"Für immer Eltern": Zurück ins Nest

In der erstklassig besetzten Komödie "Für immer Eltern" (Freitag, 19. März, 20.15 Uhr, Arte) ziehen erwachsene Kinder unerwartet wieder zu Hause ein.

Darum geht's in "Für immer Eltern"

Der Traum scheint zum Greifen nah: Nach intensiven Jahren zu viert verlassen die Kinder von Anja (Anja Schneider) und Michael (Devid Striesow) ihr Zuhause, um eigene Wege zu gehen. Tochter Stella (Pauline Fusban) tritt einen gut bezahlten Job im Ausland an, Sohn Niklas (Max Schimmelpfennig) ist Lehramtsreferendar und zieht in eine Wohngemeinschaft. Die Eltern sehen das als Chance, endlich mal wieder tun und lassen zu können, was sie wollen, freuen sich auf mehr Zweisamkeit und tauschen ihr Reihenhaus gegen eine kleinere Stadtwohnung in München.

Doch als ihr neues Leben gerade Fahrt aufnimmt, werden sie auch schon wieder ausgebremst: Niklas steht vor der Tür, weil ihm seine WG Knall auf Fall gekündigt hat. Mutter und Vater können nicht anders und lassen ihn samt seiner Freundin (Anouk Elias) einziehen.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Was folgt, ist für die Film-Eltern alles andere als komisch, für das Publikum des TV-Films „Für immer Eltern“ aber überaus amüsant, was auch an den hervorragenden Darstellern liegt.

„Komödie ist kein einfaches Fach“, erklärt Schauspieler Devid Striesow. „Man muss sehr genau und gut vorbereitet sein. Nichts passiert zufällig, alles ist gesetzt. Es ist kein Geheimnis, dass Komödie immer harte Arbeit bedeutet.“ Und die hat sich in diesem Fall gelohnt. Entstanden ist ein unterhaltsamer, aber nie klischeehafter Film, der einfach guttut in diesen schwierigen Zeiten. Zudem dürfte es einige Zuschauer geben, die das Thema „Erwachsene Kinder nisten sich wieder bei den Eltern ein“ aus eigener Erfahrung kennen.

Hintergrund

„Das ist sehr aktuell, weil Wohnraum heute knapp und teuer ist“, sagt Devid Striesow. „Ich bin mit 18 Jahren ausgezogen, und es tat mir gut. Ich hätte es mir gar nicht anders vorstellen können, aber es war eine andere Zeit. In Berlin standen viele Wohnungen leer, weil die Flucht in den Westen begonnen hatte. So hatte ich mit meiner Freundin das Glück, sehr schön zu wohnen.“

Heute lebt Striesow mit seiner Familie in der Uckermark. Dort bereitet sich der 47-Jährige auf neue Projekte vor. In diesem Jahr wird er zwei Kinofilme drehen. Auch die Sehnsucht nach Theaterauftritten ist groß: „Ich hoffe, dass die Häuser bald öffnen, dann stehe ich im April in Hamburg auf der Bühne“, sagt Devid Striesow. „Aber zurzeit kann man eben leider nur kurzfristig planen.“