Aylin Tezel: "Ich bin jeden Abend völlig erschöpft ins Bett gefallen"

Foto: ZDF / Frank Dicks
In der Thrillerserie „Unbroken“ verliert Aylin Tezel ihr Gedächtnis – und ihr ungeborenes Kind. Wir trafen die Hauptdarstellerin zum Gespräch.

„Unbroken“ ist eine harte Thrillerserie mit überraschenden Wendungen sowie einer Hauptdarstellerin in Hochform – und absolut sehenswert.

Darum geht's in „Unbroken“

Wenige Wochen vor der Geburt verliert Kommissarin Alexandra „Alex“ (Aylin Tezel) ihr Baby. Der Grund allerdings ist kein medizinischer, sondern ein Verbrechen: Direkt nachdem sich die hochschwangere Polizistin in den Mutterschutz verabschiedet hat, wird sie auf einem Parkplatz betäubt und entführt. Eine Woche später taucht Alex wieder auf – blutverschmiert und nahezu nackt. Ihr Baby ist verschwunden.

Fortan kennt Alex nur ein Ziel: Sie muss herausfinden, was passiert ist. Und während ihr Lebensgefährte Leif (Sebastian Zimmler) und ihr Chef Nowak (Özgür Karadeniz) nach einigen Wochen zur Routine zurückkehren, kämpft Alex weiter – ungebrochen.

„Unbroken“ lautet deshalb auch der Titel der sechsteiligen Miniserie (ab 23. Februar, 21.45 Uhr, ZDF Neo), in der Aylin Tezel als Alex zu einem Kampf „allein gegen alle“ antritt. Im Gespräch verrät die 37-jährige Schauspielerin, wie herausfordernd der krasse Dreh war.

Aylin Tezel im Interview

Was mögen Sie an „Unbroken“, warum hat Sie das Drehbuch fasziniert?

Zunächst einmal freute ich mich, dass wir hier endlich mal wieder eine interessante Frauenfigur erzählen können, Alex ist eine komplexe Figur, nicht so eindimensional wie Frauen in den letzten Jahren oft dargestellt wurden. Viele Themen werden hier mutig angesprochen, eine ungewollte Mutterschaft, der Verlust eines Kindes, der Kampf gegen eigene Dämonen und eine Umwelt, die einen aufgibt. Und das alles im Rahmen eines treibenden Krimidramas in dem man mit seiner Heldin Schritt für Schritt der Lösung eines unheimlichen Rätsels näher kommt.

Wie tickt Alex, wie lässt sich die Rolle beschreiben?

Alex ist ein besonders starker Mensch, eine Kämpferin mit einem starken Überlebensinstinkt. Ihre eigenen dunklen Seiten verunsichern sie zwar zutiefst, treiben sie aber gleichzeitig auch voran.

Wie schwer war es mental, Alex zu spielen?

Die Rolle hat mich natürlich viel Konzentration gekostet und nach Feierabend bin ich jeden Abend völlig erschöpft ins Bett gefallen.

Ist die Rolle der Alex die bislang herausforderndste Rolle Ihres Lebens?

Ich habe auch vorher schon herausfordernde Rollen gespielt, aber die Alex in „Unbroken“ gehört definitiv zu den spannendsten Charakteren, die ich bisher erforschen durfte.

Was macht so ein krasser Dreh mit einem, wie fühlt man sich während solcher Szenen?

Es war ein besonders anstrengender Dreh, körperlich und mental. Aber weil mir die Arbeit so viel Spaß gemacht hat, war mein Energielevel sehr hoch. Das heißt, man stürzt sich in diese Szenen und vertraut seiner eigenen Kraft und der Kraft der Regie und seiner Kollegen. Oft wird man vom Ergebnis selber überrascht. Das sind die Momente, die besonders Spaß machen.

Ihr nächster spruchreifer Dreh?

Ich habe gerade in Deutschland und Israel den Kinofilm „Der Russe ist einer der Birken liebt“, nach dem gleichnamigen Roman von Olga Grjasnowa, abgedreht. Ich spiele dort die Hauptrolle Mascha in einer Geschichte über das Suchen und Finden von Heimat.

ZDFneo zeigt "Unbroken" am Dienstag, 23. Februar 2021, und Mittwoch, 24. Februar 2021, ab 21.45 Uhr je drei Folgen.

Bereits ab Freitag, 19. Februar 2021, 10.00 Uhr, gibt es die gesamte Staffel in der ZDFmediathek zu sehen.