Die gespaltene Gesellschaft im "Tatort: Heile Welt"

Eskalation im Gerberzentrum: Nach einer Kundgebung geraten die Unterstützer des rechten Nachwuchspolitikers Nils Jacob mit Gegendemonstranten aneinander.
Eskalation im Gerberzentrum: Nach einer Kundgebung geraten die Unterstützer des rechten Nachwuchspolitikers Nils Jacob mit Gegendemonstranten aneinander.
Foto: © WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Menke
Der Einstand für Stefanie Reinsperger als Kommissarin Rosa Herzog wird hart! Fake News behindern massiv die Arbeit der Ermittler.

Der neue Dortmunder "Tatort" heißt zwar "Heile Welt" (Sonntag, 21. Februar, 20.15 Uhr im Ersten), aber hier ist absolut nichts heil. Gleich der dramatische Einstieg zeigt: Diese Welt steht in Flammen! Dicke Rauchschwaden, Kommissar Faber wird bewusstlos davongetragen und alles was danach kommt ist einfach erdrückend: mutmaßlicher Fremdenhass bei der Polizei, gescheiterte Existenzen durch Corona, versuchte Vergewaltigung, frauenfeindliche Haltungen, Drogendealer, Fake News - kaum ein Fall zeigt so viele Missstände auf, wie dieser.

Darum geht's im "Tatort: Heile Welt"

Beim Löschen eines Brands in einer Hochhaussiedlung, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Tote heißt Anna Slomka. Sie war schwanger, Hartz-IV-Empfängerin und ist wider Erwarten nicht an den Folgen des Feuers, sondern durch einen dumpfen Schlag auf den Kopf gestorben. Zudem scheint Anna das Opfer einer versuchten Vergewaltigung gewesen zu sein. Ihre Wohnung wurde aufgebrochen und durchwühlt, die Ermittler finden Spuren von Kokain an ihren Sachen. Da der Dealer Hakim Khaled (Shadi Eck), ein Migrant aus dem Irak, streitend mit Anna beobachtet wurde und neben einem Motiv, auch die Gelegenheit zur Tat hatte, nimmt Martina Bönisch (Anna Schudt) ihn mit aufs Präsidium.

Bei dieser Festnahme wird die Kommissarin gefilmt und die Aufnahmen kursieren im Netz. Dadurch überschlagen sich sofort die Ereignisse. Rassisten feiern Bönisch als Heldin, die den Fall geklärt hat, linke Sympathisanten werfen ihr Vorverurteilung vor.