Die Schere zwischen Arm und Reich im "Tatort: Schoggiläbe"

Der zweite "Tatort" aus Zürich will auf soziale Missstände aufmerksam machen. Dafür halten die Kommissare sogar direkte Ansprachen an die Zuschauer.

Der "Tatort: Schoggiläbe" (Sonntag, 28. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) ist in vielerlei Hinsicht befremdlich: Eine Kommissarin, die mit der Kamera spricht, eine weitere Ermittlerin, die, wie in einem schlechten Theaterstück, singend zur Befragung eilt und eine Patriarchin, die zum Fortbestehen ihres Familienerbes ihren Nachfolger mit Hilfe einer Leihmutter gezeugt hat. Dieser Fall ist alles andere als gewöhnlich.

Darum geht's im "Tatort: Schoggiläbe"

Der Schokoladenfabrikant Hans-Conrad Chevalier wird tot in seiner Villa aufgefunden. Kommissarin Tessa Ott (Carol Schuler), die in der noblen Gegend aufwuchs, war einst seine Nachbarin.

Bei der Befragung der Angehörigen erkennt die Tochter Claire (Elisa Plüss) die Kommissarin zunächst nicht. Claire war zu selten Zuhause, verbrachte fast ihre gesamte Kindheit im Internat. Zudem scheint sie auch keine enge Bindung zu ihrer Familie zu haben. Da ihr Vater versteckt schwul war, wurde sie über eine Leihmutter gezeugt.

Als Alleinerbin des Schokoladenimperiums will Claire eine neue Marschrichtung vorgeben. Doch das missfällt dem Oberhaupt der Familie: Die Mutter des Toten, Mathilde (Sibylle Brunner), will selbst zurück an die Spitze des Familienunternehmens. Zwischen den zwei Frauen entbrennt ein erbitterter Machtkampf. Schließlich teilt Mathilde Claire mit, dass sie nicht ihre Oma, sondern ihre Mutter sei. Sie hatte der Leihmutter ihre Eizelle gegeben und somit ist Claire nicht die Tochter, sondern die Schwester des Toten, was bedeutet, dass sie in der Erbfolge nach Mathilde zu berücksichtigen sei.

Währenddessen sucht Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) die Putzfrau der Familie. Esmeralda Rivera (Isabelle Stoffel) könnte Zeugin des Mordes gewesen sein. Doch von ihr fehlt jede Spur.

Bei einer Verfolgungsjagd wird Isabelle bedroht. Tessa, die ihre Kollegin durch einen Schuss retten könnte, schafft es nicht, den Abzug zu betätigen...

Hintergrund

In diesem Fall sind die Hintergründe der beiden Ermittlerinnen ausschlaggebend für die Lösung des Falls.