbuster und damit auf viel Geld. Wohl auch wegen des einstigen „Titanic“-Hypes um seine Person.

Längere Pausen zwischen Filmen füllt DiCaprio unter anderem als Produzent von Dokus zu Umweltthemen – seiner zweiten großen Leidenschaft. Derzeit steht der Star aber wieder vor der Kamera. Für Oscarpreisträger Adam McKay („The Big Short“) dreht er „Don’t Look Up“ mit Meryl Streep. Danach folgt Martin Scorseses „Killers of the Flower Moon“ mit Robert De Niro über eine Mordserie an Ureinwohnern in den 1920ern in Oklahoma. Es scheint, der nächste DiCaprio-Flop wird weiter auf sich warten lassen.

Bis zum 6. März