"Nord Nord Mord" mit Hannelore Hoger

Hochkarätig: Hannelore Hoger, Christian Kohlund und Klaus Kinskis Sohn Nikolai sind die Stars im neuen "Nord Nord Mord"-Krimi.

GOLDENE KAMERA-Preisträgerin von 1989 und 1998 Hannelore Hoger will auf Sylt heiraten. In "Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag" (Montag, 15. März, 20.15 Uhr im ZDF und bereits in der Mediathek) spielt sie die Tante der Kommissarin Ina Behrendsen.

Trailer: "Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag"

Darum geht's in "Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag"

19 Nachrichten! Ina Behrendsen (Julia Brendler) ist genervt. Was will ihre Tante Marion Pless (Hannelore Hoger) von ihr? Als die Kommissarin im Hotel eintrifft, ist sie enttäuscht: Ihre Tante hat nur nach Sylt eingecheckt, um zum wiederholten Male zu heiraten. Der neue Mann in ihrem Leben, Robert Hofstetter (Christian Kohlund), scheint ein dunkles Geheimnis zu haben.

Noch bevor die Hochzeitsglocken läuten, werden Behrendsen, Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) zu einer Leiche gerufen. Der Inhaber einer Agentur für Hochzeitsplanungen Stefan Borg liegt tot in seinem Wagen. Dieser stand zuvor in den Fluten. Widererwarten ist das Opfer aber nicht ertrunken, sondern wurde vergiftet.

Wie sich herausstellt, hat Borg Brautpaare mit brisanten Informationen über ihr Privatleben erpresst. Sein Partner Thilo Rumbuchner (Nikolai Kinski) will von diesen Nebenverdiensten nichts gewusst haben.

Auch Tante Marion hat die Hochzeitsagentur beauftragt. Bei den Ermittlern stellt sich der Verdacht ein, dass das Opfer Robert Hofstetter erpresst haben könnte. Anstelle eines Junggesellenabschieds nehmen Ina und Hinnerk den zukünftigen Mann der Tante zum Verhör mit auf die Wache.

Hannelore Hoger im Interview

ZDF: In "Nord Nord Mord – Sievers und der schönste Tag" spielen Sie an der Seite von Peter Heinrich Brix und Christian Kohlund. Beide kennen Sie seit gemeinsamen Dreharbeiten in den 90er-Jahren, richtig?

Hannelore Hoger: Ja, beides sind von mir sehr geschätzte Kollegen von früher. Christian Kohlund habe ich sogar für die Rolle des geheimnisvollen Bräutigams vorgeschlagen, da ich überzeugt war, er würde das ganz wunderbar spielen. Wir hatten aber keine Zeit, Anekdoten von damals auszutauschen. Da ich trotz der Pandemie zu einigen Lesungen eingeladen war, blieb dem Team und mir nichts anderes übrig, als meine Szenen in wenigen Tagen abzudrehen. Viel Text – das ist schon anstrengend für jemanden meines Alters. Aber sonst hätte ich nicht drehen können, und ich wollte so gern. Es hat mir große Freude gemacht. Wir haben uns am Set Mühe gegeben, uns auch unter den strengen Hygienemaßnahmen gut zu vertragen. Es wurde viel getestet, und dann sind wir da zusammen durch – ein wunderbares Team. Mit Peter Heinrich hätte ich gern mehr Szenen gehabt, ich mag ihn sehr.

Sie spielen eine lebenslustige ältere Dame, die ihre späte Liebe Hals über Kopf heiraten möchte. Was halten Sie von der Ehe?

Na, da können Sie lange warten, bis ich dazu etwas Persönliches sage. Scherz beiseite: Jeder wie er meint. Wenn man einen Menschen kennt, auf den man sich wirklich verlassen kann, ist das etwas sehr Schönes. Ich finde es gut, dass die Figur Marion nach vier Ehen auch in ihrem Alter nicht aufgibt, sich verliebt und sich so sehr freut. Sie ist ja ganz tüdelig vor Glück. Es kommt drauf an, was man in seinem Leben will und zu welcher Zeit.

Was treibt Sie um in Zeiten der Pandemie? Was inspiriert Sie?

Das erste halbe Jahr fand ich die Situation nicht weiter schlimm. Ich war froh, frei zu haben. Ich habe die Zeit auf meiner Terrasse genossen und bin jeden Tag an der Elbe spazieren gegangen. Ich male, ich fahre Rad im Wohnzimmer, und wir haben in meinem Haus zum Glück eine sehr gute Nachbarschaft. Den zusätzlichen Kilos habe ich mit Intervallfasten den Kampf angesagt – da bin ich jetzt streng mit mir.

Zur Inspiration halte ich aber Theater, Kino oder auch Museen für sehr wichtig. Ich sehe ja ein, dass wir jetzt durchhalten müssen, aber die Leute brauchen auch mal eine Abwechslung. Ich bin natürlich dafür, beispielsweise auf der Reeperbahn Bars geschlossen zu halten. Aber Theater, wie das von Kollege Hallervorden, der sich sehr viel überlegt hat zum Schutz der Zuschauer, könnten bitte wieder öffnen. Er hat 70 menschengroße Puppen ins Publikum gesetzt, als ich dort am 1. Dezember zur Lesung war. Das fand ich einen so wunderbaren Einfall.

Generell muss ich sagen: Ich habe ja noch Glück, da ich über meine Rente abgesichert bin. Kollegen, die Serien drehen, können sich auch freuen. Bei Schauspielkollegen, die keine Rücklagen bilden konnten, ist die Situation dramatisch. Am schlimmsten trifft es aber wohl die ganz Jungen und die ganz Alten – ein Altersheim ist ja eh kein besonders eleganter Aufenthaltsort. Empörend finde ich, wie im Januar die Vergabe der Impftermine in Hamburg gelaufen ist.

Interview: ZDF

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

"Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag" bietet gewohnt leichte Unterhaltung, die an einigen Stellen auch etwas albern wirken kann. Doch dank der hochkarätigen Besetzung und den sympathischen Charakteren, vertut man sich beim Einschalten nichts. Zudem sieht man Hannelore Hoger nur selten in einer Rolle, in der sie einen Mann anbeten darf.

Kurzum es gibt viel Amore, von der sich auch Oliver Wnuk als Kommissar anstecken lässt, aber keine großen Überrasch