Jan Josef Liefers in "Tod von Freunden"

Bernd Küster (Jan Josef Liefers, r.) hält Kjell Küster (Lukas Zumbrock, l.) im Arm und hat dabei eine Waffe in der Hand.
Bernd Küster (Jan Josef Liefers, r.) hält Kjell Küster (Lukas Zumbrock, l.) im Arm und hat dabei eine Waffe in der Hand.
Foto: ZDF/Letterbox / Thorsten Jander
In der Thriller-Miniserie „Tod von Freunden“ will Jan Josef Liefers das Schicksal seines Sohnes ergründen.

Ein nächtlicher Segeltörn auf der Ostsee: Während die „Orplid“ unterwegs ist, kommt es zu einem Streit an Deck – mit entsetzlichen Folgen. Ein junger Mann geht über Bord. Doch statt ihm einen Rettungsring zuzuwerfen und sofort einen Notruf abzusetzen, wartet der Käpt’n fünf Minuten. Dabei ist das Opfer der Sohn seiner Freunde. Ja, in der vierteiligen Miniserie „Tod von Freunden“ (ab Sonntag 7. Februar, 22.15 Uhr, ZDF) dreht sich alles um den Tod des Teenagers Kjell Küster (Lukas Zumbrock) – und um die Frage, wer ihn auf dem Gewissen hat. Die Serie stammt von Friedemann Fromm („Weissensee“).

Darum geht's in „Tod von Freunden“

Familie Küster aus Deutschland und Familie Jensen aus Dänemark sind ziemlich beste Freunde – zumindest auf den ersten Blick. Doch tatsächlich hat Sabine Küster (Katharina Schüttler) eine heimliche Affäre mit dem Dänen Jakob Jensen (Thure Lindhardt), während die betrogenen Partner und Arbeitskollegen Charlie Jensen (Lene Maria Christensen) und Bernd Küster (Jan Josef Liefers) – eben so heimlich – einen beruflichen Neustart in New York vorbereiten.

In dieser ohnehin explosiven Gemengelage verliebt sich auch noch Jakobs drogensüchtige Tochter Celine (Milena Tscharntke) in Bernds Sohn Kjell, während dessen autistischer Bruder Karl (Anton Petzold) die heimliche Liebe des Pärchens entdeckt. Als Kjell beim Segeln über Bord geht, kommt nach und nach jede Lüge ans Licht – und aus Freunden werden erbitterte Feinde

Jan Josef Liefers im Interview

„Das Besondere an unserer Serie ist die multiperspektivische Erzählweise“, erklärt Schauspieler Jan Josef Liefers GOLDENE KAMERA. Denn in jeder der Episoden, die an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen laufen, sähe der Zuschauer Kjells „Unfall“ durch die Brille eines anderen Beteiligten.

Gleichzeitig, so Liefers, werde das Rätsel um den Tod des Jungen mit jeder Folge etwas klarer, während zugleich neue Fragen auftauchten. „Meine Figur Bernd ist am kompromisslosesten auf der Suche nach der Wahrheit und einem Schuldigen. Das ist seine Art, mit der Trauer klarzukommen – obwohl es schließlich seinen ganzen Lebensentwurf zerstören wird.“

Kann er die Wahrheit tatsächlich ergründen? Liefers verneint: „Die Wahrheit enthält viele andere Wahrheiten. Das bestätigt auch die Wissenschaft: Laut Wahrnehmungsforschern erinnert sich jeder Zeuge eines Unfalls an andere Details des Hergangs – und viele widersprechen sich.“

Friedemann Fromm im Interview

Regisseur Fromm ergänzt: „Technisch war der multiperspektivische Dreh übrigens eine Herausforderung, weil wir alle Schlüsselszenen aus acht Blickwinkeln filmen mussten. Aber das war uns wichtig, weil es neben einer unumstößlichen Wahrheit auch noch deren Deutung gibt.“ Doch welchen Denkanstoß gibt die Serie? Friedemann Fromm: „Wahrheit ist wie ein Bumerang. Egal wie weit man sie von sich wegwirft – irgendwann kommt sie mit voller Wucht zurück.“